Ferienangebot der Digitalwerkstatt verbindet Lernen und Spaß
"Die Kinder sind abends platt, aber zufrieden"

Kaum Zeit zum Posieren für ein Foto haben die Kinder, die gerade an einer spannenden Herausforderung tüfteln.
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  • Kaum Zeit zum Posieren für ein Foto haben die Kinder, die gerade an einer spannenden Herausforderung tüfteln.
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“Wie nennt man es, wenn Befehle mehrfach wiederholt werden?” “Das weiß ich: Eine Schleife!” Für Emilia und die anderen Kinder des Ferienkurses Digitalwerkstatt an der Schule am Krausen Bäumchen ist die Antwort ganz logisch.

Es zeigt sich, wie selbstverständlich viele Kinder schon heute mit digitalen Medien umgehen. “ Es ist ihre Lebenswirklichkeit. Mit dem Angebot unterstützen wir den sinnvollen und bewussten Umgang mit den neuen Medien. Daher habe ich gleich Interesse bekundet, als das Angebot vom Schulamt kommuniziert wurde”, so Monika Hillebrand, Rektorin der Grundschule. Sie hat das Angebot recht kurzfristig für ihre Schule gewinnen können und war dabei besonders an einem Ferientermin interessiert:”Das ist für die Kinder ein guter Einstieg nach den Ferien und viele Eltern sind auch ganz froh über die zusätzliche Betreuungsmöglichkeit.” An den fünf Projekttagen sind jeweils 27 Kinder vor Ort, davon nehmen 22 Jungen und Mädchen alle Tage wahr.
Die Digitalwerkstatt ist ein kreativer Bildungs- und Erfahrungsraum, in dem Kinder zwischen 6 und 12 Jahren die digitale Welt spielerisch entdecken können – und wichtige Kompetenzen im Umgang mit den neuen Technologien entwickeln. In vier Workshops lernen Kinder programmieren, bauen Roboter, gestalten Animationsfilme und schreiben ein digitales Tagebuch.
Die Digitalwerkstatt ist ein Container, der aktuell auf dem Schulhof steht und mit allen technischen Schikanen ausgerüstet ist. So können die Kinder paarweise an Ipads arbeiten und die oft kniffeligen Lösungen zu erarbeiten. Da das Angebot in diesem Fall schuljahrsübergreifend umgesetzt wird, können die Älteren den Jüngeren helfen. “Es nehmen Kinder der ersten bis vierten Klasse teil. Außerdem noch ein paar Ehemalige, die nun in die fünfte oder sechste Klasse gehen”, freut sich die Schulleiterin. “Eigentlich bieten wir das Programm im Schulalltag an und haben dann je Workshop wechselnde Klassen bei uns. Dazu gibt es in einer solchen Projektwoche zwei Lehrerfortbildungen und einen Elternabend”, erläutert Ronja Baetz, Projektmitarbeiterin das Vorgehen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Koordination vorab, inklusive der Logistik. Sie sei immer froh, wenn der Container sicher auf dem jeweiligen Schulhof angekommen sei, sagt sie. Das Projekt im Rahmen der Digitaloffensive ist bereits im vergangenen Jahr gestartet und läuft Ende Oktober aus. In dieser Zeit war die studierte Lehrerin, gemeinsam mit Franziska Bremser, einer Medienwissenschaftlerin und einem IT-Kollegen an vielen Schulen aktiv. Die digitalen Projekte sind orientiert an den Lehrplänen und wissenschaftlich validiert. “In den Ferien gestalten wir den Tag etwas lockerer und das scheint gut anzukommen”, freut sich Baetz, deren Motivation besonders darin besteht, den Kindern neue Perspektiven aufzuzeigen, “Sie lernen, Dinge zu hinterfragen. Warum funktioniert z.B. eine Schiebetür?” Andreas Breuer, Medienberater für die Schulen in Essen und Mülheim an der Ruhr, ist ebenfalls neugierig auf das Angebot und wünscht sich mehr solcher Aktivitäten an den Schulen. “Wir haben ein Zentrum für die digitalen Medien in Essen, welches von den Schulen genutzt werden kann. Aber die Medien sind nicht immer vor Ort”, erzählt er und weist gleichzeitig darauf hin, dass die Anwendung der digitalen Techniken für viele Lehrer nicht einfach sei. “Es braucht jemanden vor Ort, der sich mit den Themen auskennt und Schüler und Kollegium mitnimmt und begeistert”, findet auch Rektorin Hillebrand, die an ihrer Schule glücklicherweise über einen entsprechend “fitten” Kollegen verfügt und dank des Fördervereins auch technisch stark aufgestellt ist. Einige Ipads und interaktive Tafeln in allen Klassen lassen schon die Anpassung des Lernens zu. “In der Digitalen Werkstatt haben die Schüler gestern mit einem Arbeitsblatt angefangen und sind dann später in die technische Umsetzung eines E-Books eingestiegen. Da wurde die Verknüpfung von Altem und Neuem deutlich”, freut sich die engagierte Pädagogin, die selbst viel lernt in diesen Tagen, “Jetzt weiß ich, dass der Begriff Bugs (übersetzt Käfer), als Bezeichnung für Fehler in Programmierungen daher rührt, dass früher die Computer offen standen und tatsächlich Käfer in die Geräte gekrabbelt sind und so zu Fehlern geführt haben.” Lebenslanges Lernen - an der Schule am Krausen Bäumchen mehr als nur ein Schlagwort.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-Süd

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