Schätze aus dem Keller - Dr. Köhn und Dr. Gradel in der Kunstsprechstunde im Bürgermeisterhaus

Dr. Gradel untersucht alles, was man ihm bringt, man muss es nur transportieren können
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Jeder hat doch irgendwo im Keller Erbstücke? Oder vielleicht ein teures Gemälde an der Wand, von dessen Wert man nur nichts weiß. In der Kunstsprechstunde erhält man Klarheit.

An zwei Tischen werden die Interessenten zu einem persönlichen Gespräch empfangen. Über den Andrang kann man sich wirklich nicht beschweren. Scheinbar quellen die Haushälter vor Antiquitäten über, denn auch wenn jeder nur höchstens drei Gegenstände schätzen lässt, Zeit für eine Pause gibt es nicht. Und die Auswahl an Antiquitäten ist daher völlig verschieden. Zwar ist ein Mix aus Gemälden und Porzellan am häufigsten vertreten, doch auch von Standuhr bis Teesieb ist alles dabei.

Es gibt auch Ratschläge zur weiteren Pflege und Restaurationsangebote

Meist reicht ein Blick der Kunsthistoriker Dr Köhn und Dr. Gradel. Sie können auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen, beide haben im Jahr 1996 promoviert, für Museen gearbeitet und bereits mehrere Texte veröffentlicht. Die beiden Experten schätzen dabei nicht nur den Wert. Sie geben Ratschläge zur weiteren Pflege, Restauration und Ansprechstationen für den Verkauf. Denn Licht, Staub und das Alter der Gegenstände haben ihnen deutlich zugesetzt, die Reinigung kann direkt bei Dr. Gradel in Auftrag gegeben werden.
Häufig gezeigt werden alte Bibeln. Das Problem dabei ist jedoch genau die Häufigkeit und der dadurch meist geringe antiquarische Wert und die fehlenden Käufer.
Beruhigend ist für Kunstliebhaber dabei vielleicht, dass nicht alle zur Kunstsprechstunde kommen, um ihr Erbe zu verkaufen. Vielen ist der persönliche Wert der Gegenstände viel zu groß, verkauft wird dann nicht.

„Wir wollten nur mal erfragen, wie viel es wert ist, falls man es irgendwann mal verkaufen möchte“, sagt Frau Kaiser nach ihrem Besuch.

Beeindruckt ist dann sogar der erfahrene Kunsthistoriker, als ein riesiges Gemälde durch die Tür getragen wird. Fasziniert kniet er sich davor, streicht mehrmals über die Leinwand. „Die Signatur sieht schon mal gut aus“, meint er. Gemalt hat es Otto Marx, Künstler aus Düsseldorf (1887 bis 1962). 180 Euro hatte es vor vielen Jahren im Antiquitätenladen gekostet - gekauft aus Dekorationszwecken - geschätzt wird es heute auf 1500 Euro. Dabei sollte es jedoch auch gesäubert werden. Es ist etwas matt, eine gleichmäßige Färbung wäre besser und es sollte neu gespannt werden. Dr. Gradel rechnet mit Kosten von 500 Euro. Auch der Verkauf wird angeboten, entweder bei einer eigenen Auktion oder es wird weiter vermittelt. Wo man es schließlich verkauft, bleibt natürlich den Interessenten überlassen.
Zwei besondere Gegenstände hat dann Herr Kurbjuhn vorzuweisen, eine Skulptur, bei der sich sogar Dr. Köhn unsicher ist, aus welchem material sie besteht und ein Kochbuch von 1820. Wer Gerichte von Baumwollsuppe bis Wurzelsuppe kochen möchte oder Rezepte für Fleischpasteten mit unbekannten Maßeinheiten und ungenauen Temperaturen sucht, ist hier an der richtigen Adresse. Es ist auf jeden Fall wertvoll genug, um restauriert zu werden. Ob die Skulptur nun aus Elfenbein oder Plastik besteht oder doch tatsächlich aus Koralle, wie der Schwiegervater damals verkündete, konnte jedoch nicht geklärt werden.

Interessant sind neben der eigentlichen Einschätzung die Lebensgeschichten der Besucher

Da erfährt man von den einen etwas über die Geschichten der Gegenstände von anderen jedoch viel über verstorbene Verwandte.
Wer also Lust hat, interessante Informationen über die eigenen Kellergüter zu erfahren, sollte zur nächsten Kunstsprechstunde kommen. Diese wird vorraussichtlich am Donnerstag, 24. Oktober, von 10 bis 18 Uhr, im Bürgermeisterhaus stattfinden. Anmeldungen sind erforderlich und ab Oktober möglich.
Informationen sind unter anderem auf der Homepage von Dr. Köhn und Dr. Gradel und des Bürgermeisterhauses zu finden.

Autor:

Daniel Peters aus Essen-Kettwig

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