SPD Holsterhausen schaute genau hin
Erste Bilanz Fahrradstraße: Ernüchternd – ein wenig Licht aber viel Schatten

Bei einer Rundfahrt durch Holsterhausen 2020 ließen es sich die Teilnehmer*innen nicht nehmen, die Fahrradstraße inoffiziell zu eröffnen: (v.l.) Günther Schröder, Klaus Persch, Alexander Nolte, Julia Jankovic, Michael Manderscheid, Benno Justfelder.
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  • Bei einer Rundfahrt durch Holsterhausen 2020 ließen es sich die Teilnehmer*innen nicht nehmen, die Fahrradstraße inoffiziell zu eröffnen: (v.l.) Günther Schröder, Klaus Persch, Alexander Nolte, Julia Jankovic, Michael Manderscheid, Benno Justfelder.
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Holsterhauser Sozialdemokrat*innen unternahmen eine Radtour über die Fahrradstraße in Holsterhausen und kamen zu einem eher ernüchternden Ergebnis. Die Holsterhauser SPD hatte schon im Dezember 2018 zu einem Bürgerspaziergang zum Thema der Einrichtung einer Fahrradstraße in Holsterhausen geladen. Die Reaktion auf diese Aktion der SPD Holsterhausen fiel überwiegend positiv aus.

Nach nun etwas mehr als einem Jahr nach ihrer Eröffnung machten sich SPD-Mitglieder und Vorstandsmitglieder auf den Weg, um auf der Fahrradstraße in Holsterhausen nach Problemzonen und Gelungenem zu sehen. Nach Meinung der SPD Holsterhausen hat sich die Einrichtung der Fahrradstraße mehr als bewährt und sie ist von der Mehrheit der ortsansässigen Bevölkerung akzeptiert.

Die Holsterhauser Sozialdemokrat*innen empfinden die Abschaffung der Rechts-vor-Links-Regel aus Aspekten der Sicherheit für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen als nicht richtig. Der Verkehr hat sich vor allem in den Abendstunden auf der Gemarkenstraße beschleunigt, weil Autofahrer*innen nicht mehr darauf achten müssen, ob Verkehrsteilnehmer*innen aus den Nebenstraßen in die Gemarkenstraße einbiegen wollen. Nach NRW-Richtlinien kann die alte Regelung wieder eingeführt werden.
Besonders negativ aufgefallen sind die Fahrradbügel. Das zum Einsatz kommende Modell ist vielfach bereits verbogen und wenig nutzerfreundlich, da einerseits die zunehmend verwendeten Ballonreifen nicht eingeschoben und andererseits die Vorderreifen eines Rades leicht verbogen werden können.

Kritik fand die Art und Weise der Aufstellung der Fahrradbügel sowie die Auswahl der Standorte. Der Abstand zwischen den einzelnen Bügeln ist unverhältnismäßig groß. Auf der Fläche von aktuell drei Bügeln ließen sich bei üblichem Abstand durchaus 4, an einigen Stellen u.U. sogar 5 Bügel aufstellen. Würden zudem Fahrradständer zum Einsatz kommen, die die Möglichkeit bieten, an beiden Seiten Räder zu befestigen, ergäben sich daraus erheblich mehr sichere Stellmöglichkeiten.

Auch an den Standorten der Fahrradbügel gibt es viel Kritik. Mal sind sie vor Zebrastreifen angebracht, sodass Autofahrer frühzeitig gut einsehen können, ob und wann eine Person die Straße dort überqueren will. Gleichzeitig wird durch derartige Standorte das Falschparken unmittelbar vor Zebrastreifen verhindert.

Die an einigen Stellen hinter dem Zebrastreifen angebrachten Fahrradbügel bieten Autofahrer*innen einen großen Anreiz zum Falschparken. Für abbiegende Fahrzeuge wird durch diese Falschparker die Einsicht in die Fahrradstraße erschwert. Dabei tritt unnötigerweise eine Gefährdung für Fußgänger*innen beim Überqueren der Straße auf.

Leider wurden an einigen, durchaus geeigneten Stellen bisher keine Fahrradbügel montiert. Hier sollte zeitnah nachgesteuert werden, so dass das Ziel Falschparken durch Fahrradstellplätze zu verhindern, erreicht werden kann. Gleichzeitig erhält Holsterhausen so ein größeres Stellplatzangebot für Fahrräder und erhöht die Fahrradfreundlichkeit.

Bedauerlicherweise sind an zahlreichen Stellen Fahrradbügel und Warnbaken verbogen und aus der Verankerung gerissen. Hier muss dringend sehr zeitnah nachgebessert werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die Verletzungsgefahr für Passanten zu verhindern.

Parkmöglichkeiten für Lastenräder fehlen komplett. Hier muss dringend nachgesteuert werden, da die Motivation, anstelle des Autos das Lastenrad für den Einkauf zu nutzen, gefördert werden soll.

Sowohl an der Gemarkenstraße an der Kreuzung Rubensstraße und an der Kreuzung Gemarkenplatz halten sich viele PKWs nicht an die Markierungen und parken ordnungswidrig im Straßenraum. Im übrigen Bereich der Gemarkenstraße hat die Linienführung dazu geführt, dass die überwiegende Mehrheit der Fahrer*innen richtig parken. Der Gesamteindruck ist dadurch besser geworden.

Leider sind die Lieferzonen vor dem Gemarhaus und vor Penny auf der Gemarkenstraße nicht ausreichend so auffallend gekennzeichnet, dass es immer wieder vorkommt, dass parkende PKWs die Anlieferung der Geschäfte behindern.

Eine besonders gefährliche Kreuzung befindet sich auf der Kepler- und Windmühlenstraße m Bereich der Aus- und Zufahrt ALDI. Für Fußgänger*innen gibt es nur eine Querungshilfe, deren Bedeutung wortgetreu gemeint ist. An Querungshilfen haben Fußgänger*innen kein Vorrecht sondern nur eine Verschnaufpause. Diese Kreuzung ist vor allem für ältere gehbehinderte Menschen so unübersichtlich geworden, dass sie sich völlig verunsichert fühlen. Deshalb fordert die SPD Holsterhausen eine Bedarfsampel für das sichere Überqueren dieses Übergangs auf der Keplerstraße.

Das Fazit der SPD Holsterhausen fällt zwiespältig aus: zum einen kommt es durch die Fahrradstraße zu Verbesserungen auf der Gemarkenstraße, zum anderen müssen aber die angemerkten Probleme dringend behoben werden. Die Fahrradstraße bietet eine große Chance zur besseren Kommunikation und höheren Sicherheit zwischen den Verkehrsteilnehmer*innen.

Autor:

Benno Justfelder aus Essen-Süd

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