Steilpass-Rückblick
Schalker Befreiungsschlag und BVB nutzt Bayern-Patzer

Mark Uth (r.) erzielte für den S04 gegen Hannover 96 seinen ersten Treffer und trug mit einer guten Leistung zum verdienten Heimsieg entscheidend bei.
  • Mark Uth (r.) erzielte für den S04 gegen Hannover 96 seinen ersten Treffer und trug mit einer guten Leistung zum verdienten Heimsieg entscheidend bei.
  • Foto: Gerd Kaemper
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Gegen Hannover 96 schoss der S04 fast so viele Tore wie in den neun Bundesliga-Partien zuvor zusammen. Die Tormaschine BVB gab sich in Wolfsburg minimalistisch, während der Deutsche Rekordmeister Bayern München einen neuen Tiefpunkt erreicht hat. Derweil stoppten furiose Hoffenheimer die zuletzt so starken Leverkusener und RB Leipzig ist weiter nicht aufzuhalten.

„Ich will nicht wissen, was hier los gewesen wäre, wenn wir heute nicht gewonnen hätten.“ Schalkes Sportvorstand Christian Heidel gab nach dem 3:1 (0:0)-Heimsieg gegen Hannover 96 Einblick in das königsblaue Seelenleben und ergänzte: „Wir müssen sehen, wo wir herkommen. Nach den ersten fünf Spielen hatten wir null Punkte. Aus den nächsten fünf haben wir nun zehn Zähler gesammelt.“

S04-Manager Christian Heidel über Sieg sehr erleichtert

Nicht nur das: Nach bisher nur fünf erzielten Toren trafen die Schalker nun dreimal in nur einem Spiel. Durch den dritten Saisonsieg verschafften sich die Königsblauen zumindest etwas Luft zu den Abstiegsplätzen, wenngleich der Rückstand zu den Europa-League-Plätzen noch immer knackige sieben Zähler beträgt.

Auf Schalke bestimmten dabei aber zunächst die Gäste die ersten 20 Minuten lang das Geschehen - ohne allerdings gefährlich zu werden. Danach übernahmen die Schalker das Zepter und hätten bereits zur Halbzeitpause führen müssen. Doch ein Abseitstor von Mark Uth wurde ebenso zurückgenommen, wie auch ein Elfmeterpfiff für den S04-Stürmer, nachdem der Video-Schiedsrichter eingriff. Zudem vergab Uth einmal freistehend vor dem gegnerischen Tor.

Mark Uth erzielt erstes Tor für Schalke

In der zweiten Halbzeit belohnte sich der bis Samstag noch torlose Neuzugang, als er kurz vor Abpfiff das 3:1 erzielte. Zuvor hatte er schon einen Elfmeter herausgeholt, der zum 1:0 geführt hatte. Einzig bei der zufälligen Doping-Kontrolle nach der Partie lief es für den deutschen Nationalspieler nicht (sofort), so dass er fast zwei Stunden nach Abpfiff erst den Journalisten Rede und Antwort stehen konnte.

Bildergalerie zum S04-Spiel gegen Hannover 96

Ganz so spektakulär machte es Borussia Dortmund dieses Mal nicht. Wobei der 1:0 (1:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg bei konsequenterer Chancenverwertung auch hätte höher ausfallen können. So beließ es die gefährlichste Offensive der Bundesliga (30 Tore) aber bei nur einem Treffer durch Marco Reus, der zum siebten Saisonsieg reichte.

BVB unter Lucien Favre mit neuem Rekord

Übrigens: Für den BVB war es das 15. Pflichtspiel der Saison und das ohne eine einzige Niederlage. Trainer Lucien Favre sorgte somit für einen neuen Startrekord. Zugleich wurde der Vorsprung auf den vermeintlich größten Rivalen aus München vor dem direkten Duell in einer Woche auf vier Punkte vergrößert.

Der FC Bayern patzte überraschend gegen den SC Freiburg und kam nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Die Gäste glichen erst in der 89. Spielminute aus, wobei der FCB selbst auch erst in Person von Serge Gnabry neun Minuten zuvor getroffen hatte.

Historischer Patzer vom FC Bayern gegen SC Freiburg

Historisch war das 1:1 allemal. Die Freiburger punkteten erstmals seit seit Mai 1997 in München. Damals blieb das Spiel vor allem deswegen in Erinnerung, weil Jürgen Klinsmann bei seiner Auswechslung in einer Werbetonne trat. Doch nicht nur das.

Der FC Bayern München ist seit vier Pflicht-Heimspielen ohne Sieg. Eine solch lange Serie gab es seit 17 (!) Jahren nicht mehr. Vor dem 1:1 gegen Freiburg spielte das Team von Trainer Niko Kovac 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach, 1:1 gegen Ajax Amsterdam und 1:1 gegen den FC Augsburg. Deswegen, und wegen der alles andere als dominanten Spielweise, mehren sich die kritischen Stimmen gegen Kovac.

Furioses TSG Hoffenheim stoppt furioses Bayer Leverkusen

Die gegen Heiko Herrlich könnten nun auch wieder lauter werden. Wochenlang war darüber diskutiert worden, wer sein Nachfolger in Leverkusen wird. Dann gewann die Bayer-Elf in der Bundesliga 6:2 in Bremen und wenige Tage danach 5:0 im DFB-Pokal in Mönchengladbach. Doch an diesem Wochenende dann wieder die große Tristesse: 1:4 (1:2) gegen die TSG Hoffenheim. Während die TSG somit weiter an den internationalen Plätzen schnuppert, geht der Leverkusener Blick eher wieder Richtung Tabellenkeller.

Am meisten Eindruck macht aber nach wie vor RB Leipzig. Nicht nur, weil ein souveräner 3:0 (1:0)-Auswärtssieg gegen Hertha BSC eingefahren wurde. Es war das sechste (!) Pflichtspiel in Folge ohne Gegentreffer. In diesem Zeitraum gewannen die Leipziger viermal und schossen insgesamt 13 Treffer. Der Lohn für den starken Lauf ist Tabellenplatz vier, mit nur einem Zähler Rückstand auf Platz zwei.

MSV Duisburg feiert ersten Heimsieg

Belohnt hat sich auch der MSV Duisburg. Endlich, ist der MSV-Fan geneigt zu sagen, gelang ein Heimsieg. Zuvor gingen alle fünf Heimspiele verloren. Gegen den SC Paderborn gelang ein 2:0 (1:0)-Heimsieg (hier geht es zum ausführlichen Spielbericht), der die Woche krönte, nachdem die „Zebras“ auch im DFB-Pokal erfolgreich waren. Trotz des zweiten Saisonsieges bleiben die Duisburger aber Tabellenvorletzter.

Der VfL Bochum ist Tabellenachter, könnte mit vier Zählern mehr auf einem Aufstiegsplatz stehen. Kassierte der VfL vor einer Woche trotz 3:1-Führung gegen Regensburg in der Nachspielzeit den 3:3-Ausgleich, mussten die Bochumer dieses Mal den 2:2-Ausgleich in Fürth erneut in der Nachspielzeit hinnehmen.

Am Sonntagabend wurde das DFB-Pokal-Achtelfinale ausgelost:

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