Ein Jahrhundert Geschichte - und Mathe und Deutsch...
"Die Woche hat gezeigt, wie groß unser Zusammenhalt ist"

Kaum fünf Minuten können die Herren der Abschlussklasse 1959 still stehen - ein Schelm wer daraus auf frühere Zeiten schließen mag.
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„Das Gebäude gab es zu unserer Zeit aber noch nicht.“ „Doch klar, das wurde doch gerade gebaut“, obwohl sie sich lange nicht gesehen haben, sind die Herren der Abschlussklasse ’59 der Realschule Essen-West beim Klassentreffen nach unglaublichen 60 Jahren schnell wieder mitten im Gespräch.

Rings um sie herum turnen, rennen und „chillen“ die Schülerinnen und Schüler der heutige Zeit - und das an einem Samstag. Sind die Kinder hier besonders motiviert, sodass sie auch samstags kaum ohne ihre Schule auskommen? Vielleicht. Doch an diesem Tag findet zusätzlich das große Finale der Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Schule statt. Nach einer aufregenden Projektwoche, gipfeln die Festivitäten in einem Schulfest, das sowohl in dem altehrwürdigen Gebäude als auch auf dem Schulhof stattfindet.
Mittendrin die Herrschaften von ’59, die in den Räumen des Offenen Ganztags nun im Ehemaligencafé bei Kaffee und Kuchen alte Zeiten Revue passieren lassen. Dabei und durchaus umworben: Die Schulleiterin Rita Numsen-Williams. „Bei Ihnen habe ich ein gutes Gefühl. Sie machen das hier gut!“, lobt Organisator Dieter Göbel, der schon seit Jahren für die regelmäßigen Klassentreffen verantwortlich zeichnet. Lebenslang nahm daran auch der Klassenlehrer, Günter Josuhn, teil. Vor zehn Jahren gönnte die Gruppe sich einen besonderen Spaß: Sie wiederholte die Klassenfahrt durch das Frankenland. Von einst 27 Schülern, kommen 14 zu den Treffen. Eine gute Quote nach all den Jahren. Bei diesem Treffen versammeln sich alle im Schulflur unter einem Bild von Essen. Dieses ist fast so alt wie die Herren, denn einer der Teilnehmenden hat die Grundlage dazu gemalt. „Damals auf Geheiß des damaligen Direktors“, weiß Göbel zu berichten. Und auch der Maler ist stolz: „Ich habe heute Morgen noch überlegt, ob das Bild wohl noch da ist.“
Danach schließt sich eine Führung über das Schulgelände an. Dabei können auch die von den Schülerinnen und Schülern liebevoll gestalteten Stände bewundert werden. Neben den, fast schon obligatorischen, Ständen für Waffeln und Getränke, gibt es auch Losbuden, einen Stand für gesunde Obstspieße und sogar eine Maniküre-Ecke. Dort gestaltet Alina Lücke aus der 8a kunstvoll die Nägel ihrer Kundinnen. „Die Nagellacke haben Lehrerinnen mitgebracht. Ich finde toll, was man für verschiedene Designs machen kann“, berichtet das Mädchen, dass schon zwölf Hände an diesem Tag verschönert hat.
Auch an der Hüpfburg ist mächtig etwas los. Ähnlich lebhaft war die gesamte vorangegangene Woche, so berichtet die Schulleiterin. Diese begann mit einem Kunst-Montag, begeisterte mit einem Sportfest an der Raumerstraße und förderte 20-Kilometer-Höchlestungen beim Sponsorenlauf. „Die ganze Woche kam sehr gut an und alle haben mitgeholfen“, freut sich die zukünftige Rektorin. Dennoch überrascht es sie, dass am Schulfest kaum Eltern teilnehmen. Dafür ist die Teilnehmerzahl der Schülerinnen und Schüler sehr hoch, was allseits zu Begeisterung führt. „Die Woche hat gezeigt, wie groß der Zusammenhalt an der Realschule Essen-West ist“, meint Numsen-Williams. Das zeigte sich auch beim Festakt am Donnerstag in der Apostelkirche. Feierlich, ganz wie es sich gehört, wurde in diesem Rahmen das 100-jährige Bestehen auch offiziell begangen. Mit Vertretern aus der NRW-Politik, dem Oberbürgermeister und – als Stargast – dem Besuch von Philipp Zeiger, dem RWE-Spieler. Dieser übergab die Schulpreise. Ein echtes Highlight im Jahr, denn neben den Klassenbesten werden auch sozial Engagierte und die größten Leistungssteigerer prämiert. Das motiviert die Kinder von Jahr zu Jahr, das zeigen die Erfahrungen der letzten 12 Jahre, denn so lange besteht das Preis-Konzept bereits. Das weitere Programm gestaltete sich durch Reden und musikalische Highlights wie den Auftritten den Schulchors und dem Bläserensemble der Folkwang Musikschule. „Wir haben ja keine Aula und in der Turnhalle wollten wir nicht feiern. Also fand die Veranstaltung in der Kirche statt. Es war wirklich schön“, erläutert Numsen-Williams, die von dem Festakt sichtlich bewegt ist.
Und während die Abschlussklasse von 1959 noch in Erinnerungen an den einprägsamen Erdkundelehrer schwelgt, neigt sich die ereignisreiche Woche langsam dem Ende zu. Ein wenig Erholung tut nun sicherlich allen gut, auch den alten Mauern der Realschule Essen-West.

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