Archäologen untersuchen Pferdeskelett

Beim Aushub der Baugrube für die Erweiterung des Studieninstituts an der Blücherstraße in Altenessen wurde ein spektakulärer Fund gemacht: In etwa 1,40 Meter Tiefe wurden die Überreste eines Pferdeskeletts aus dem späten 19. Jahrhundert entdeckt. Der hinzugerufene Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp konnte mit Hilfe der Baufirma die Knochen sicherstellen, vor Ort untersuchen und interessante Schlüsse zu dem Pferd ziehen.

Die Baugrube befindet sich auf dem Areal einer ehemaligen Ringofenziegelei. Ursprünglich lagen die Knochen in einer großen, lehmigen Grube und wurden hier bewusst vergraben. Wahrscheinlich wurde ein komplettes Pferd abgelegt, aufgrund der ungünstigen Bergungssituation ließ sich aber nicht mehr sicher feststellen, ob die Knochen tatsächlich ursprünglich im Verband lagen. Da keine Schnittspuren beobachtet wurden, lässt es sich wohl ausschließen, dass das Pferd geschlachtet wurde.

Weitere Untersuchungen

Weitere Untersuchungen müssen noch folgen. Es ist jedoch anzunehmen, dass es sich bei dem Pferd um ein Arbeitstier der Ziegelei handelt. Besonders verdiente Arbeitspferde wurden früher nicht selten nach ihrem Tode begraben. Es ist der erste Befund dieser Art in Essen, obwohl in der im 18. und 19. Jahrhundert viele hundert Pferde in Ziegeleien und beispielsweise im Bergbau ab 1840 als Arbeitstiere eingesetzt wurden: Das letzte Grubenpferd im Ruhrgebiet war übrigens "Seppel", der noch bis 1966 in einer Bochumer Zeche arbeitete.

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