Bürgerreporterin des Monats Februar: Sabine Schemmann aus Bochum

BürgerReporterin des Monats Februar: Sabine Schemmann
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Im letzen Jahr hat Sabine Schemmann den Lokalkompass für sich entdeckt und schreibt seitdem viele Beiträge. Sie gibt ganz persönliche Einblicke in ihr Leben, geht aufmerksam durch ihre Stadt und zeigt sich auch gern von ihrer humorvollen Seite. Wir freuen uns, dass Frau Schemmann unseren Lokalkompass mit vielen sensiblen Themen und aufmerksamen Berichten bereichert. Und hier ihre Antworten auf unsere Fragen:

1. Stellen Sie sich kurz vor: Wer sind Sie?

… „und wenn ja, wie viele?“ Die Frage, wer ich bin, stelle ich mir selbst sehr oft. Sie ist nicht einfach zu beantworten, da man doch eigentlich beständig auf der Suche nach sich selber ist. Wer ist man wirklich?
Dem Namen nach bin ich Sabine Schemmann. Ich zähle noch so eben zu denen unter 50, bin verheiratet und teile mit dem Mann, der vor vielen Jahren versprochen hat, für den Rest seines und meines Lebens zu mir zu halten, das Hobby, zwei Söhne groß zu ziehen. Sie sind dadurch auch wirklich groß geworden und sind jetzt 12 und 14 Jahre alt, also schon recht eigenständig, was den Eltern wieder Freiraum gibt.
Von meiner Ausbildung her bin ich Landschaftsarchitektin. Durch diese Tätigkeit kam ich nach Bochum. Eine gemeinsame Projektarbeit zwischen einem Darmstädter Architekturbüro und einem Bochumer Planungsbüro führte zu einem Arbeitsplatzangebot in jenem Bochumer Büro, das meinem Interessengebiet näher lag.
Mittlerweile bin ich schon etliche Jahre nicht mehr im Beruf, da wegen der seinerzeit einbrechenden Auftragslage Arbeitsplätze abgebaut werden mussten und die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz wegen der Kinder mit zu vielen Hürden verbunden war. Irgendwann ist man dann völlig raus.

2. Warum sind Sie beim Lokalkompass?

Ich war in Bochum von Anfang an dabei, weil ich sehr gerne schreibe und die neue Einrichtung sehr spannend fand. Bis dahin habe ich all die Schüler beneidet, die das ZEUS-Zeitungsprojekt der WAZ mitmachen konnten. Warum immer nur für Schüler?", habe ich gedacht und da kam Lokalkompass.

Im Juni letzten Jahres kam er tatsächlich wie gerufen, weil ich es als aktives Mitglied im Bochumer Bündnis gegen Depression aktuell sehr unpassend fand, keinen unmittelbaren Einfluss auf die Berichterstattung der Presse zu haben und sich als Verein nicht selbst so darstellen zu können, wie es den eigentlichen Zielen entspricht: nämlich Wert darauf zu legen, dass sich neben den Experten vor allem auch Betroffene engagieren. Das wurde damals in der Berichterstattung nicht vermittelt und da war klar, ab jetzt wird einfach selbst geschrieben und berichtet, und das tue ich nach Möglichkeit.

3. Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt?

Wieder keine einfache Frage, weil ich Bochum lange Zeit nicht als meine Heimat ansehen konnte. Ich komme ursprünglich aus einer hessischen Kleinstadt und habe in Bochum viele Jahre die freie Landschaft mit ihrer Weite und der guten Luft vermisst. Mittlerweile habe ich dann aber doch einen positiveren Blickwinkel entwickeln können. Ich hangele mich mit der Familie auf den Radwegen durch die schmalen Grünflächen, mag das Stadtparkviertel, suche gerne den Ümminger und den Kemnader See auf und finde es inzwischen schön, aus dem kulturellen Angebot zu schöpfen. Spontan zu sagen, ich nutze einen Kurs der VHS, einen Vortrag hier, ein Konzert dort und vor allem auch den Töpfermarkt in Wattenscheid als jährlichen Höhepunkt, das hat schon etwas für sich. Inzwischen fühle ich mich doch gut aufgehoben.

4. Was ist Ihr liebstes Thema?

Ich glaube, ein liebstes Thema gibt es gar nicht. Ich bin eigentlich sehr vielseitig interessiert und die Themen wechseln einfach je nach Aktualität.
Ein sehr wichtiges Thema ist für mich allerdings die Verbesserung der Patientenrechte speziell in Psychotherapien. Momentan steht der Patient eher ziemlich schutzlos da, weil alle Rechte beim Behandelnden zu liegen scheinen und das darf so nicht bleiben. Der ethische Aspekt des Miteinanders ist gerade hier sehr wichtig. Wie gehen die Parteien miteinander um und wann endet die Verbindung in einer Schädigung des kranken Menschen? Diese Problematik muss sehr ernst genommen werden. Meiner Erfahrung nach findet sie viel zu wenig Gehör.

5. Was ist Ihr liebstes Hobby?

Mein liebstes Hobby war lange Zeit neben der Gartengestaltung und der Gartenarbeit das Klavierspiel. Ich habe es mir in der Studienzeit selbst beigebracht, weil ich es von Kind an lernen wollte. Durch eine schädigend verlaufene Behandlung bin ich leider völlig blockiert, was den Zugang zur Musik und zu meinen Hobbys betrifft. Ich hoffe, dass die Freude irgendwann wiederkommt.

6. Was gefällt Ihnen am Lokalkompass?

Das Schöne ist, wie schon gesagt, dass man selbst frei schreiben kann. Früher habe ich öfter mal Leserbriefe verfasst, in der Hoffnung, dass sie abgedruckt werden. Da kam es immer darauf an, in möglichst wenigen Worten das Wesentliche zu vermitteln. Das kann wertvoll sein, ist aber nicht meine Form, mich schriftlich auszudrücken. Ich spiele gern mit Worten und mit Sätzen und bastele so lange, bis sie Musik ergeben. Die Sätze müssen flüssig sein und in sich klingen, damit man einen Text gut lesen kann. Diese Möglichkeit des freien Ausdrucks ist per Lokalkompass gut möglich. Man muss sich nicht beschränken und kann frei überlegen, welchem Thema man sich widmen möchte. Es ist ein Internetportal der freien und der ungeahnten Möglichkeiten.

7. Was gefällt Ihnen nicht am Lokalkompass?

Ups, gibt es da irgendwas? Meine Wünsche zur Verbesserung habe ich bereits per Wunschzettel vermittelt. Schön wäre noch, seine Berichte auf der eigenen Seite in Kategorien sortieren zu können, damit man nicht so lange suchen muss, bis man einen Bericht wieder gefunden hat, den man spontan sucht.
Was ein wenig stört ist, dass die Kommentare zu Berichten durch den Werbeblock getrennt sind. Ich weiß nicht, ob jeder Leser registriert, dass auch Kommentare eingestellt sind, weil man die Werbung als Ende des Berichtes ansieht, dem nichts mehr folgt. Und die Handhabung beim Verfassen und Gestalten von Berichten dürfte etwas komfortabler werden. Ansonsten: Alles prima!

8. Haben Sie bereits jemanden aus dem Lokalkompass getroffen?

Naja, ich wurde ja getroffen, weil ich das Glück hatte, unter den Neuanmeldungen für den Besuch des Landtags ausgelost zu werden. Wir waren zu viert. Die damals im Bus neben mir sitzende Bürgerreporterin treffe ich manchmal auf dem Markt in Riemke. Das ist dann nett. Inzwischen weiß ich auch, dass jemand von den anderen Aktiven ganz in meiner Nähe wohnt. Über den Weg gelaufen sind wir uns aber bislang noch nicht.

9. Was ist Ihr Lebensmotto?

Das habe ich irgendwo auf meinem Lebensweg verloren. Ich muss es erst mal wieder finden. Vielleicht, dass man sich nicht unterkriegen lassen darf, besonders dann nicht, wenn andere möchten, dass man schweigt, wo nicht geschwiegen werden darf.
Es gibt da einen schönen Spruch, den man sich zum Motto machen könnte: „Wer der Sonne entgegen geht, lässt die Schatten hinter sich.“ Dieser Spruch macht Mut, auch wenn er traurigerweise eigentlich aus einer Todesanzeige stammt.

10. Welche Frage wollten Sie schon immer mal in einem Interview beantworten, die aber noch nie gestellt worden ist?

Bei dieser Frage über eine Frage muss ich definitiv kapitulieren. Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich nie im Leben damit gerechnet hätte, jemals einem Interview über den Weg zu laufen.

Autor:

Lokalkompass .de aus Essen-Süd

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