Rüttenscheid blickt nach vorn

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Reinhard Pietrass und Rolf Krane (v.l.) begrüßten Gäste aus dem Kulturbetrieb: Hier betrat Theaterleiter Christian Stratmann (Mitte) das Steakhaus. Fotos: Hubernagel
 
Im Meat Meet ist man musikbegeister: Jeden Montag werden Konzerte veranstaltet, beim Neujahrsempfang sorgten "Don and Ray" für musikalische Begleitung.

Interessengemeinschaft zieht Bilanz und freut sich auf Highlights im Jahr 2018

Im Januar kann sich eine Rüttenscheider Lokalität traditionell über viele illustre Gäste an einem Abend freuen. Geladene aus Politik und Einzelhandel sowie die Rüttenscheider High Society versammeln sich im Met, um bei einem Gläschen und delikaten Miniatur-Speisen den Stadtteil zu feiern. Die Interessengemeinschaft Rüttenscheid (IGR) lud zum Neujahrsempfang.


Während "Don and Ray" auf der Bühne jazzen, summen davor die Gespräche so laut, dass sie fast das Hüpfen der Kontrabass-Saiten übertönen. Stadt-Dezernenten sprechen mit Einzelhändlern, Rüttenscheider fragen Parteipolitiker aus und Dr. Rolf Krane, 1. Vorsitzender der IGR, steht irgendwo dazwischen. Schließlich greift er – nach einem kleinen Grußwort von Oberbürgermeister Thomas Kufen – zum Mikro und gibt einen umfassenden Rückblick auf das vergangene Jahr.
Vieles blieb beim Alten in 2017, altbewährt und immer noch gut, wie das Gruga-Sommerfest, das 46. oder die Künstmeile rüArt, die ihren vierten Geburtstag feierte. Besonders freut sich die IGR über Claudio Schlegtendal, der "wohl zum achten Mal verkündet hat, diese Tour de Rü sei seine letzte". Am 1. September fahren die Dukes of Downtown die 15. Runde über die Rüttenscheider Straße – die nicht zur Einbahnstraße werden darf, wenn es nach Rolf Krane geht.

Ärgernis: Bebauung und Einbahnstraße

"Dann wären alle Geschäfte nur noch von einer Seite erreichbar", sagt er kopfschüttelnd. "Rüttenscheid ist auch Gewerbegebiet. Das muss man akzeptieren." Kritisch sieht der "Mister Rüttenscheid"-Gerufene im Zusammenhang auch so manches Bauvorhaben. "Leidiges Thema: die Bebauung an der alten PH", seufzt Krane. Wie berichtet, soll an der alten Pädagogischen Hochschule eine neue Wohnsiedlung entstehen, über deren Parkplatzkontigent bereits heftig gestritten wurde.
Beim Stichwort Rüttenscheid taucht assoziativ auch immer gleich der Kirschblütenbaum auf. Um den macht sich Rolf Krane Sorgen – aber nicht, weil "er von Autos angefahren wird und deswegen eingeht", stellt er klar, "sondern, weil in einer Straße naturgemäß weniger Licht scheint als auf dem Feld." Nichtsdestotrotz bestehen die Rüttenscheider auf Natur auf ihren Straßen. So hängt die IGR jedes Jahr bunte Blumenkübel auf, die fünf Monate lang für sommerliche Gefühle sorgen. "In dem Umfang werden wir das aber nicht mehr machen können", kündigt Krane an. "Es sei denn, es fänden sich Sponsoren, die uns unterstützen." Überhaupt müsse man verstärkt selber Hand anlegen, denn die personellen Ressourcen gehen auch bei Grün und Gruga zurück.

TV-Sender für Rüttenscheid

Doch damit genug der Untergangsstimmung, denn in Rüttenscheid ist auch immer Platz für Entwicklung. So hat Rolf Krane schon wieder neue Pläne. "Irgendwas mit Klassik" wolle er machen. Und auch in Richtung Multimedialität möchte man weitere Schritte gehen. Neben einem exklusiven Rüttenscheider Online-Gutschein-Dienst reiht sich ein eigener Fernsehsender in die Neuheiten ein. "Rüttenschau" berichtet seit Dezember über das Geschehen im Stadtteil. Betreiber der Quartiersendung ist Andreas Kirsch, den einige vielleicht aus "Karacho, das Motormagazin" kennen. Der Moderator, der auch auf den Namen "Wikinger" hört, berichtete zuletzt ausführlich vom Marktsingen und Rüttenscheider Wintermarkt. Wer beim Dreh live dabei sein möchte, sollte einfach nach einem langen Bart Ausschau halten. 
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