Neues GOP-Programm "Spirit"

Burl the Bubble guy.
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„Diese Show hat das Potential, meine Lieblingsshow zu werden“, das waren die einleitenden Worte von GOP-Direktor Matthias Peiniger.
Um es vorweg zu nehmen: Er hat nicht zuviel versprochen.
„Spirit“ heisst das Programm, das noch bis zum 1. Juli 2012 im GOP Essen an der Rottstrasse läuft.

Dass Regisseur Ulrich Thon es schafft Klang und Körper in Einklang zu bringen, zeigt sich bereits zu Beginn der Show. Das Publikum bekam den „Spirit“ zu spüren, denn die Bühne zeigte sich im stimmungsvollen Licht. Untermalt mit Rilke-Texten schwebten die Protagonisten hinter Schleiern hervor und stimmten auf das ein, was da kam.
„Hakuna Matata Acrobats“ sind eine junge Truppe von vier Männern, die aus Tansania stammen. Was das durchtrainierte Quartett zu bieten hatte, grenzte fast an Unmöglichkeit. Kunststücke an der Vertikalstange, menschliche Pyramiden und das Ganze mit einer scheinbaren Leichtigkeit, die von den Zuschauern mit viel Beifall gewürdigt wurde.
Ganz anders dagegen wirkten die Chinesen Lynn und James, deren Choreografie von vollendeter Köperbeherrschung geprägt ist. Schirmjonglage und eine gespielte Geschichte dazu, die in einen romantischen Kontext gepackt ist machen die Darbietung perfekt

Filigrane Wesen aus Wasser und Seife erschafft Darren Burrell, da werden Kindheitserinnerungen wach. Im Gegensatz zu den kleinen, schillernden Blasen aus der Dose, sind seine Seifenblasen riesig groß, entstanden nur mit Hilfe seiner Hände. Durch das Einhauchen von Zigarettenrauch entstehen pittoreske Gebilde, die am Ende alle zerplatzen wie Träume. Zurück bleiben nur Rauch und Wasser.
Yukki ist ein japanischer Künstler, der mit spektakulärer Jojo-Darbietung begeistert. Blitzschnell bewegt er das Spielzeug, dreht es hin und her und lässt es durch die Luft schnellen. Er selbst strahlt eine würdevolle Ruhe aus, die im Gegensatz zur Geschwindigkeit der Jojos steht.

Comedy und Gummibeine

Ein bisschen Comedy und Verrücktheit gehören zum Variete. Für die Entspannung zwischen Staunen und Luft anhalten sorgte „Kontini Junior“. Der vielfältige Akrobat verknotet seine Beine, als hätten sie keine Knochen. Er hüpft wie ein Gummiball über die Bühne, zeigt sein pantomimisches Talent und ist einfach ein Clown, der die Menschen zum Lachen bringt. Sein Zusammenspiel mit den hervorragenden Musikern Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann ist anrührend und lustig zugleich. Die beiden Musiker untermalen das Programm auf vielfältige Weise in dem sie dem Publikum meisterliche Klänge schenken und zeigen, dass sie wahre Virtuosen an ihren Instrumenten sind. Gitarre, Geige, Percussion und Mandoline erzählen die Geschichten, die auf der Bühne stattfinden.
Spanisches Gitarrenspiel und eine Flamenco-Tänzerin. Andalusisches Flair im GOP, da kann keiner widerstehen, besonders nicht, wenn eine Frau wie Vanessa Alvarez gekonnt Tücher mit den Füßen jongliert und durch die Luft wirbelt, als hätte sie die Schwerkraft einfach vergessen. Eine nicht weniger beeindruckende junge Frau ist Lena Gutschank. Ästhetisch schön schwebt die Luftakrobatin in einem Ring, der von der Decke hängt. Ihre märchenhafte Inszenierung entführt die Menschen im Saal in eine Traumwelt. Einfach bezaubernd.

Alles ist eins

Die Entdeckung der Langsamkeit könnte man die Schlussszene benennen. Alle Künstler kommen auf die Bühne und nach dieser Show weiß jeder, was Matthias Peiniger meinte: Sie avanciert zur Lieblingsshow.
Polarisierende Elemente untermalt mit sphärischen Klängen. Kraftvolle Dynamik im Gegensatz zu filigraner Virtuosität. Erfrischende Leichtigkeit im Einklang mit schwermütiger Melancholie. "Spirit" verbindet alles. Und so wie sie begonnen hat, endet sie auch. Mit einem Gedicht von Rilke.. Alles ist Eins.

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