Mit Herzblut am Herd - Unterstützung für das Küchenteam der Kita am Brandenbusch

Nadine Bartels und ihr Betreuer Niko Gosepath in der Küche des Familienzentrums am Brandenbusch in Bredeney.
Foto: P. de Lanck
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Nadine Bartels formt Fleischbällchen. Das macht sie perfekt: alle sind gleich groß und haben auf dem Blech haargenau denselben Abstand zueinander. Die Küche der Kita am Brandenbusch ist Nadines Reich. Hier arbeitet die geistig behinderte junge Frau mit dem Koch der Einrichtung, Martin Abts, und ihrem Betreuer Niko Gosepath eng zusammen und lernt so Tag für Tag, was es heißt, in einem Beruf zu bestehen.

Unglaublich jung sieht sie aus. Dabei ist Nadine Bartels tatsächlich bereits 26 Jahre alt - und sie strahlt über das ganze Gesicht. Ihr Arbeitsplatz ist seit knapp eineinhalb Jahren die von der Diakonie geführte Kita und Familienzentrum am Brandenbusch in Bredeney.
Im September 2015 begann sie das Eingangsverfahren im Berufsbildungsbereich in der Werkstatt Kray der GSE Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen Essen. Nach 14 Tagen wechselte sie bereits ins Praktikum in der Kita am Brandenbusch. Mit der Einrichtung konnte daraufhin ein Beruflicher Bildungsplatz vereinbart werden und seither wird Nadine Bartels peu à peu mit den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes vertraut gemacht.

Beruflicher Bildungsplatz

Dass sie dort irgendwann einmal alleine bestehen kann, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die GSE stellt Nadine eine 1:1 Betreuung durch Niko Gosepath zur Seite. Der 22-Jährige unterstützt seinen Schützling, wo er nur kann. Und Nadine genießt die Nähe ihres Betreuers, der für sie zusammen mit Koch Martin Abts eine sichere Bank im Arbeitsalltag bedeutet. "Feste Rituale sind für Nadine enorm wichtig", erklärt Kita-Leiterin Kathrin Becker, die die engagierte Küchenhilfe täglich in ihrem Element erlebt. Hände waschen, Schürze umbinden, feste Pausen haben und dann vielleicht auch mal mit den anderen eine Runde Memory spielen, dies alles strukturiert Nadines Tag.
Stefanie Berberich, stellvertretende Leiterin des Zentralen Integrationsmanagements der GSE, freut sich, eine kontinuierliche Steigerung bei ihrem ehemaligen Schützling festzustellen: Von Tag zu Tag verbessert sie sich im praktischen Bereich und wird auch ein wenig selbstsicherer." Stefanie Berberich sieht betriebsintegrierte Arbeitsplätze als "Türöffner zur anderen Seite" - in den Arbeitsmarkt. "36 Praktika haben wir allein im Berufsbildungsbereich im vergangenen Jahr vermitteln können." Die gesamte Maßnahme umfasst zwei Jahre.
Bernhard Munzel, Pressereferent der Diakonie, die die Einrichtung am Brandenbusch führt, freut sich, die gute Sache unterstützen zu können: "Es ist nicht immer leicht für alle, aber das ist es wert." Im Arbeits- und Beschäftigungsbereich können GSE und Diakonie bereits auf etliche erfolgreiche gemeinsame Projekte zurückblicken.
Auch die Kinder der integrativen Kita haben sich schnell an Nadine gewöhnt, die auch mal das Essgeschirr in die Gruppen bringt. Ansonsten ist aber die Küche ihr geschützter Raum. Dort singt sie gerne zwischendurch mit Koch und Co - am liebsten Schlager. Ansonsten bestückt sie die Spülmaschine, schnippelt Gemüse oder rollt Königsberger Klopse fürs Mittagessen: gleich groß, perfekt und glücklich.

Autor:

Petra de Lanck aus Essen-Süd

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