Norbert Pielsticker stellt seine Werke aus in den Räumen von kunstwerden
Im Zeichen den Menschen erkennen

Norbert Pielsticker stellt seine Werke in den Räumen von kunstwerden aus. 
Foto: Henschke
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Norbert Pielsticker lebt in Mülheim und hat seine Werkstatt in Kettwig. An der Folkwang-Hochschule war er Schüler des Bildhauers Max Kratz, nun stellt er in Werden aus.

Die zurückhaltenden Räume von kunstwerden an der Ruhrtalstraße haben sich den Ruf erworben, Kunst verschiedenster Stilrichtungen, Farbigkeiten und Formate zu besonderer Geltung zu verhelfen. Wo der Ausstellungsraum pure Funktion ist und nicht selbst in den Vordergrund treten möchte, da kann, da darf Kunst wirken.
Georg von Glasow führt ein ins Werk Pielstickers, führt ein in diese spannende Ausstellung, die auch davon lebt, dass sie Platz zum Atmen bietet. Den Werken wird genügend Raum zum Entfalten ihrer Wirkung gelassen.

Archaische Anmutung

Der Künstler Norbert Pielsticker ist einem breiteren Publikum mit seinen Statuen im öffentlichen Raum bekannt geworden. Strenge und schlanke Gestalten, die mit archaischer Anmutung und oft überdimensionierter Größe an Monumentales denken lassen, etwas aus dem alten Ägypten. Figuren, die stumm verharren. Die beim Betrachter Fragen aufwerfen, ihm aber die Antworten verweigern. Man mag in diesen mumienähnlichen Zeichen den Menschen erkennen und seine Strahlkraft erspüren. Doch er wahrt sein Geheimnis.
Auch in Kettwig ist der Künstler mit Skulpturen vertreten. so stehen neben der Kirche am Markt seine MenschenZeichen, Pielsticker nennt sie „Wächter“. Da ist aber noch der Gedanke einer Erweiterung des Skulpturenparks. Seine Idee einer Plastik für Kettwig ist die etwa vier Meter hohe Metallskulptur „Das Tuch“ mit einem Gewicht von acht bis zehn Tonnen. Als Standort für seine Symbiose von Leichtigkeit und Bodenständigkeit hat Pielsticker einen Platz vor der alten Tuchfabrik am „Unterwasser“ ausgewählt. Er möchte, dass die Kettwiger im wahrsten Sinne auf Tuchfühlung gehen. Immerhin hatte das Tuch ihrem Städtchen zu Wohlstand verholfen.

Verschiedenste Materialien

Pielsticker interessiert sich in letzter Zeit immer stärker für die Fläche. Und doch wählt er Strukturen, die einen stark plastischen Eindruck hinterlassen. Ein handwerklicher Reichtum wird deutlich, den er zur Verwendung verschiedenster Materialien nutzt. Da finden sich Beton und Eisen, Sand, Holz und Gips, auch Stoff und Wellpappe. Das Spektrum seiner Farben umfasst reines Weiß, grau, blau oder ocker und immer wieder rostrot. Der Künstler greift im Zuge der von ihm beabsichtigten Transformation nur initiativ ein. Dann überlässt Pielsticker seine Materialien einem natürlichen Veränderungsprozess, etwa der Oxidation. Norbert Pielsticker war freier Mitarbeiter an verschiedenen Bühnen, bildete auch Bühnenmaler und Bühnenplastiker aus. Das meint man vielen seiner Werke in ihren Inszenierungen anzuspüren. So lässt das MenschenZeichen „Tor“ Interpretationsspielräume offen: Ist der Mensch durch dieses letzte Tor ins Jenseits geschritten? Oder ist es aus Sicht des Hinterbliebenen gar keine Tür, sondern eine Lücke, die der Verstorbene gerissen hat? Ein großer Verlust? Fesselnd, wie Pielsticker stärkste Gefühle durch abstrahierte Zeichen darstellen kann. Eine Installation mit dem Titel „Zeichner“ dagegen spielt mit mechanischer Bewegung, eine sorgfältig platzierte Sandfläche und ein Metallreifen bilden hier den Spannungsbogen.

Bis zum 14. Juli

Die Ausstellung „Transformation Kunst Werden“ in den Räumen von kunstwerden an der Ruhrtalstraße 19 öffnet freitags von 20 bis 24 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 0151-17217979. Die Ausstellung wird am enden Sonntag, 14. Juli.

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