DLRG-Mitarbeiter vermittelten wichtige Baderegeln
Kids der "Kleinen Hexe" wurden fit für die Badesaison

Thomas und Rike Schulte-Holtey von der DLRG machten die Kinder aus der Kleinen Hexe, hier mit Erzieherin Sara Feldkeller (r.), "wasserfest" für die Badesaison.   Foto: VKJ
  • Thomas und Rike Schulte-Holtey von der DLRG machten die Kinder aus der Kleinen Hexe, hier mit Erzieherin Sara Feldkeller (r.), "wasserfest" für die Badesaison. Foto: VKJ
  • hochgeladen von Vera Luber

Die Essener Freibadsaison ist in vollem Gange und auch die Urlaubsreise an den Strand ist für viele Kinder nicht mehr weit. Grund genug für KiTa-Leiterin Dagmar Flores und ihr Team vom VKJ-Familienzentrum Kinderhaus Kleine Hexe in Schonnebeck, die Mädchen und Jungen angemessen auf die Badesaison vorzubereiten.

Zu diesem Zweck kommen echte Profis in die KiTa an der Westbergstraße. Thomas Schulte-Holtey und seine Tochter Rike sind beide Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und fast schon gute alte Bekannte im Kinderhaus. "Im Winter waren wir wegen der Eisregeln da und nun sind die Baderegeln dran. Denn Gewässer, ganz gleich ob Pool, See, Fluss oder Meer, bergen neben der Freude immer auch Gefahren - insbesondere für Kinder", erläutert Thomas Schulte-Holtey. Bei der Schulung für die KiTa-Kids greife er gerne auf die Erfahrungswerte der Kinder zurück, berichtet der Referent. "So ist gleich eine gemeinsame Basis vorhanden und die Wissensvermittlung ist spielerisch."
Tatsächlich beginnt die Schulung mit etwas, das alle Kinder gut kennen: aufstehen, waschen, Zähne putzen und anziehen. Natürlich nicht wirklich, dafür aber in einem lebendigen Bericht von Thomas Schulte-Holtey, der den Kindern einen ganz normalen Tag im Leben eines Rettungsschwimmers schildert.

Ein Tag im Leben eines Rettungsschwimmers

Ganz in Rot gekleidet kommt der professionelle Retter bei seiner Arbeitsstelle an und meldet sich erst einmal in der Funkleitzentrale an. Dort bekommt er seinen Einsatzort genannt und bezieht seinen Wasserrettungs-Posten. Wichtiges Arbeitsgerät: ein Fernglas. Schon sind die Kinder gefragt. Sie sind nun allesamt Wasserretter und halten natürlich Ferngläser in den Händen, mit denen sie die Umgebung inspizieren sollen. Rike Schulte-Holtey spielt eine Joggerin, die plötzlich stürzt und so für den ersten Rettungseinsatz sorgt. Die Kinder erfahren, wie der Retter vorgeht, welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung stehen, z.B. Fragen nach dem Befinden, Erstversorgung der Wunde, Alarmieren eines Krankenwagens.
Bei ihrem zweiten Einsatz helfen die kleinen Wasserretter einem Mädchen (gespielt von Rike Schulte-Holtey), das seine Mutter am See-Ufer verloren hat. Via Megaphon ausgerufen, ist die Mutter ganz schnell wieder da. Plötzlich ist eine Person im Wasser in Not! Thomas Schulte-Holtey schildert, wie Retter den Hilflosen aus dem Wasser ziehen und an Land versorgen.

Baderegeln sind immer präsent

Die Baderegeln sind während der Schulung immer präsent: vor dem Gang ins kühle Nass duschen - nicht primär wegen der Hygiene, sondern damit sich der Körper an den Temperaturunterschied gewöhnt, vor dem Schwimmen nicht so viel essen, weil einem sonst übel werden könnte oder der Körper träge wird, und natürlich den Sonnenschutz nicht vergessen.
Die beiden DLRG-Referenten packen viele bunte Puzzlestücke aus, die die Kinder erstaunlich schnell zusammensetzen. Zu sehen ist jetzt ein Wimmelbild, auf dem ganz viel passiert. Da gibt es die Flaggen der DLRG, groß, rot und gelb, die signalisieren, dass die Wasserrettung vor Ort ist und auf die Menschen achtet.
Alina weiß schon, dass die Wellen zu hoch sind, wenn am Strand die rote Flagge weht. "Die gelbe Flagge bedeutet, Vorsicht! Die schlechten Schwimmer müssen raus aus dem Wasser und natürlich die, die gar nicht schwimmen können", ergänzt Thomas Schulte-Holtey.
Das Wimmelbild veranschaulicht auch noch einmal die Baderegeln: Nichtschwimmer müssen immer im niedrigen Wasser bleiben. Aber was ist niedrig? Im Schwimmbad ist die Antwort auf diese Frage ja noch leicht: Man geht ins Nichtschwimmerbecken. Aber wie sieht es in einem privaten Pool oder draußen im Gewässer aus? "In einem stehenden Gewässer geht man als Nichtschwimmer oder schlechter Schwimmer nur bis zur Brust ins Wasser. Im Meer hingegen nur bis zum Bauch, denn da gibt es ja Wellengang", erklärt Rike Schulte-Holtey.
Die beiden DLRG-Referenten weisen auch auf die Tücken von aufblasbaren Schwimmhilfen hin: "Bewegt euch nicht mit Schwimmflügeln ins tiefe Wasser, denn die könnten platzen und dann habt ihr ein Problem."
In Zweiergruppen üben sich die Kinder danach als Wasserretter und ziehen ihre Partner mithilfe von Leinen oder Rettungsbojen aus dem Schlamassel.
Zum Abschluss gibt es eine kleine Theatervorführung, bei der Rike Schulte-Holtey die Handpuppen Pit und Nobby spielt. Hier bekommen die Mädchen und Jungen ordentlich zu tun, denn Seehund Nobby verhält sich ziemlich unvernünftig. So hat er eine große Torte gegessen und will danach direkt ins Wasser. Natürlich ins tiefe, schließlich trägt er ja Schwimmflügel.
"Neiiin!", rufen die Kinder ein uns andere Mal. Nobby cremt seine Haut natürlich auch nicht ein, obwohl die Sonne brennt, und verstößt auch sonst so ziemlich gegen alle Baderegeln, die die Kinder an diesem Tag gelernt haben. Dass davon tatsächlich einiges hängen geblieben ist, zeigen ihre Reaktionen auf Nobby.

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