Aktivkoksgranulat ging in unmittelbarem Umfeld des Müllheizkraftwerks Karnap nieder
Zwischenfall im Kraftwerk

Am Müllheizkraftwerk in Essen Karnap findet jetzt die Suche nach dem niedergegangenen Aktivkoksgranulat statt, dessen schwarze Stückchen zwischen fünf und zehn Millimeter groß sind.
  • Am Müllheizkraftwerk in Essen Karnap findet jetzt die Suche nach dem niedergegangenen Aktivkoksgranulat statt, dessen schwarze Stückchen zwischen fünf und zehn Millimeter groß sind.
  • Foto: RWE Generation SE
  • hochgeladen von Petra de Lanck

Kleine schwarze Körnchen auf dem Boden halten seit vorgestern die Bürger Karnaps in Atem. Im Müllheizkraftwerk hatte sich ein defekter Filter der Rauchgasreinigungsanlage, die der Müllverbrennung nachgeschaltet ist, zersetzt und Aktivkoksgranulat aus dem Schornstein heraus freigesetzt, das in einem Radius von 200 Metern rund um das Kraftwerk zu Boden ging.

Das schwarze, poröse und zwischen fünf und zehn Millimeter große Aktivkoksgranulat ging vereinzelt im unmittelbaren nördlichen Umfeld des Kraftwerks auf Höhe Am Werthschemm, Beisekampsfurth und Arenbergstraße nieder. Durch seine hohe Dichte ist es relativ schwer.
"Das Umweltamt der Stadt Essen, die Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige Überwachungsbehörde und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) wurden informiert und sind gleich vor Ort gewesen", informiert RWE-Pressesprecher Olaf Winter. Erste Untersuchungen wurden vorgenommen und ein Bürger-Telefon freigeschaltet, das unter der Rufnummer 0201 - 838 63205 Fragen beantwortet und Hinweise zu Granulatfunden aufnimmt.
In den betroffenen Straßen laufen derzeit die Reinigungsarbeiten. Der Spielplatz am Werthschemm wurde bereits gereinigt und die oberste Sandschicht entfernt. Zudem wird sukzessive bei allen privaten Hausbesitzern geklingelt, um auf den Grundstücken nach Granulat zu suchen und dies entfernen zu können.
Das Aktivkoksgranulat sieht dem Granulat, das in den Wintermonaten zum Streuen verwendet wird, sehr ähnlich. "Aus diesem Grunde reinigen wir im Zweifelsfall auch eher zuviel als zuwenig", erklärt Olaf Winter.

Granulat sieht Streusplitt ähnlich

Auch aus dem benachbarten Gelsenkirchen waren bereits besorgte Anrufe eingegangen, die Streusplitt für Aktivkoksgranulat aus dem Kraftwerk hielten.
Das Granulat darf auf keinen Fall in den Mund gelangen, auch ist ein Hautkontakt mit dem Material zu vermeiden. Gemüse aus dem eigenen Garten sollte vor dem Verzehr gründlich abgewaschen werden: "Aktivkoks ist nicht wasserlöslich", betont Winter.
Die LANUV ist derzeit mit der Untersuchung des Stoffes betraut. Analyse-Ergebnisse werden aber erst gegen Ende der Woche erwartet. Die betroffenen Anwohner werden dann unmittelbar von RWE darüber informiert.
"Selbst erfahrenen Kraftwerkern ist das noch nicht untergekommen", kommentiert Olaf Winter den Karnaper Vorfall. Die Anlage werde regelmäßig gewartet. Dennoch hatte der Filter in der Rauchgasreinigungsanlage ein Loch, zersetzte sich und verteilte sich durch den Schornstein.

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