Neues Therapiebuch am Universitätsklinikum Essen macht junge Krebspatienten stark für ihre Behandlung
Aufbruch zur „Protonen-Mission“

Die kleinen Patienten werden während ihrer Behandlungszeit intensiv vom psychosozialen Dienst des WPE begleitet. Das neue Therapiebuch hilft, die einzelnen Behandlungsschritte zu verdeutlichen. (v.l.) Nicole Stember (Sozialpädagogin DKG im psychosozialen Dienst des WPE) und Patientin Marina Raith
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  • Die kleinen Patienten werden während ihrer Behandlungszeit intensiv vom psychosozialen Dienst des WPE begleitet. Das neue Therapiebuch hilft, die einzelnen Behandlungsschritte zu verdeutlichen. (v.l.) Nicole Stember (Sozialpädagogin DKG im psychosozialen Dienst des WPE) und Patientin Marina Raith
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Im Buch „Protonen-Mission – entdecke die Kraft, die in dir steckt!“ entwickelt der junge Protagonist während seiner Protonentherapie an der Universitätsklinik Essen verborgenen Superkräfte und beendet die Behandlung als Superheld. Fast wie im wahren Leben.

Eine Superheldin ist heute vor Ort: Die elfjährige Marina Raith aus Bayern wird derzeit im Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE) behandelt und ist eine der Ersten, bei der das neue Therapiebuch zum Einsatz kommt. Wer behandelt mich und welche Technik kommt zum Einsatz? Wie läuft die Behandlung ab und was muss ich davor und danach tun? – Die kleinen Patienten haben oft viele Fragen rund um die moderne und präzise Form der Strahlentherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen.

„Viele kommen von weiter weg, sind oft verunsichert und haben Angst“, berichtet Nicole Stember, die als Sozialpädagogin im psychosozialen Dienst des WPE tätig ist. Zusätzlich zur eigentlichen Strahlentherapie werden die Patienten intensiv vom psychosozialen Team begleitet und auf die Abläufe vorbereitet. Ein großer Schwerpunkt am WPE ist die Behandlung von Kindern. „Wir haben festgestellt, dass uns gerade für die älteren Kinder und Jugendlichen noch ein Zugangskanal fehlt“, beschreibt Nicole Stember die Ausgangslage, aus der sich die Idee für das Therapiebuch für die Altersgruppe zwischen 8 und 14 Jahren entwickelte.

Keine Angst vor großen Maschinen

„Das Buch soll den Patienten helfen, Mut zu bekommen, zuversichtlich zu bleiben und sich nicht von den großen Maschinen ängstigen zu lassen“, erklärt Prof. Dr. Beate Timmermann, ärztliche Leiterin des WPE und Direktorin der im WPE ansässigen Klinik für Partikeltherapie. Von der Stärke ihrer kleinen Patienten ist sie oft beeindruckt: „Die Kinder sind die wahren Superhelden und machen das toll – oft besser als die Erwachsenen.“

Das neue Therapiebuch ist nun ein weiterer Baustein im ganzheitlichen Behandlungskonzept, um die kleinen Patienten besser vorzubereiten und ihnen die Angst zu nehmen. Im ansprechenden Comic-Stil werden die einzelnen Behandlungsschritte und Szenarien so lebensecht wie möglich dargestellt. Sogar einzelne Mitarbeiter sind als Comic-Charakter wiederzuerkennen. Auch Marina – die schon die Hälfte ihrer Therapie überstanden hat – ist begeistert. „Das Buch hat genau gezeigt, wie es ausschaut“, freut sich die Elfjährige. Dadurch habe sie „viel weniger Angst gehabt“.

Bald weltweit verfügbar

Das literarische Gemeinschaftsprojekt wurde durch die Zusammenarbeit der Stiftung Universitätsmedizin Essen und der Klinik für Partikeltherapie am Westdeutschen Protonentherapiezentrum (WPE) realisiert. „Wir können stolz sein, dass wir so ein tolles Buch in Essen entwickeln durfte – das ist etwas ganz Besonderes“, ist sich Jorit Ness, Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizin Essen, sicher. Der Dank der Stiftung gilt allen Mitarbeitern des WPE sowie den zahlreichen Unterstützern und Spendern, durch die das Projekt erst möglich wurde.

Ab sofort erhalten alle kleinen Patienten im WPE zu Beginn ihrer Behandlung kostenlos ein eigenes Exemplar, das sie mit nach Hause nehmen können. Auch über den Standort Essen hinaus soll das Buch verfügbar sein – bald sogar weltweit. „Eine englische Ausgabe ist bereits in Planung, sodass das Buch dann über den deutschsprachigen Raum hinaus auch in anderen Protonentherapiezentren zum Einsatz kommt“, berichtet Prof. Dr. Jochen A. Werner, Geschäftsführer des WPE und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen.

Die kleinen Patienten werden während ihrer Behandlungszeit intensiv vom psychosozialen Dienst des WPE begleitet. Das neue Therapiebuch hilft, die einzelnen Behandlungsschritte zu verdeutlichen. (v.l.) Nicole Stember (Sozialpädagogin DKG im psychosozialen Dienst des WPE) und Patientin Marina Raith
Im Gemeinschaftsprojekt wurde ein Therapiebuch entwickelt, das um die Welt geht:
hinten (v.l.): Prof. Dr. Jochen A. Werner (Geschäftsführer WPE und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen), Thorsten Kaatze, (Geschäftsführer WPE und stellv. Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin), 
Prof. Dr. rer. nat. Karl-Heinz Jöckel (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Universitätsmedizin); vorne (v.l.):
Patientin Marina Raith (11 Jahre), Prof. Dr. Beate Timmermann (ärztl. Leiterin des WPE und Direktorin der im WPE ansässigen Klinik für Partikeltherapie)

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