Das Werdener Mariengymnasium wird per Glasfaser ans superschnelle Internet angeschlossen
Das digitale Klassenzimmer

Beim symbolischen Spatenstich mit Dr. Christiane Schmidt, Eva Lingen, Michael Pletsch, Johannes Wesseling, Dr. Martin Fornefeld und Markus Emons.  
Foto: Henschke
  • Beim symbolischen Spatenstich mit Dr. Christiane Schmidt, Eva Lingen, Michael Pletsch, Johannes Wesseling, Dr. Martin Fornefeld und Markus Emons.
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Digitale Bildung wird oft noch stiefmütterlich behandelt und muss noch stärker in den Fokus gerückt werden. Das Mariengymnasium Essen-Werden geht da längst voraus.

Schulleiterin Dr. Christiane Schmidt bestätigt: „Die nötige Infrastruktur ist bei uns weitgehend vorhanden. Die vorhandene Technik ist schon auf hohem Niveau und wird jetzt noch beschleunigt.“ Ihr Gymnasium hat bereits reagiert und setzt auf ActivPanels. Als Zentrum eines digitalen Klassenzimmers bietet dieser interaktive Flachbildschirm ganz neue Möglichkeiten einer vernetzten Lernumgebung. Zwei Exemplare wurden bereits eifrig getestet und für gut befunden, daher vermeldet Christiane Schmidt: „Zehn weitere AcivPanels sind bestellt und werden noch vor Ostern eintreffen.“ Doch zeitgleich steht die Frage nach schnellem Internet im Raum. Denn endlich kommt Bewegung in den Breitbandausbau an Schulen. Das Programm „Gute Schule 2020“ ermöglicht in NRW kräftige Investitionen in die Infrastruktur der Schulen, nicht zuletzt in die Breitbandförderung.

Glasfaseranschluss

Vermutlich noch in diesem Jahr wird das Mariengymnasium als erste Schule des Bistums Essen mit dem superschnellen Internet ausgestattet. Folgen sollen in Duisburg St. Hildegardis-Gymnasium und Abtei-Gymnasium, in Gladbeck die Jordan-Mai-Förderschule, in Essen Gymnasium und Sekundarschule Am Stoppenberg sowie das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium. Dazu noch Kardinal-Hengsbach-Haus und Jugendhaus St. Altfrid sowie in Mülheim die Akademie Wolfsburg. Johannes Wesseling von der Schulverwaltung des Bistums Essen ist nicht wenig stolz: „Alle bischöflichen Schulen werden aus den Geldern des Programms ‚Gute Schule 2020‘ einen Glasfaseranschluss erhalten. Wir hoffen natürlich, dass in recht kurzer Zeit zu schaffen. Damit sind wir NRW-weit ziemlich vorne mit dabei. Und da sind wir dann auch ein bisschen stolz drauf.“ Die neue Schuldezernentin Eva Lingen ist mit von der Partie und strahlt ganz besonders. Sie darf bereits in ihren ersten Amtsmonaten erleben, wie ihre Schulen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

Highspeed

Unterstützt wurde das Bistum dabei von der Micus Strategieberatung aus Düsseldorf, die auch die öffentliche Ausschreibung begleitete. Geschäftsführer Martin Fornefeld ist promovierter Ingenieur und hielt die Fäden zusammen. Aus der Ausschreibung ging die Telekom als Sieger hervor, so Fornefeld: „Es war insgesamt das beste Paket.“ Sein Mitarbeiter Markus Emons nennt Zahlen: „Die Geschwindigkeit wird zunächst 200 Mbits im Download und 100 Mbits im Upload betragen. Das ist schon Highspeed. Aber Glasfaser hat da nach oben kein Limit.“ Der Festpreis für die einzelne Schule wird bei 28.250 Euro liegen. Gut angelegtes Geld, wie Eva Lingen weiß: „Es war das wirtschaftlichste Angebot. Dumpingpreise würden nur auf Kosten der Qualität gehen.“ Michael Pletsch als Vertriebsbeauftragter der Telekom sieht keine besonderen Hemmnisse: „Ich gehe von nur geringem Aufwand bei den Erdarbeiten aus. Das Glasfaserkabel liegt bei Hauptstraßen wie der B224 in der Regel im Bereich der Bürgersteige vor.“ Nach der Vertragsschließung geht es zum symbolischen Spatenstich vor das Mariengymnasium, wo demnächst das schnelle Internet ankommen wird. Nun muss nur noch der Anschluss hergestellt und die entsprechende Infrastruktur im Gebäude ermöglicht werden.

Werthaltige Pädagogik

Nach einer mehrmonatigen Einarbeitung übernahm Eva Lingen zum 1. Dezember die Leitung des Dezernats Schule und Hochschule beim Bistum Essen. Sie hat ihre Schulen schon besucht und war von Christiane Schmidt zum Weihnachtskonzert mit Schulbesichtigung eingeladen worden. Eva Lingen ist vollauf überzeugt: „Ich war sehr beeindruckt. Schon das Gebäude ist beeindruckend. Aber noch mehr die Stimmung in dieser Schule, dieses Engagement und die Leidenschaft. Das ist es doch, wovon Schule lebt.“ Auch deshalb wird am 24. Januar die offizielle Amtseinführung durch Generalvikar Klaus Pfeffer im Forum des Mariengymnasiums stattfinden. Eva Lingen ist ein bisschen aufgeregt: „Die Feier wird gestaltet durch die musikalischen Ensembles der Mariengymnasiums. Da freue ich mich schon sehr drauf.“ Bei aller Vorfreude auf modernste Lernmöglichkeiten möchte die Schuldezernentin aber doch klarstellen, dass dies nur ein Mosaikstein im Gesamtkonzept ist: „Bei Katholischer Bildung liegt der Schwerpunkt nicht auf technischer Bildung, sondern bei werthaltiger Pädagogik. Aber ohne eine Affinität zur Technik ist man nicht mehr zeitgemäß. Technik prägt also nicht unser Bild von Schule und von Lernen, sie ist vielmehr die Infrastrukturhilfe, um Bildung glänzen zu lassen.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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