Kommentar: „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber…“

Naherholungszone Am Staadt.
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„Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber…“ Schwebte dieser nur vermeintlich harmlose Satz durch den Saal?

Man weiß es nicht genau, doch Sozialdezernent Peter Renzel war schon klar, dass bei der Bürgeranhörung zur Verteilung der Asylbewerber im Essener Süden andere „Geschütze“ aufgefahren würden als etwa im Essener Norden. Dort wurden klar Ängste formuliert - Ängste vor dem Fremden an sich, speziell den verrufenen Roma. Wir Alle kennen die (Vor?)-Urteile über „die Zigeuner“. Renzel gab freimütig zu: „Im Löwental leben zwei Großfamilien, die alles auf Sturm bürsten!“

Bedenken

Doch in Werden und Umgebung gibt es offensichtlich ganz andere Bedenken: Am Staadt - ein „Kleinod“ - würde eine „geliebte“ Naherholungszone verschwinden, etliche Tierarten, besonders Fledermäuse, wären gefährdet. Überhaupt sei es Überschwemmungsgebiet, das wisse doch jeder. Oder in Schuir oder Hamm, der Berliner würde sagen: „janz weit draußen“? Keine Anbindung, der tägliche Weg zum Einkaufen, zum Arzt? Das Abwasserproblem, gibt es Bergsenkungen, klappt die Betreuung, was ist mit dem Schulweg der Kinder, am Kettwiger Bahnhof würden Parkplätze für Pendler wegfallen, Bodenbelastung durch Schadstoffe, Gefahr an Gleisen und Bahnübergängen?
Sicherlich alles gut durchdachte, ehrenwerte Argumente. Aber vorgeschoben? Flüchtlinge natürlich gerne, aber nicht bei mir vor der Haustür?

Unvoreingenommenheit

Irgendwann platzte Wolfgang Lettow von der „IG Alter Bahnhof Kettwig“, ein zukünftiger Nachbar, der Kragen: „Die Menschen, die zu uns kommen, haben ganz andere Probleme. Wir müssen helfen und nicht Bedenkenträger sein!“ Auch Peter Renzel warb eindringlich für unvoreingenommene Offenheit gegenüber den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen: „Ich verwahre mich gegen jede braune Denke. Die Medien greifen gerne schlimme Bilder wie von dem Duisburger Problemhaus auf. Es sieht ja nicht überall so aus.“

Die "Kehrwoche"

Ein konkretes Beispiel: „Ein Syrer kann nach vier Wochen noch kein Deutsch. Und er kennt keine ‚Kehrwoche‘!“ Der Sozialdezernent berichtete auch, viele der Anwesenden hätten ihm nachher positiv zugesprochen, sich nur nicht getraut, öffentlich Stellung zu nehmen. Ist es schon so weit?

Naherholungszone Am Staadt.
Sozialdezernent Peter Renzel.

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