Fast wie bei Loriot

Peter-Maria Anselstetter meistert geduldig jede neue Einstellung.
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  • Peter-Maria Anselstetter meistert geduldig jede neue Einstellung.
  • hochgeladen von Michael Hoch

„Bitte nochmal, Konzentration. Den Schein bitte etwas höher. Und Ruhe. Kamera läuft.“ Es war fast wie bei Erwin Lindemann, dem Lottogewinner im Loriotsketch. In einer ganz normalen Mietswohnung wurde eine Einstellung für einen Kurzfilm gedreht und Szenen im Detail wiederholt - mitten in Rüttenscheid.

Man sieht seine Anspannung im Gesicht. Peter-Maria Anselstetter, Schauspieler und Theaterleiter (Theater Courage) sitzt schon seit drei Stunden auf einem Sofa mit einem Lottoschein in der Hand. Die Haare sind zu einem Seitenscheitel gekämmt. Er trägt ein frisch gebügeltes Hemd und eine farblich abgestimmte Krawatte.
Nichts ist zufällig. Das Licht muss stimmen, der Hintergrund, Ton, der Gesichtsausdruck, das „Kostüm“, der Bildausschnitt. Da ist Geduld gefragt. Ein unsauberes Detail und die ganze Arbeit war umsonst.
Der Rüttenscheider Christopher Schluchtmann drehte seinen Abschlussfilm für das GSO, das Kölner Georg-Simon-Ohm-Berufskolleg für Informations- und Kommunikations - und Medientechnik. Schluchtmanns Ziel: Mediengestalter für Bild und Ton. Aus drei vorgegebenen Themen suchte er sich „Pech gehabt“ aus und erfand dazu die entsprechende Geschichte.

Filigranes Getüftel

Jetzt noch schnell die Akkus wechseln und weiter gehts. Filigranes Getüftel für fünf Sekunden Dreh.
Anselstetter mimt einen Lottogewinner mit sechs Richtigen. Für eine komplexe Geschichte mit großem Handlungsstrang bleibt keine Zeit. Es ist ein Kurzfilm. Keine leichte Aufgabe und eine echte Herausforderung.
„Ich muss in nur fünf Sekunden meine ganze Freude und Erleichterung über einen Lottogewinn zeigen. Das ist das Schwierigste am ganzen Film“, sagt der Schauspieler.
Aber „gelernt ist gelernt“, fügt er hinzu und nimmt nach einer kurzen Umbaupause wieder Platz auf dem Sofa, an genau der selben Stelle.
Und auch die Haare müssen genauso sitzen, auch wenn einen Tag später weitergedreht wird. Da darf zum Beispiel auch das Hemd nicht zerknittert sein. Jeder Kaffeefleck in den Drehpausen wäre da fatal. Peter-Maria Anselstetter meistert die Aufgabe mit Bravour. Und die Szene auf dem Sofa ist nur ein kleiner Teil. Denn einige Tage später geht es nach draußen, zu einem Kiosk an der Frankenstraße, gemeinsam mit Gabi Dauenhauer (ebenfalls bekannt aus dem Theater Courage als Schauspielerin und künstlerische Leiterin), die die Kioskverkäuferin spielt.
Nach einer Woche ist alles im Kasten. Christopher Schluchtmann und alle Beteiligten sind sehr zufrieden. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Weitere Erlebnisberichte der Beteiligten demnächst hier.

Autor:

Michael Hoch aus Düsseldorf

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