Täglich fürs Gemeinwohl ackern im Volksgarten Kray

„So, der Tunnel ist sauber“, begrüßt André-Maurice Krämer seine „Chefin“ Andrea Auth. Die erste Vorsitzende des Naturschutzvereins Volksgarten Kray e.V. hat aktuell wieder zwei Gemeinwohlarbeiter, die sich täglich um Pflegearbeiten im Park kümmern und auch ein Auge auf den tierischen Nachwuchs sowie den Schutz der Pflanzenwelt haben und das freundliche Miteinander im Park fördern.
Lange musste der Vorstand des Vereins kämpfen, bis vor einem Jahr endlich der erste Arbeiter beschäftigt werden konnte. Manfred Herlitz ist mittlerweile ein „alter Hase“, was die Pflegearbeiten betrifft. Seit vergangenen Jahr steuert er täglich das Gelände lins und rechts der Ottostraße an. Viele Spazier- und Gassi-Gänger kennt der 48-Jährige schon persönlich, man kommt hier schnell ins Gespräch. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Ich war lange Zeit arbeitslos und habe hier wirklich eine tolle Beschäftigung gefunden - schade, dass bald Schluss ist.“ Manfred Herlitz‘ Maßnahme läuft nämlich schon am 11. Juli nach neun Monaten aus.
Hier im Park hat er nicht nur Arbeit, sondern auch wieder gesellschaftlichen Anschluss gefunden. Im Garten von Andrea Auth sind die Gemeinwohlarbeiter stets willkommen und mit dem „harten Kern“ der Naturschutzverein-Mitglieder verstehen sie sich bestens. „Bei uns gibt es ‚Familienanschluss‘ inklusive“, lacht die „Chefin“ und stellt klar: „Das Ganze funktioniert nur mit einer Riesen-Portion Vertrauen. Ich bin selbst berufstätig und muss mich darauf verlassen können, dass die beiden ihre Arbeitszeiten einhalten.“ Keine Kontrolle? „Doch, doch“, lacht Auth. Schließlich seien die anderen Kleingärtner und Vereinsmitglieder, von denen viele Rentner sind, äußerst aufmerksam. Grund zum Meckern habe es aber bisher nie gegeben. Auch wenn für Manfred Herlitz, den man hier im Park nur noch „Manni“ ruft, der Abschied naht - aus den Augen, aus dem Sinn, das gibt es im Volksgarten nicht. „Natürlich halten wir Kontakt“, versichert Andrea Auth. Wie gut das Modell bereits geklappt hat, beweist die Geschichte des ersten Gemeinwohlarbeiters Willi Hülsegge, der schon im Mai seine Maßnahme beendet hat und durch sein Engagement über Mitglieder des Naturschutzvereins in den Genuss einer Anschlussmaßnahme im „Heissi-Wald“ gekommen ist. Hier am Wildgehege fühlt sich Willi wohl, besorgt regelmäßig das Futter aus dem Frischezentrum, mistet Ställe aus, bessert Zäune nach und vergisst in seinem „neuen“ Arbeitsleben diejenigen nicht, die ihm zurück ins Berufsleben geholfen haben. Noch oft schaut er im Volksgarten Kray vorbei und ist mittlerweile selbst Mitglied im Naturschutzverein.
Neu sind Park und Anwohner noch für André-Maurice Krämer. Der „Krayer-Jung“ beschreibt sich selbst als „Naturbursche“ und fühlt sich mit den ihm zugewiesenen Aufgaben pudelwohl. Ein halbes Jahr sorgt er nun jeweils sechs Stunden pro Tag für Ordnung im Park. Ob Tunnelpflege oder Grün Rückschnitt, Krämer liebt es, sich körperlich zu ertüchtigen. „Hier gibt‘s viel zu tun, das ist prima“, freut er sich. Kontakt zu Andrea Auth hat er durch „Arbeit und Bildung Essen GmbH“ bekommen, über die er bereits zuvor eine Stelle als Gärtner an einer Schule vermittelt bekommen hat. „Jetzt habe ich einen kurzen Weg zur Arbeit und es richtig großen Spaß“, sagt Krämer abschließend. Für Andrea Auth und ihre Vereinskameraden ist damit ein weiteres Mal die Integration in die große Naturschutzfamilie gelungen.
Wer Interesse an einer Gemeinwohlstelle im Volksgarten Kray hat, muss sich darüber im Klaren sein, dass er durch die Tätigkeit auch den Verein repräsentiert. Interessierte können mit dem Vorstand einen Termin zum Vorstellungsgespräch vereinbaren. Kontakt unter der Telefonnummer: 01522-71 89 478.

Autor:

Mareike Schulz aus Essen-Steele

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