Kinder vom VKJ-Kinderhaus Am Wasser unterwegs mit Polizeihauptkommissar Harald Schopp
Verkehrserziehung vom Profi

Polizeihauptkommissar Harald Schopp, Nadine Niederehe, Erzieherin im VKJ-Kinderhaus Am Wasser, und die KiTa-Kids an der Kettwiger Polizeiwache, wo sie nach dem Verkehrstraining exklusive Einblicke erhielten  Foto: VKJ
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  • Polizeihauptkommissar Harald Schopp, Nadine Niederehe, Erzieherin im VKJ-Kinderhaus Am Wasser, und die KiTa-Kids an der Kettwiger Polizeiwache, wo sie nach dem Verkehrstraining exklusive Einblicke erhielten Foto: VKJ
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Hannes ist schon ein bisschen aufgeregt. "Gleich kommt die Polizei und dann gehen wir mit der durch die Straßen und den Straßenverkehr. Wir üben das nämlich für die Schule." Der Sechsjährige ist eines von sechs Vorschulkindern im VKJ-Kinderhaus Am Wasser, die an diesem Morgen eine Verabredung mit einem echten Polizisten haben.

Pünktlich um 10 Uhr steht Harald Schopp, Polizeihauptkommissar von der Kettwiger Wache, vor der KiTa-Tür am Kettwiger Ruhrbogen. Nach der Begrüßung kann es auch schon losgehen mit der "Verkehrsraumbegehung". Der Beamte streift noch schnell seine Weste über. Die leuchtet neongelb. "Die muss nicht schön aussehen, die muss nur sicher sein", sagt der Polizist. "Wenn ihr später auf dem Schulweg seid, tragt ihr ja auch einen Tornister. Die sind gut ausgestattet mit Reflektoren, die leuchten im Dunkeln, sodass Autofahrer euch rechtzeitig sehen."

Reflektoren schützen

Die Kinder, die nach den Sommerferien in die Grundschule kommen, lernen als Erstes: Der Straßenverkehr beginnt direkt hinterm KiTa-Tor. Statt einer Straße gibt es in dem Neubaugebiet "Am Kettwiger Ruhrbogen" allerdings bislang nur einen unbefestigten Baustellenweg. "Hier fehlt der Fußboden", merkt Noah an und Harald Schopp bestätigt: "Ja, es fehlt noch ein Gehweg. Da ist man ja direkt auf der Straße und da fahren Autos, LKW, Fahrräder, Motorräder und Busse lang. Als Fußgänger ist man da immer der Schwächste. Deshalb ist es wichtig, dass man immer gut aufpasst: schaut und auch hört, was im Straßenverkehr los ist. Manches sieht man noch gar nicht, hört es aber schon, zum Beispiel ein lautes Auto."
Auf ihrem Weg vom Kettwiger Ruhrbogen zur Güterstraße üben die Kinder gleich, wie man eine Straße korrekt überquert. "Stellt euch nicht zu nah an den Bordstein, sonst könnt ihr die Balance verlieren und auf die Straße fallen." Die Kinder üben erst in Zweier-Gruppen, dann geht jedes Kind alleine über die Straße. Und sie machen auf Anhieb alles richtig: bleiben eine Fußlänge entfernt vom Bordstein stehen und schauen erst nach links, dann nach rechts, und wieder links und gehen dann rüber. "Während des Rübergehens immer den kürzesten Weg gehen, nicht trödeln oder gar etwas aufheben. Wenn man einmal losgegangen ist, zügig weitergehen", erklärt der Polizeihauptkommissar den Kindern.
Zügig "gehen" wohlgemerkt: "Man sollte nicht rennen, denn dabei könnte man hinfallen! Außerdem sollte man auf dem Gehweg auch nicht herumrumalbern oder sich gegenseitig schubsen, denn dabei könnte man auch stolpern und stürzen."
Ella weiß schon, dass man eine Straße immer an der Ampel überqueren muss, wenn eine da ist. "Genau", bestätigt Harald Schopp. "Man geht immer an der Ampel oder auf dem Zebrastreifen über die Straße, wenn vorhanden."
Mittlerweile ist die kleine Gruppe an der Ruhrtalstraße angelangt. Hier herrscht schon wesentlich mehr Verkehr. Zusammen mit Harald Schopp und ihrer Erzieherin Nadine Niederehe gehen die Kinder nach links in Richtung Ringstraße. Dabei kommen sie an der Haltebucht für den Bus vorbei. "Da, wo Busse losfahren, muss man auch immer aufpassen", ruft Hannes und liegt damit richtig. "Dies hier ist eine besonders große Kreuzung", beschreibt der Hauptkommissar jene Stelle, an der Ruhrtalstraße, Ringstraße, Hauptstraße und Graf-Zeppelin-Straße aufeinandertreffen. Von rechts kommen Omnibusse angefahren, große LKW biegen in die Ringstraße Richtung Vor der Brücke ein. Dazwischen jede Menge Autos und Radfahrer. "Seht ihr die roten Streifen?", fragt Harald Schopp und erläutert: "Das sind Radwege. Die befinden sich manchmal auf der Straße und manchmal auf dem Gehweg. Dort sind Radfahrer immer sicherer aufgehoben. Wenn ein Radweg da ist, sollte man den als Radler immer benutzen."
Die Ampel zwischen Ringstraße und Hauptstraße ist der nächste Lernort für die Kinder. Nicht irgendeine Ampel, sondern eine besondere: "Das ist eine Blinden-Ampel mit Klopfzeichen; die signalisieren blinden Menschen, wann sie stehenbleiben müssen und wann sie gehen dürfen." Eine Warte-Insel gibt es auch. "Die ist dafür da, falls es zwischenzeitlich rot wird, wenn man die Straße überquert. Dann kehrt man nicht um, sondern wartet auf der Warte-Insel."
Die Kids erreichen die Hauptstraße und hier erwartet sie noch ein echtes Highlight: Sie dürfen die Polizeiwache besuchen! Schon das große Polizeimotorrad vor der Tür zieht die Kinder in seinen Bann. Harald Schopps Kollege Thomas Köhler zeigt den Kindern die große BMW-Maschine, die auch überall neongelbe, reflektierende Farbe hat, genauso wie die Polizeiautos und Harald Schopps Weste. "Wenn ihr helle Kleidung oder Reflektoren im Straßenverkehr tragt, sehen euch die anderen Verkehrsteilnehmer besser", so Schopp.

Highlight ist ein Besuch der Polizeiwache

Das Polizei-Krad hat jede Menge Details, die ein normales Motorrad nicht besitzt. Die Kinder entdecken Martinshörner links und rechts und ein großes Blaulicht. Am Heck gibt es eine Art rechteckigen Kasten, der sich als elektronisches Display herausstellt, nachdem Thomas Köhler es eingeschaltet hat. In leuchtend roten Buchstaben steht dort "Stop Polizei" sowie "Bitte folgen". Der Polizeibeamte schaltet das Blaulicht ein und eins nach dem anderen dürfen die Kinder auch einmal auf dem großen Gefährt Platz nehmen.
"Das Funkgerät des Motorrads kann man mit dem Helm verbinden, sodass der Polizist über den Helm funken kann", erklärt Köhler, der seine Schutzkleidung fürs Krad trägt. "Die ist gepolstert, wasserdicht und warm."
Die Wache hingegen ist mit Panzerglas, Überwachungskameras und einer Alarmanlage ausgestattet. Innen zeigt Harald Schopp den Kindern noch die typischen Einsatzmittel der Polizeibeamten: Funkgerät, Halte-Kelle, Mütze, Handschellen, Schlagstock, Kartenlesegerät zum Bezahlen von Verwarngeldern, Pfefferspray zur Abwehr und ein Alko-Testgerät.
Um viele neue Eindrücke bereichert machen sich die Mädchen und Jungen schließlich zusammen mit Nadine Niederehe auf den Rückweg zu ihrer KiTa. Dabei wenden sie ihr Wissen in Sachen sichere Fortbewegung im Straßenverkehr natürlich direkt an.

Tipps vom Polizeihauptkommissar

  • "Bevor Kinder in die Schule gehen, sollten sie auf den Straßenverkehr vorbereitet sein. Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung der Eltern, das sichere Fortbewegen im Straßenverkehr mit ihren Kindern zu üben, den Schulweg zu proben und auf Gefahrenstellen aufmerksam machen", sagt Harald Schopp
  • "Nach Möglichkeit sollte dies nicht unbedingt am ruhigen Wochenende eingeübt werden, sondern an einem normalen Wochentag, wenn die Verkehrssituation realistisch ist."
  • "Auch später, wenn das Kind auf der Grundschule ist, muss nicht der ganze Weg dorthin mit dem Auto gefahren werden. Vielleicht nur der halbe Weg und den Rest übt man dann zu laufen. Was die Kinder oft üben, darin werden sie immer besser."
Polizeihauptkommissar Harald Schopp, Nadine Niederehe, Erzieherin im VKJ-Kinderhaus Am Wasser, und die KiTa-Kids an der Kettwiger Polizeiwache, wo sie nach dem Verkehrstraining exklusive Einblicke erhielten  Foto: VKJ
Lernen unter Realbedingungen: An der Ampel zwischen Ringstraße und Hauptstraße erläutert Harald Schopp den Kindern, wie man auch an stark befahrenen Straßen sicher von einer Seite zur anderen wechselt.   Foto: VKJ

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