"Unheimlich real": Museum Folkwang zeigt große Ausstellung des magischen Realismus

Antonio Donghis Bild "Il Giocoliere" von 1936 ("Der Jongleur") ist Teil der Ausstellung. Es entstammt einer Privatsammlung.
  • Antonio Donghis Bild "Il Giocoliere" von 1936 ("Der Jongleur") ist Teil der Ausstellung. Es entstammt einer Privatsammlung.
  • Foto: Museum Folkwang
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Eine Ausstellung, die Aufsehen erregen dürfte, präsentiert jetzt das Museum Folkwang: "Unheimlich real. Italienische Malerei der 1920er Jahre" zeigt 80 Gemälde des Magischen Realismus

Diese Kunstbewegung entstand nach dem Ersten Weltkrieg in Italien parallel zur Neuen Sachlichkeit in Deutschland. Herausragende Werke wichtiger Protagonisten wie Felice Casorati, Antonio Donghi und Ubaldo Oppi sind ebenso in der Schau vertreten wie die einflussreichen Gemälde von Giorgio de Chirico und Carlo Carrà.
Damit, so die Organisatoren, findet erstmalig in Deutschland eine umfangreiche Präsentation dieser Werke statt. Die Besucher können bis 13. Januar eine Stilrichtung der Klassischen Moderne im Museum Folkwang neu entdecken.
Die Ausstellung zeigt die Gemälde in thematischen Räumen: So stellt der erste Raum die einflussreichen Architekturdarstellungen von Carrà und de Chirico denjenigen von Ubaldo Oppi und dem deutlich später entstandenen Gemälde La città deserta (1929) von Carlo Sbisà gegenüber. Ein Schwerpunkt liegt ferner auf Frauenporträts. Auch familiäre und häusliche Szenen sind ein beliebtes Sujet. Neben Aktdarstellungen sind Stillleben ein für den Magischen Realismus prägendes Genre. Er spiegelt den Zeitgeist in Italien nach dem Ersten Weltkrieg und in den 1920er und 1930er Jahren wider.

Ausstellung dauert bis 13. Januar

Der Begriff „Magischer Realismus“, vom Kunsthistoriker Franz Roh 1925 geprägt, beschreibt die rätselhafte Atmosphäre, in welcher die Dinge in der Schwebe bleiben: „Mit ‚magisch‘ im Gegensatz zu ‚mystisch‘ sollte angedeutet sein, dass das Geheimnis nicht in die dargestellte Welt eingeht, sondern sich hinter ihr zurückhält.“
Folkwang-Museumsdirektor Peter Gorschlüter sagt zu der umfassenden Schau: „Ich freue mich, dass die Ausstellung einen Einblick in jene Zeit vermittelt, die in der kunsthistorischen Forschung lange Zeit ein Schattendasein führte, und eine neue umfassende Betrachtung der Werke ermöglicht, die aus zahlreichen institutionellen wie privaten Sammlungen zusammengetragen wurden. In dieser Hinsicht ist auch das wissenschaftliche Symposium, das die Ausstellung begleiten wird, ein wichtiger Bestandteil unseres Ansatzes, diese Stilrichtung ausgiebiger zu betrachten.“

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die National-Bank AG und die Kulturstiftung Essen. Der Eintritt kostet 8 bzw. ermäßigt 5 Euro.

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