Compagnia Buffo und Convoy Exceptionell präsentieren „Das Imaginarium des Dr. Spazulini“
Im Reich der Phantasie

Dr. Spazulini entführt in das Reich der Phantasie. 
Foto: Henschke
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  • Dr. Spazulini entführt in das Reich der Phantasie.
    Foto: Henschke
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Zunächst muss man noch am weltallerjüngsten Eintrittskartenkontrolleurlehrling vorbei. Die Besucher betreten das Zirkuszelt und hocken sich hin. Und dann vergeht ihnen Hören und Sehen…

Den Geist beflügeln, das möchte die bunte Truppe, die es sich mit ihren uralten Lastern im Schatten der ehrwürdigen Abtei gemütlich gemacht hat. Die Zuschauer sollen verzaubert werden mit schönem altem Theaterhandwerk. Da dürfen klassischer Slapstick und schwarzer Humor nicht fehlen. Oben drauf gibt es atemberaubende Akrobatik, aberwitzige Kostüme, fliegende Menschen, Männer in Frauenkleidern, schließlich noch eine süße Tiernummer und ein noch zuckersüßeres Happyend. Doch in den irrwitzigen Stunden zuvor müssen Dr. Spazulini und seine ziemlich verrückten, aber umso liebenswürdigeren Mitspieler so manche heikle Situation überstehen.

Ein magischer Spiegel

Willi Lieverscheidt ist der ewige Vagabund, der die Leute in sein Imaginarium locken möchte. Beide in die Jahre und auch recht runter gekommen. Der klapprige Wagen muss erst einmal umständlich auseinander gefaltet und der Koffer mit dem frechen Zwerg darin ausgeklappt werden. Gut, dass Spazulinis Tochter Olivia mit anpackt. Gespielt von Jasmijn Rubingh, wird sich das verhuschte Töchterlein im Laufe des Abends erstaunlich entwickeln und emanzipieren. Mit seinem magischen Spiegel entführt Dr. Spazulini die Zuschauer ins Reich der Phantasie. Wer durch diesen Spiegel geht, erfüllt sich lang gehegte Träume. Der erste „Freiwillige“ entdeckt in sich den Clown und erstaunliche Tricks. Jan Soencksen tollt mit seinen drei kleinen Nachwuchskünstlern herum, die auch schon erste artistische Begabung zeigen. Der rülpsende Flegel aus dem Zuschauerraum entpuppt sich als begnadeter Einradfahrer. Tobit van Vliet hat noch weitaus mehr drauf und bietet mit Jasmijn Rubingh in seinen Armen einen zauberhaften bis schwer anrüchigen Pas de deux unter der Zeltkuppel. Frau Susanne Sommer - Lieverscheidt in einer seiner köstlichen Frauenrollen - möchte wie eine Göttin bewundert werden.

Eine diabolische Verführerin

Doch da lauert schon Madame Poke. Das Böse in Frauengestalt. Verführerisch, kokett. Mit diabolischer Geste huscht Nina Soencksen durch das Zelt, dass es nur so kribbelt und schaudert. Diese Wette hätte Dr. Spazulini nicht eingehen sollen, doch er liebte seine Frau doch so sehr. Der Preis ist hoch. Wie nur diesem teuflischen Pakt entrinnen? Vielleicht mit einer erneuten Wette? Ein Faustsches Motiv also. Doch hier wird dem Teufel mit allerlei komödiantischem Tohuwabohu der Teufel ausgetrieben. Da jagt eine köstliche Varieté-Nummer die nächste, bis die Besucher vor Staunen den Mund gar nicht mehr zubekommen. Am Ende springt ein Hund aus dem Koffer und alles löst sich in Wohlgefallen auf. So soll das auch sein. Den Zuschauern gefällt’s und der Applaus will kein Ende nehmen.

Noch bis zum 25. August

Der Theatermann Willi Lieverscheidt wurde 1946 in Werden geboren und studierte natürlich an der legendären Folkwangschule. Gründete die „Compagnia Buffo“ und zog durch die Lande: „Dann haben wir uns ein Zelt angeschafft und sind los…“ Straßentheater vom Feinsten. Seit 2008 war er aber wieder solo unterwegs, doch diesmal hat er sich Verstärkung mitgebracht. Mit ihrem Wandertheater ziehen nun Compagnia Buffo und Convoy Exceptionell über die Dörfer. Sie kommen aus Köln und ziehen dann nach Münster. Dazwischen machen die Theaterleute Quartier auf dem Platz der Werdener Feintuchwerke nahe der Folkwang-Universität. „Das Imaginarium des Dr. Spazulini“ ist noch bis zum 25. August zu erleben. Bis dahin wird mittwochs bis samstags immer um 19.30 Uhr gespielt, sonntags eine Stunde früher. Samstags gibt es um 15.30 Uhr eine zusätzliche Vorstellung, sonntags um 11 Uhr. Wer möchte, kann gerne vorher einkehren, im Lastercafé gibt es Kaffee und Kekse, Bier und Wein. Am Ende der Show steht nach alter Straßentheater-Tradition die Hutkasse: Jeder Besucher soll nach Wertschätzung bezahlen. Aufgrund der begrenzten Anzahl der Plätze werden Reservierungen unter 01577-1104699 erbeten.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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