BVB-Sieg reicht nicht: FC Bayern ist Meister - S04 verabschiedet Stevens

Huub Stevens will laut eigener Aussage nie mehr als Trainer arbeiten und sich nun erst einmal erholen. Wegen des Stress' verlor der 65-Jährige, der in der Vergangenheit bereits am Herzen operiert werden musste, einige Kilo.
  • Huub Stevens will laut eigener Aussage nie mehr als Trainer arbeiten und sich nun erst einmal erholen. Wegen des Stress' verlor der 65-Jährige, der in der Vergangenheit bereits am Herzen operiert werden musste, einige Kilo.
  • Foto: Gerd Kaemper
  • hochgeladen von Redaktion Steilpass

Der FC Bayern München ist Deutscher Meister. Spannung im Fernduell mit Borussia Dortmund kam nur kurzzeitig auf. Während auf Schalke nur der Tag nach dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart unterhaltsam war, überschlugen sich die Ereignisse im Kampf um die internationalen Plätze. Der VfL Wolfsburg schoss acht Tore!

In der 50. Spielminute glich Eintracht Frankfurt plötzlich in München gegen den FC Bayern zum 1:1 aus. Unmittelbar zuvor, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, hatte der BVB im weit entfernten Mönchengladbach ein sehr viel diskutiertes Tor zum 1:0 erzielt. Zu dem Zeitpunkt waren somit der FCB und Borussia Dortmund punktgleich. Der Deutsche Rekordmeister wäre in dem Fall nur wegen des besseren Torverhältnisses auf Platz eins geblieben.

Nur fünf schwache FCB-Minuten

Doch die Münchener Bayern schwächelten nur fünf Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit und ließen danach die Muskeln spielen. Wie schon in der ersten Halbzeit, als die Frankfurter Eintracht wiederholt im Glück war, nicht noch höher als 0:1 zurückzuliegen. Nach dem Ausgleich durch die SGE brauchte der Gastgeber nur acht Minuten, um plötzlich 3:1 zu führen.

Als später sogar ausgerechnet Franck Ribéry und Arjen Robben noch trafen, die zum letzten Mal für den FC Bayern aufliefen, war der Kantersieg perfekt - und ebenso die Titelverteidigung.

BVB-Sieg reicht nicht aus

So war der 2:0-Sieg der Dortmunder in Mönchengladbach im Parallelspiel (fast) nur Makulatur. Natürlich betonten die Verantwortlichen des BVB (zu Recht), dass die Saison eine sehr gute gewesen sein. Angesichts von 76 Punkten eine völlig legitime Behauptung.

Dennoch schwebt auch über das Saisonende hinaus der Neun-Punkte-Vorsprung, den der BVB zwischenzeitlich auf den FCB hatte. Nach 34 Spielen sind es nun zwei Zähler Rückstand. Auch, weil der alte und neue Deutsche Meister eine der erfolgreichsten Rückrunden der Vereinsgeschichte spielte.

Leverkusen ballert sich noch in die Champions League

Erfolgreich war der Schlusspunkt von Bayer Leverkusen. Zum einen, weil das Team von Trainer Peter Bosz mit 5:1 in Berlin gegen die Hertha gewann. Zum anderen, weil die Leverkusener dank der Niederlage von Borussia Mönchengladbach noch auf Platz vier sprangen und somit in der kommenden Saison in der Champions League spielen dürfen. Nach der Hinrunde war das Bayer-Team noch auf Patz neun und hatte sieben Punkte Rückstand auf den Platz, den es jetzt belegt.

Dass die Frankfurter, die selbst noch bis vor wenigen Wochen auf Platz vier standen, nicht noch komplett auf Rang acht durchgereicht wurden, haben sie dem FSV Mainz 05 zu verdanken. Der gewann nach 0:2-Rückstand gegen die TSG Hoffenheim noch 4:2 - auch, weil die Gäste kurz vor der Halbzeitpause einen Platzverweis hinnehmen mussten. So verpasste die TSG es, mit einem Sieg selbst noch auf Rang sieben zu springen und in die Europa League einzuziehen.

VfL Wolfsburg zerlegt peinlichen FC Augsburg in seine Einzelteile

Als wenn diese Spiele nicht schon genug Spektakel boten, übertraf der VfL Wolfsburg noch einmal alles. 8:1 gewannen die „Wölfe“ zum Abschied von Trainer Bruno Labbadia gegen den FC Augsburg und schossen sich somit in die Europa League, indem sie Sechster wurden. Als Labbadia nach Niedersachsen gekommen war, hatte er den VfL zunächst vor dem Abstieg in die 2. Liga bewahrt, um sich und dem Team nun wohl das beste Abschiedsgeschenk zu machen.

Abschied nahm der FC Schalke 04 vor dem Anpfiff gegen den VfB Stuttgart von Sascha Riether und Jeffrey Bruma. Letzterer, weil der Klub nicht die Kaufoption beim vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Abwehrspieler zog. Riether, weil er nach 17 Profi-Jahren seine Spieler-Karriere beendete.

Schalke verpflichtet Michael Reschke als Kaderplaner

Nach dem Spiel wurde dann vor allem Huub Stevens von den Fans gefeiert - obwohl er nach seinem Antritt nur ein einziges Spiel gewinnen konnte. Ausgerechnet das in Dortmund (4:2) gegen den BVB, was wohl zum einen den S04 vor der Relegation bewahrte und gleichzeitig noch den Dortmundern die Meisterschaftsträume zerstörte. Ansonsten gab es nichts auf Schalke zu Feiern. Das 0:0 zum Abschluss gegen den VfB Stuttgart passte zu einer katastrophalen und uninspirierten Saison.

Unterhaltsamer war da schon der Sonntag danach, als die Königsblauen gleich drei Mitteilungen machten. Zum einen wurde Michael Reschke als Technischer Direktor (Kaderplaner) offiziell bekanntgegeben, nachdem sich schon Wochen zuvor die Gerüchte hartnäckig über seine Verpflichtung gehalten hatten. Zum anderen bekam Linksverteidiger Jonas Carls aus der U23 einen Profi-Vertrag sowie der dritte Torhüter der Profis, Michael Langer, einen neuen Kontrakt, der bis 2021 gültig ist. Der bisherige wäre am 30. Juni diesen Jahres ausgelaufen.

SC Paderborn steigt direkt auf

Langer, Carls und Co. werden in der kommenden Saison übrigens unter anderem dem 1. FC Köln und dem SC Paderborn gegenüberstehen. Die Kölner schafften den direkten Wiederaufstieg, während der HSV in der 2. Liga bleiben muss. Eventuell zieht mit Union Berlin sogar noch ein Zweitligist nach. Die Hauptstädter treffen in der Relegation auf den VfB Stuttgart.

Dass der SC Paderborn direkt aufsteigt, hat er auch dem VfL Bochum zu verdanken. Denn der SCP verlor 1:3 bei Dynamo Dresden. Hätte Union Berlin in Bochum gewonnen, wären sie an den Paderbornern in der Tabelle vorbeigezogen. Doch der VfL hatte das Spiel 80 Minuten lang im Griff und führte 2:0. Spannung kam trotzdem nochmal auf, als die Gäste aus Berlin kurz vor Schlusspfiff ausgleichen konnten. Ein Tor mehr und Union hätte über den direkten Aufstieg jubeln können.

Die jüngste Historie der Paderborner ist dabei ein Blick wert. Denn in den vergangenen Jahren wurden die Ostwestfalen von der 1. bis in die 3. Liga direkt Jahr für Jahr durchgereicht - ehe es danach sofort genau umgekehrt lief. 

Der vorerst letzte Zweitliga-Auftritt vom MSV Duisburg endete mit einer Niederlage. 0:3 hieß es im Auswärtsspiel gegen den HSV.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen