Mutti hält 20 Tage

Kaufentscheidungen werden, sagen uns Verhaltensforscher, zu 80 Prozent mit den Augen getroffen. Das Auto gefällt, und die Begründungen - sparsam, geräumig und pipapo - kann man ja im Nachhinein finden

.

Manchmal ist es aber auch einfach der Name, der entscheidet. Weshalb Hersteller ganze Kolonnen von Agenturen und Übersetzern beschäftigen, um Namen zu kreieren, die fürs isländische Ohr ebenso angenehm klingen wir fürs portugiesische. Und bitte keine peinlichen Nebenbedeutungen haben.
Mir gefiel neulich im Supermarkt Mutti. Das ist jetzt nicht der Spitzname für die Bundeskanzlerin, sondern eine Firma (ital.), die Tomatenmark produziert. Klingt so heimelig, zumindest für Deutsche, denn wenn ich das richtig sehe, hat es im Italienischen keine übersetzbare Bedeutung.

Doch noch etwas anderes beeinflusste die Wahl zwischen all' den Tomatenmarkherstellern, nämlich die Haltbarkeitsangabe: "Nach dem Öffnen in 20 Tagen verbrauchen", steht auf der Packung.
Nix Vages, von wegen baldmöglichst, in kurzer Zeit oder dergleichen Wischiwaschi. 20 Tage und fertig. Klare Ansage. Wie damals von Mutti.

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Kettwig

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