S04 mit Negativrekorden zum Klassenerhalt - BVB stolpert erneut

Suat Serdar (am Ball) vom FC Schalke 04 versucht sich gegen drei Spieler vom FC Augsburg durchzusetzen. Am Ende trennten sich beide Teams 0:0 unentschieden.
  • Suat Serdar (am Ball) vom FC Schalke 04 versucht sich gegen drei Spieler vom FC Augsburg durchzusetzen. Am Ende trennten sich beide Teams 0:0 unentschieden.
  • Foto: Gerd Kaemper
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Der FC Schalke 04 hat am 32. Spieltag den Klassenerhalt gesichert. Mal wieder allerdings eher nur wegen der Leistung anderer. Dagegen kann der FC Bayern München nächste Woche die Deutsche Meisterschaft erfolgreich verteidigen. Der BVB gab eine sichere Führung in Bremen aus der Hand.

Acht Heimspiele ohne einen eigenen Treffer - das gab es bislang in der Vereinsgeschichte vom FC Schalke 04 noch nie. Bis zum 5. Mai 2019. Die „Knappen“ spielten gegen den FC Augsburg nur 0:0. Zwar gab es tatsächlich Torchancen für die Königsblauen, die einen Sieg verdient gehabt hätten. Insgesamt war die Darbietung aber bieder. Spielwitz, Tempo und Kreativität im Ballbesitz waren mal wieder fast Fehlanzeige.

Schalke bei Heimspielen so ungefährlich wie noch nie

Das 0:0 sorgte noch dazu, dass keines der vergangenen sieben Liga-Heimspiele gewonnen werden konnte. Damit ist ein Negativrekord aus der Saison 1992/1993 immerhin eingestellt. Übertroffen werden kann er am 34. Spieltag, wenn der S04 noch den VfB Stuttgart empfängt.

Doch nicht nur das. Die Punkteausbeute von Schalke war noch nie seit der Drei-Punkte-Einführung so schlecht wie in dieser Saison. Der bisherige Tiefstwert lag bei 39 Punkten aus der Saison 1999/2000. Selbst bei noch zwei ausstehenden Spielen können die „Knappen“ diese Zahl nicht mehr erreichen. Aktuell stehen sie bei 31 Zählern.

VfB Stuttgart muss wohl in die Relegation

So passt es dann auch, dass der Klassenerhalt trotz dieser erschreckend niedrigen Zahl vorzeitig eingefahren werden konnte, weil der VfB Stuttgart in Berlin 1:3 gegen die Hertha verlor. Die Schwaben stehen auf dem Relegationsplatz 16 und haben nun sieben Punkte Rückstand auf den S04. Der enttäuschte nach dem Derbysieg eine Woche zuvor - mal wieder. Im Sommer steht den Verantwortlichen sehr viel Arbeit bevor. Diese müssen nun nur noch bestimmt werden.

Den Vorschlägen von Sportvorstand Jochen Schneider für Trainer (David Wagner), Sportdirektor (Markus Krösche) und Kaderplaner (Michael Reschke) trat der Aufsichtsrat am Sonntag laut übereinstimmenden Medienberichten mit Skepsis gegenüber. Einzig bei Wagner könnte in naher Zukunft Vollzug gemeldet werden.

BVB verspielt 2:0-Führung und wohl auch die Meisterschaft

Der BVB erstickte hingegen die Diskussionen um Trainer Lucien Favre sofort im Keim. Borussia Dortmund verspielte in Bremen mal wieder eine Führung. Dieses Mal ging die Partie trotz eines 2:0-Vorsprungs 2:2 aus. Da der FC Bayern München glanzlos 3:1 gegen Hannover 96 gewann, hat er nun vier Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus dem Revier. Ist die Meisterschaft nun entschieden?

Die Dortmunder hatten im Weserstadion furios begonnen und die ersten 25 Minuten dominiert. Doch spätestens in der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt. Dass der BVB nur Remis spielte, muss er sich unter dem Strich dann sogar komplett selbst auf die eigene Fahne schreiben. Denn erst ließ Torwart Roman Bürki einen harmlosen Schuss durch die Arme und Beine zum Anschlusstreffer gleiten. Später stellte sich dann Ersatzkapitän Manuel Akanji an der Grundlinie schlecht gegen Ludwig Augustinsson an, der so überhaupt nur die Möglichkeit bekam, das 2:2 durch den eingewechselten Claudio Pizarro vorzubereiten.

Spannung pur zwischen Platz vier und acht

Wesentlich spannender ist hingegen der Kampf um die Plätze vier bis sieben. Der Viertplatzierte Eintracht Frankfurt hat mit 54 Punkten nur drei Zähler Vorsprung vor dem Tabellenachten TSG Hoffenheim, der trotz zahlreicher Chancen einen Kantersieg beim Tabellensechsten aus Mönchengladbach verpasste und „nur“ 2:2 spielte. So wäre die TSG derzeit nicht für ein internationales Geschäft qualifiziert.

Apropos Kantersieg: Dass es im Kampf um den vierten Champions-League-Platz so eng zugeht, liegt nun mit daran, dass die Frankfurter Eintracht in Leverkusen ein Debakel erlebte. Die Bayer-Elf gewann mit sage und schreibe 6:1! Dabei waren alle Treffer schon in der 36. Spielminute erzielt. Noch nie fielen in einer ersten Halbzeit bis zu diesem Zeitpunkt so viele Tore. Rekord!

Bayer Leverkusen mit Bundesliga-Rekord gegen Eintracht Frankfurt

Während die Leverkusener sich in einen Rausch spielten und sogar in der zweiten Halbzeit den Sieg hätten höher ausbauen können, ja sogar müssen, war die SGE wohl noch zu sehr mit den Beinen und Köpfen im Europa-League-Halbfinale gegen den FC Chelsea. Die Frankfurter stehen nun nur noch aufgrund des etwas besseren Torverhältnisses vor den punktgleichen Leverkusenern.

Ähnlich verrückt verläuft der Endspurt in der 2. Liga. Von Platz bis Rang acht verloren alle (!) Teams! Der Tabellenerste aus Köln spielt noch am Montagabend. Rundet er das schwache Ergebnis ab? Gewinnen die Kölner in Fürth, stehen sie als erster Aufsteiger fest. Die anderen aus Paderborn, Berlin, Hamburg sowie eventuell noch aus Heidenheim und St. Pauli haben noch Hoffnungen bei dem Schneckenrennen.

MSV Duisburg steckt nicht auf und überrascht in Kiel

Die Hoffnungen auf den Ligaverbleib haben die Duisburger anscheinend noch nicht aufgegeben. Bei Holstein Kiel gelang ein überraschender 2:0-Auswärtssieg, wodurch die „Störche“ es verpassten, doch noch in den Aufstiegskampf einzugreifen. Der MSV ist zwar weiterhin Tabellenletzter, kann aber noch den Relegationsplatz 16 erreichen. Der ist allerdings erstens fünf Punkte entfernt und zweitens steht dort der FC Ingolstadt, der nicht nur wegen seines 3:0-Sieges in Hamburg eine sehr gute Form hat.

Dass den Relegationsplatz nicht mehr der Aufsteiger FC Magdeburg belegt, liegt auch am 4:2-Sieg der Bochumer gegen den FCM. Nach einer noch ereignisarmen ersten Halbzeit wusste vor allem der eingewechselte Tom Weilandt zu überzeugen, der sein Comeback feierte und zwei Traumtore erzielte. Durch den elften Saisonsieg stehen die Bochumer nun zehn Punkte vor dem Ab- und elf Punkte hinter dem Aufstieg. Für solche Statistiken wurde wohl der Durchschnitt erfunden.

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