Der Tod der Apfelinsel

Es waren einmal 20.000 Äpfel. Die wuchsen langsam heran und freuten sich schon mächtig auf ihre Ernte. Denn sie hatten eine ganz besondere Mission: Sie sollten Bestandteil des Kunstprojektes „Marking Time“ von Norbert Francis Attard werden. Von den Essenern liebevoll „Die Apfelinsel auf dem Baldeneysee“ genannt.
Und nun - kurz vor der Ernte? Aus und vorbei ist der große Traum von 20.000 jungen Äpfeln.
Die Macher der Ruhr-Atolle haben das Kunstprojekt gestoppt. Die Äpfel bleiben an Land und werden nicht im See verrotten.
Schade? - Das umstrittene Projekt der schwimmenden Vergärung wurde von vielen Bürgern sowieso als große Lebensmittel-Sauerei gesehen.
Obwohl: Eine gewisse Originalität kann man dem Künstler und seiner schrägen Idee nicht absprechen. Auch die Darstellung „Metapher auf das fragile Ökosystem der Erde“ ist in Zeiten lange blubbernder Erdöl-Quellen im Golf von Mexiko hochaktuell.
Und: Ob Kunst oder Sauerei - das Ding ist im Gespräch, auch wenn‘s nun gar nicht Realität wird. Vermutlich wird es in die Geschichte eingehen als ein virtuelles Kunstwerk, das nie den Weg heraus aus der Computer-Animation geschafft hat.
Recht putzig am Rande: Der schwarze (Apfel-)Peter wird nun zwischen Projektbüro und Bezirksregierung hin und her geschoben.
Mal wird über zu hohe Auflagen spekuliert, mal über die lückenhafte Finanzierung.
Und die Bezirksregierung stellt klar: Die Installation der Apfelinsel wurde Mitte Juli 2010 nach Ortstermin aller Verantwortlichen genehmigt.
Das alles hilft den 20.000 Äpfeln auch nicht weiter, die derweil traurig an ihren Bäumen hängen und sich ihre neue Mission schön reden: Kompott mit Zimt und Zucker... Echt lecker.

Autor:

Frank Blum aus Essen-West

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