BAL: Verkehrskonzept Werden stoppen und überarbeiten

Notbremse ziehen vor Ratsentscheidung im Mai
Die BAL - Bürgerliche Alternative im Rat der Stadt Essen - fordert Politik und Verwaltung dringlich zum Stop des derzeit geplanten Verkehrskonzeptes für Werden und dessen Überarbeitung auf. "Der Rat der Stadt soll das Verkehrskonzept der Verwaltung trotz dessen erheblicher Probleme und Mängel in der Mai-Ratssitzung beschließen. Da in der Bezirksvertretung CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke für das Verkehrskonzept votiert haben, ist in der Ratssitzung mit dem Desaster einer Beschlussfassung ohne die notwendigen Korrekturen zu rechnen," warnt BAL-Sprecherin Elisabeth van Heesch-Orgass, Ratsfrau aus Werden.

Fehlende Reduzierung des Durchfahrtverkehrs
Hauptkrux des Verkehrskonzeptes ist laut BAL das Nichtangreifen des Problems des massiven Durchgangsverkehrs durch Werden. "Das Verkehrskonzept sieht weder ein Durchfahrtsverbot für Werden nur passierende Lkws vor, noch die seit Jahren thematisierten Pförtnerampeln oberhalb von Heidhausen und deutlich vor der Werdener Brücke, mit denen gekoppelt an Feinstaubmessstellen in Brück- und Abteistraße der Pkw-Durchfahrtsverkehr reduziert und (weg)gelenkt werden könnte," so der Werdener BAL-Ratsherr Marco Trauten.

Korrekturvorschläge der BI unbeachtet
Ein BAL-Antrag auf Einarbeitung der von der BI Fließend Werden vorgetragenen Korrekturen und Verbesserungen für das Verkehrskonzept wurde bereits 2016 von der BV IX abgelehnt. Das Verkehrskonzept in seiner jetzigen Form mit der Schaffung einer vierspurigen Abteistraße werde im wesentlichen das Ergebnis haben, dass die Werdener Altstadt quasi mit einer Art vierspurigen Stadtautobahn zerschnitten werde. Diese Zerschneidung werde noch manifestiert durch das ersatzlose Streichen des jetzigen Fußgängerüberweges Höhe Fleischerei Mirbach. "Die Streichung des Fußgängerüberweges an dieser Stelle kappt den natürlichen Fußgängerstrom von der Altstadt zu den Geschäften auf der Folkwang-Seite der Abteistraße', gibt Ratsfrau van Heesch-Orgass zu bedenken.

Schildbürgerstreich
Dies alles mute wie ein Schildbürgerstreich an, so die BAL. Nachdem die Tunnellösung mit dem Argument eines drohenden Kaufkraftverlustes für Werden solange kaputtgeredet worden war, bis die im Bundeshaushalt bereit stehenden hohen Mittel gestrichen wurden, hätte zumindest bei der jetzigen Suche nach einer Lösung des Verkehrsdesasters in Werden das Ob und Wie einer Umgehungsstraße als Alternativlösung nachhaltig erforscht und probeweise durchgeplant werden müssen.
Auch der Anspruch der Grünen Hauptstadt - so eine Festlegung in der Bewerbung Essens -, bis 2035 den Anteil des Fahrradverkehrs am gesamtstädtischen Verkehr auf 25 % anzuheben, fände im Verkehrskonzept keinen angemessenen Niederschlag.
Statt dessen stehe den Werdenern bald eine zweijährige Großbaustelle bevor, deren Kosten von jetzt veranschlagten 6,3 Millionen Euro zu nicht unerheblichen Teilen auf die Anlieger an Brück- und Abteilstraße umgelegt würden.

Planung ohne Ortskenntnis?
Bei einigen Punkten des Verkehrskonzeptes könne der Eindruck entstehen, als hätten sich die Planenden die Örtlichkeit überhaupt nicht angeschaut, sondern ausschließlich am Reissbrett gearbeitet. Anders sei z.B. nicht erklärlich, wieso das schmale steile Gässchen 'Wigstraße' zur Hauptschlagader des aus der Heckstraße abfließenden Verkehrs werden solle. "Nach den Schätzungen der BI werden hier nach Umsetzung des Verkehrskonzeptes tagtäglich über eintausend Pkw durchgeleitet werden. Der Rückstau an der Ampel Wigstraße/Propsteistraße bis herunter in die Heckstraße ist damit vorprogrammiert. Das Betreten eines Irrweges ist keine Schande, ihn sehenden Auges nicht zu verlassen jedoch sehr wohl, " so BAL-Ratsherr Trauten.

Autor:

Elisabeth Maria van Heesch aus Essen

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