Wird die Werdener Jugendarrestanstalt zum Hotel?
Übernachten in der Zelle

Wird die Werdener Jugendarrestanstalt zum Hotel?
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Das Land NRW verkauft die ehemalige Jugendarrestanstalt in Werden. Eigentlich soll dort öffentlich geförderter Wohnraum für Studierende entstehen. Architekt Dieter Michael möchte dort lieber ein Hotel etablieren.

Platz für angemessene Wohnungen sei dort nicht. Auch müsse das denkmalgeschützte Gebäude entkernt und auch die Fassade verändert werden. Damit werde jedoch die denkmalrelevante Struktur zerstört.
Werden braucht ein Hotel, schon allein durch den Wegfall der Domstuben. Zuletzt platzte im Löwental ein Projekt. Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk ist sehr für sozialen Wohnungsbau, könnte aber auch gut leben mit einem Hotel zu erschwinglichen Preisen. Die Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins Martina Schürmann betont: „Wir brauchen Übernachtungsgelegenheiten.“ Zwar favorisiere sie persönlich eine andere Variante, die aber auch kein studentisches Wohnen beinhalte. Wenn die nicht greife, sei ihr ein Hotel willkommen: „Bevor das Gebäude noch länger leer steht…“ Als Geschäftsführer des Werberings stößt Peter Allmang ins gleiche Horn: „Wir sehen das sehr positiv.“ Es gebe in Werden kaum Möglichkeiten, Besucher willkommen zu heißen. Da habe ein Hotel mit Gastronomie durchaus Charme. Auch als Treff der Werdener Vereine.

Ruhe und Meditation

Im dreigeschossigen Zellentrakt sollen die Hotelzimmer liegen mit ihren vergitterten Fenstern, Toilettentöpfen und Waschbecken. Ergänzt durch Duschen, lediglich abgetrennt durch eine Ganzglaswand. Der Charme des „Eventhotels“ bestünde darin, dass jetzige Erscheinungsbild innen als auch außen zu erhalten. Als Gästezimmer sollen die Zellen dienen Diese klösterlich-spartanische Struktur sei ein idealer Ort der Ruhe und Meditation, für Naturerleben und Achtsamkeit. Als Kontrast zu den schlichten Hotelzimmern werde auf eine hochwertige Restauration mit Außengastronomie Wert gelegt, versorgt durch biozertifizierte Produkte des eigenen Bauernhofes. Dieter Michael betreibt auf seinem Büker-Hof seit 20 Jahren artgerechte, ganzheitliche Pferdehaltung. Zukünftig möchte er auf dem zehn Hektar großen Hof noch Projekte wie Permakultur und Aquaponik etablieren. Von Teilnehmern diesbezüglicher Seminare verspricht sich Michael eine gute Auslastung des keine 700 Meter entfernten Hotels. Erste Sondierungsgesprächen und Ortsbesichtigungen mit Denkmalschützern, Bauordnung und Feuerwehr seien sehr positiv verlaufen. Eine Marktanalyse bestätige zudem einem Hotel an dieser Stelle eine entsprechende Auslastung. Werden liegt direkt an RuhrtalRadweg, BaldeneySteig und Kettwiger Panoramasteig, auch der Jakobsweg verlaufe durch das Abteistädtchen.

Eine große Chance

Eigentlich soll in dem Gebäude öffentlich geförderter Wohnraum für Studierende entstehen. Das Ministerium der Finanzen NRW teilte deswegen mit, dass ein Verkauf für eine Hotelnutzung „im Rahmen des aktuellen Verkaufsverfahrens“ nicht in Betracht kommen könne. Dieter Michael interpretiert das so, dass nach einem möglicherweise gescheiterten ersten Verkaufsverfahren andere Bedingungen denkbar sein. Wohl keiner der möglichen Käufer werde die jetzigen Voraussetzungen erfüllen können. Das rechne sich wirtschaftlich nicht. Eine andere Entwurfs- und Nutzungsidee als ein Hotelprojekt sehe er daher nicht. Bis Mitte September konnten alle Bewerber nachbessern, auch Dieter Michael hat sein ursprüngliches Angebot noch erhöht. Sollte das Land jedoch hart bleiben, sei eine große Chance vertan „für ein vorzeigbares Nachhaltigkeitsprojekt".

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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