Bezirksvertretung IX befasste sich mit unappetitlichen Fällen
Lärm- und Müllsünder

Der zugemüllte Depotcontainer-Standort am Kettwiger Schwimmbad.
Foto: Henschke
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  • Der zugemüllte Depotcontainer-Standort am Kettwiger Schwimmbad.
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Lärmbelästigung, zugemüllte Privatgrundstücke und Container-Standorte: Die Bezirksvertretung hatte sich mit etlichen unappetitlichen Fällen im Essener Süden zu befassen.

Anwohner der Laupendahler Landstraße in Werden hatten sich über Lärmbelästigungen durch die Außengastronomie des Restaurants „Buona Vida“ beschwert sowie über nächtliche Partys auf dem Gelände des am anderen Ruhrufer liegenden Kanuclubs. Der hatte mittgeteilt, wegen Corona schon seit längerem sein Vereinsheim nicht mehr für Feiern vermietet zu haben. Das Ordnungsamt erkläre, bei der Lärmbelästigung handele es sich überwiegend um mit laufendem Motor auf Gäste wartende Taxen. Das könne man aber nicht dem Restaurantbetreiber anlasten. Bei in der Vergangenheit bereits durchgeführten Schallmessungen seien keine erhöhten Lärmrichtwerte festgestellt worden. Das Ordnungsamt sehe daher keinen Grund für eine Vorverlegung der Sperrzeit des Biergartens. Anwohner hatten auch moniert, dass die Lärmbelästigung vorwiegend durch Motorradfahrer vor allem an den Wochenenden drastisch zugenommen habe. Dazu erläuterte Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk, das Amt für Straßen und Verkehr prüfe derzeit noch das Einrichten einer Tempo 30-Zone. Dieser Prüfvorgang sei aber längst nicht der einzige fürs Essener Stadtgebiet und könne sich daher noch hinziehen.

Überquellende Papiercontainer

Umstritten ist der Depotcontainer-Standort für Altglas, Altpapier und Altkleidung auf dem Parkplatz des Schwimmbads Kettwig. Immer wieder gab es Beschwerden im Teelbruch: überquellende Container und achtlos daneben geworfener Müll. Ein Phänomen, das im gesamten Stadtgebiet auftaucht. Von Seiten der Stadt hieß es, der sehr beliebte Standort mit einem Füllgrad von über 90 Prozent werde mehrmals wöchentlich geleert und gereinigt. Bei Wegfall des Standortes drohe dem Stadtteil Kettwig eine gravierende Unterversorgung. Nach etlichen Anfragen der Anwohner hatte die Stadtverwaltung immerhin geprüft, ob die Container weg von der Wohnbebauung verlegt werden könnten. Missbrauch und Verschmutzung seien zwar eigentlich kein Grund, einen Standort zu ändern. Eigentlich bedeute das ja nur eine Verlagerung des Problems an eine andere Stelle. Doch hier sei ein Umsetzen der Container um gut 70 Meter durchaus vorteilhaft. Der von der Verwaltung vorgeschlagene Standort auf der anderen Seite des Parkplatzes sei durch die dortigen Gewerbebetriebe besser unter sozialer Kontrolle. Allerdings fanden die Kettwiger Kommunalpolitiker nicht, dass die angedachte Verlagerung die Situation wirklich verbessere. Vielmehr solle der Standort noch weiter bis an das angrenzende Feld verlegt werden, meinte Gabriele Kipphardt. Michael Nellessen möchte die Container weiter hinten in der Ecke des Parkplatzes stehen wissen. Eine Mehrheit der Bezirkspolitiker befürwortete die Verlegung der Altglas- und Papiercontainer an die Heckeneinfassung des Parkplatzes. Da müsse aber noch geprüft werden, ob dann die Andienung durch die Servicefahrzeuge noch funktioniere.

Krebserregender Sondermüll

Die kurze Straße „Am Tannenberg“ in Werden gleicht einer wilden Müllkippe. Der Eigentümer eines Grundstücks hatte zwar den alten Hausbestand abreißen lassen, darf aber nicht neu bauen, weil es im Landschaftschutzgebiet liegt. Nun hat er den privaten Teil der Straße gesperrt. Dies sei rechtlich auch nicht zu beanstanden. Zu den überall herumliegenden Abbruchresten des Hauses wurden nun etliche ausgediente Bahnschwellen gelegt. Die gelten als krebserregender Sondermüll. Sie müssen entsprechend auf speziellen Deponien gelagert werden. Die Verwaltung solle darauf drängen, dass der Privateigentümer diesen Sondermüll wieder entfernt. Um zukünftig unberechtigtes Anfahren von weiterem Müll zu verhindern, solle durch zwei Poller die Zufahrt beschränkt werden. Da kein Baurecht bestehe, werde auch keine Erschließung des Grundstücks benötigt. Allerdings müsse rechtlich geprüft werden, ob dem Eigentümer die Zufahrt zu seinem Grundstück genommen werde dürfe. Von der B 224 gibt es noch einen anderen Pfad hoch zum Dingerkusweg. Er führt über eine Treppenanlage zu einem steilen Fußweg, dessen Geländer entweder durchgerostet oder ganz verschwunden ist. Der untere Teil ist schon hergerichtet, aber nicht erneuert worden. Herbert Schermuly mahnte an, die Handläufe auch zu entrosten und neu zu streichen. Die BV möchte, dass aus Sicherheitsgründen das Geländer bis ganz oben geführt wird. Überdies solle an der oberen Treppe beidseitig einen Handlauf angebracht werden.

Der zugemüllte Depotcontainer-Standort am Kettwiger Schwimmbad.
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Wer hat hier am Werdener Tannenberg krebserregenden Sondermüll entsorgt?
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Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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