Uniklinik Essen schließt Frühchenstation nach Infektionen

Die Frühchen- und Neugeborenenstation an der Uniklinik Essen ist vorübergehend geschlossen. Foto: Archiv
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  • hochgeladen von Miriam Dabitsch

Die Uniklinik Essen hat heute ihre Früh- und Neugeborenenstation vorübergehend geschlossen. Grund ist die Ansteckung eines Kindes mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE). Das teilt die Klinik mit. 

Bei vier weiteren Patienten der Station wurde eine Besiedlung mit dem Bakterium nachgewiesen. Die Universitätsmedizin Essen hat in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Essen entschieden, die Station temporär zu schließen, um umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen. Die Patienten der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation werden auf eine eigens eingerichtete Station im Uniklinikum verlegt und dort weiterhin intensivmedizinisch betreut.

Weitere Verbreitung verhindern

Enterokokken sind Teil der normalen Darmflora. Außerhalb des Organs können die Erreger jedoch in Ausnahmefällen bei Neugeborenen Infektionen verursachen, so etwa bei bereits immungeschwächten Patienten oder auch bei Frühgeborenen. „Da die Verbreitung des an Oberflächen extrem widerstandsfähigen Erregers über verunreinigte Gegenstände und Flächen sowie auch über Hände übertragen werden kann, haben wir uns für die temporäre Schließung entschieden, um umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen ohne Gefährdung der Patienten durchführen zu können. Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass es zur weiteren Verbreitung kommt. Unsere Ärzte, Pflegenden und die Mitarbeiter der Krankenhaushygiene arbeiten hier gemeinsam und eng im Sinne der Betroffenen mit dem Gesundheitsamt Essen zusammen“, so der Ärztliche Direktor der Universitätsmedizin Essen, Prof. Dr. Jochen A. Werner. Er weist darauf hin, dass auf der betroffenen Früh- und Neugeborenen-Intensivstation vorerst keine Patienten aufgenommen werden können.
Die Erst-Besiedlung wurde aufgrund eines Screenings identifiziert, welches über die gesetzlichen Vorgaben hinaus regelmäßig bei allen Patienten der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation vorgenommen wird. Mit dem Auftreten von weiteren Besiedlungen wurde unmittelbar und vorsorglich das Gesundheitsamt Essen informiert, woraufhin die Screenings nochmals intensiviert und neben den wiederholten Routinebegehungen umgehend zusätzliche Begehungen der Station durch das Gesundheitsamt Essen durchgeführt wurden. Mit Nachweis der VRE-Infektion am heutigen Mittwoch entschied sich das Universitätsklinikum Essen zur sofortigen transparenten Kommunikation, um keine Verunsicherung aufkommen zu lassen.

Zustand des erkrankten Kindes ist stabil

Das erkrankte Kind der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation wird mit Antibiotika behandelt und ist isoliert, sein Zustand ist stabil. Bei den weiteren Kindern wurde eine Besiedlung ohne Infektion nachgewiesen.
In enger Absprache mit dem Gesundheitsamt Essen wurde für die besondere Situation ein detaillierter Maßnahmenkatalog erarbeitet. Darüber hinaus finden über die Begehungen derzeit tägliche Lagebesprechungen der Verantwortlichen der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation, der Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Essen und des Gesundheitsamts Essen statt.
Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sind extrem hartnäckig. Im Rahmen eines konsequenten Vorgehens sind die umfangreichen Hygienemaßnahmen samt der damit verbundenen temporären Schließung der Früh- und Neugeborenen-Intensivstation daher unvermeidbar.

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