Insolvent trotz Wirtschaftsaufschwung - Eine wahre Begebenheit

Viele haben sich bestimmt in den letzten Wochen gefragt, warum der Kiosk "Treffpunkt Gemarkenstraße" geschlossen ist. Diese Frage möchte ich Ihnen allen kurz und knapp beantworten. Ich musste wegen den steigenden Lebensmittel und Tabakpreisen und wegen dem neuen Penny Markt Insolvenz anmelden.
Einige werden nun sagen: Hab ich doch gleich gewusst, dass der bald Dicht macht. Andere wiederrum, wahrscheinlich meine ehemalige Stammkundschaft werden vielleicht sagen: Schade, dass er den Kiosk Schließen muss. Wissen Sie was?!? Ich schäme mich nicht einmal, dass Thema Insolvenz anzusprechen bzw. das es mich selbst trifft. Ich will ihnen mal erzählen, wie es kam.

Am Anfang eine Bruchbude

Nachdem ich Ende 2009 von meinem verstorbenen Vater die Erbschaft erhalten hatte, übernahm ich einen Kiosk, der eher einer Bruchbude glich. Vieles musste geändert werden. Der Kiosk musste gereinigt werden. Viel neue Ware musste rangeschafft werden für viel Geld. Ich für meinen Teil habe keinen Kredit aufgenommen. Am Anfang kamen viele Kunden. Viele kauften bei uns ein.

Mitte 2010 Ausbau und Renovierung und der Anfang vom Ende

Dann haben wir Mitte 2010 beschlossen den Kiosk auszubauen. So kam es, dass wir zum Kiosk ein Sitzcafe mit belegten Brötchen anboten. Aus dem Kiosk wurde der neue Kiosk - "Treffpunkt Gemarkenstraße". Am Anfang lief alles wunderbar. Aber dann wurde der Penny Markt eröffnet. Und aus einem Traum entwickelte sich aber langsam und schleichend ein Alptraum. Mehr und mehr musste wir tatenlos zusehen, wie unsere Kundschaft zum Penny Markt abwanderte und dort lieber Billigbrötchen und Billiggetränke einkauften. Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser. Es gab sogar etliche Kunden, die sich erdreistet haben einen Sixpack Bierrahmen bei Penny zu kaufen. Dann diesen Bierrahmen auf meine Theke zu stellen und dann lächelnd Zigaretten zu kaufen. Mehr und mehr musste wir tatenlos zusehen, wie der Kiosk seine Kundschaft verlor. Aber ich konnte mich dennoch auf meine Stammkundschaft verlassen, die uns dennoch die Treue hielten. Und jene, die ich gerade meine, wissen wer damit gemeint ist.

Das Ende der schwere und traurige Gang zum Insolvenzgericht

Am 31.01.2011 war alles vorbei. An diesem Punkt musste ich die Segel streichen und beim Amtsgericht Insolvenz anmelden. Sie können mir nun Glauben oder auch nicht. Aber ich könnte Heulen vor Wut. Ich habe bevor ich Insolvenz anmelden musste noch versucht, einen Kredit zu erhalten. Und jede Bank, die ich aufsuchte und meine Zahlen sah, sagte mir entweder: ZU WENIG UMSATZ oder " EIN KIOSK IST NICHT DAS PASSENDE KREDIT KLIENTEL". Den zweiten Satz bekam ich vom meiner Bank, der Commerzbank um die Ohren gefeuert. Einer Bank, der ich vertraue und die selbst teilverstaatlicht ist, da sie selbst kurz vor der Pleite stand oder meiner Meinung nach immer noch vor der Pleite steht, wie eine WestLB oder Hypo Real Estate. Ich fragte den Bearbeiter, ob ich Vorstandschef bei der AWD oder bei der Deutschen Bank sein muss, um einen Kredit zu erhalten. Darauf kam naturgemäß keine Antwort. Dabei ging es gerade mal um eine Kreditsumme von lächerlichen 10000,00 Euro. Aber wie man mir ja sagte: oder " EIN KIOSK IST NICHT DAS PASSENDE KREDIT KLIENTEL".
Wie auch immer. Ich für meinen Teil bin fertig mit dem Kiosk. Jetzt bleibt mir nur abzuwarten und das Beste zu hoffen. Ich bin nur sehr enttäuscht von Holsterhausen. Ich habe für meine Kunden alles getan, was möglich war. Aber eine meiner ehemaligen Stammkundinnen sagte mir mal einen Spruch: Reiche einen kleinen Finger und Sie werden deinen ganzen Arm an sich reißen. Zu Dumm nur: Diese Dame sollte Recht behalten.

Auch wenn es mir sehr schwer fällt und mir Wehtut. Hiermit schließe ich nun meinen Frieden mit dem Kapitel Kiosk - "Treffpunkt Gemarkenstraße". Ich bedanke mich an dieser Stelle bei meinen ehemaligen Stammkunden und Kunden für die schöne Zeit und wünsche Ihnen allen alles Liebe und Gute auf ihren weiteren Lebensweg.

P.S.: Ich werde auch in Zukunft Ihnen als Bürgerreporter erhalten bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Teuber

Autor:

Maik Teuber aus Essen-West

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