40 Mariengymnasiasten lasen in drei Grundschulen aus ihren Lieblingsbüchern vor
„Wie es weitergeht, lest ihr selbst…“

Fünft- und Sechstklässler des Mariengymnasiums beteiligten sich am bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen. 
Foto: Henschke
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In der Schule an der Jacobsallee warten sie schon ganz ungeduldig. Auch die Vorleser sind nicht wenig aufgeregt. Die Fünft- und Sechstklässler des Mariengymnasiums beteiligen sich am bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen.

Bald ist der Schulhof erreicht, die Lektüre lässig unterm Arm geklemmt oder leicht verkrampft in Händen gehalten. Im Gepäck auch der „Werdener Kanon der Kinderliteratur“, an dem sich viele der Gymnasiasten als Nachwuchsautoren beteiligt haben. Sie waren bis vor kurzem selbst noch Grundschüler, die Erinnerungen sind also noch frisch.

Als Mr. Singh verschwand

Gleich 40 Mariengymnasiasten lesen in den umliegenden Grundschulen vor, in Fischlaken, Heidhausen und an der Urbachstraße. Leanne Wenzel erklärt das Engagement: „Wir wollen Leseanreize geben, den Spaß am Lesen fördern. Also machen wir uns jeden November auf den Weg und lesen vor.“ Die Deutschlehrerin hätte noch mehr Freiwillige mitnehmen können, es gab sogar eine Warteliste: „Ich hatte 80 Anmeldungen, aber die siebten Schuljahre schreiben heute Klassenarbeiten.“ Zweier-Teams lesen nun jeweils zehn Minuten lang aus ihren Lieblingsbüchern vor. Darauf haben sie sich akribisch vorbereitet und das Vorlesen geübt. Jeweils auf das Alter der Zuhörer abgestimmt, wurden spannende und interessante Geschichten ausgesucht. Marco und Jonas möchten aus dem Buch „Die Nacht, in der Mr. Singh verschwand“ vorlesen. Die Ferien auf Schloss Fairytale Castle sind erst wunderschön, doch plötzlich verschwindet der Märchenerzähler Mr. Singh und die Kinder werden zur Arbeit gezwungen. Sie schweben in Lebensgefahr. Das Ende wird natürlich nicht verraten, Ehrensache. Wieso dieses Buch? „Das hat uns unsere Grundschullehrerin in der dritten Klasse vorgelesen.“ Nun treten die beiden also in die Fußstapfen der Pädagogin.

Ein Kater in geheimer Mission

Phibie liest in der 4a aus dem Buch „Winston. Ein Kater in geheimer Mission“. Winston Churchill heißt der edle Rassekater, der es sich am liebsten den ganzen Tag bei Professor Hagedorn auf dem Sofa bequem macht und gekochte Geflügelleber mit einem Hauch Petersilie speist: „Gut, ich habe ein wenig zugelegt. Aber von ‚ganz schön füllig‘ kann nicht die Rede sein!“ Es ist zum Schnurrbarthaar ausreißen, denn bald ist es mit dem gemütlichen Leben vorbei. Die neue Haushälterin und vor allem deren Tochter Kira wirbeln Winstons Welt durcheinander. Es kommt noch verrückter, als eines Tages ein Gewitter aufzieht. Kira denkt noch „Ich wünschte, ich wäre jemand anderes“, da passiert es auch schon. Ein Blitz, ein Schlag und die beiden haben die Körper getauscht. Phibie liest flüssig und betont geschickt die wichtigen Stellen, erklärt den Verlauf der Geschichte. Die ansonsten recht lebhaften Grundschüler verstummen und kleben an den Lippen der Vorleserin. Was passiert jetzt? Phibie verrät nix und grinst: „Und wie die Geschichte weitergeht, lest ihr selbst!“

Wer stahl den Kölner Dom?

Nun übernimmt Antonia und möchte aus „Das Vamperl“ vorlesen, von einem nicht so ganz echten Vampir. „Das kennen wir schon“ rufen die Kinder. Kein Problem, darauf war Antonia vorbereitet und zieht ein anderes Buch aus der Tasche. Wie wäre es mit „Wer stahl den Kölner Dom?“ aus den kniffligen Fällen des Detektivbüros XY? Die Viertklässler nicken und lauschen: Einbruch im Antiquitätengeschäft, auch eine Gemälde des Kölner Doms wurde gemopst. Die besonders spannenden Stellen dieser Geschichte hat sich Antonia mit Post-Its markiert. Warum versteckt sich im Spazierstock ein silberner Degen? Was hat es mit dem geheimnisvollen Rollstuhlfahrer auf sich? Auch hier bleibt das Ende offen und die Schüler der 4a können die Spannung kaum ertragen. Immerhin verrät Antonia ihnen noch, wo man das Buch kaufen könnte.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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