Meine Hood: Urwald im Großstadt Dschungel

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  • Foto: Ben Mathis, www.benmathis.de
  • hochgeladen von Iris Elsen

Vor ein paar Wochen noch dachte ich: Was soll denn das Gerüst da? Und wieso um alles in der Welt bekommt dieses Haus jetzt einen derart merkwürdigen Anstrich? Gestreift in, Entschuldigung, echt unmöglichen Farben!

Tag für Tag fahre ich daran vorbei und nach kurzer Zeit wird es mir klar: Hier entsteht ein tolles Fassadengemälde. Ein Baum - nein, ein ganzer Wald. Ein Dschungel.

Tag für Tag, Stunde um Stunde sehe ich diesen Mann auf dem Gerüst sein Kunstwerk verfeinern. Ja richtig - es ist immer nur einer zu sehen. Für das ganze riesengroße Haus.

Respekt denke ich mir - da hat er sich was vorgenommen!

Und plötzliche, vor ein paar Tagen:
„Pakagei“ ruft meine Tochter.
Wir sehen lauter Tiere, wie sich das für einen Dschungel gehört! Einen Affen kann ich noch gerade erkennen, da schlägt die Ampel auch schon um.

Gestern, gestern endlich steht der junge Mann mal nicht auf seinem Gerüst. Er bewegt sich zur Mitte der Fahrbahn, wohl um sein Werk aus der Ferne zu begutachten. Die rote Ampel hat endlich mal einen Sinn – ich kann mein Fenster runter machen und rufen „Es ist soooo wunderschön!“ Verdutzt aber erfreut lächelt er mich an und sagt „Danke.“

Ben Mathis, 1977 in Düsseldorf geboren, freischaffender Künstler – wie ich später erfahre. http://www.benmathis.de
Vor 3 Monaten hat er sein Studium zum Apotheker beendet, welches eine wirkliche Herausforderung für ihn gewesen ist. Da sei dies hier, er zeigt auf die Fassade hinter sich, nichts gegen.
Sein Auftraggeber ist der Hauseigentümer Michael Curth und Initiator des Projektes „Rescue Amazonian Rainforest“ (http://www.rescue-amazonian-rainforest.com) ließ ihm absolut freien Raum für die Umsetzung dieses Kunstwerkes. „Da gehe ich auch keine Kompromisse ein,“ so Ben.

Sonntag muss er fertig sein, denn Montag wird das Gerüst abgebaut.

Bis dahin hat er weit über 300 Stunden Zeit investiert, 90 Liter Streichfarbe und fast 200 Sprühdosen verbraucht. Oder war das die Anzahl der getrunkenen Tassen Tee?

Ganz ehrlich, mein Herz geht auf wenn ich dieses Kunstwerk sehe. Vielleicht weil langsam die graue und kalte Jahreszeit Einzug hält und es bald nur noch trüb und dunkel sein wird. Vielleicht aber auch nur aus Freude darüber, dass ein Mensch in der Lage ist etwas so schönes zu schaffen und es öffentlich mit uns allen teilt.

Danke dafür Ben!
Und danke auch an Herrn Michael Curth.

(Bald folgt dann auch ein Bild ohne Gerüst!)

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Kurz vor der Fertigstellung
Autor:

Iris Elsen aus Essen-Süd

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