Mit dem Rollstuhl durch Kettwig - Kein Vergnügen!

Wer - wie ich dank Beinbruch - in Kettwig mit dem Rollstuhl unterwegs sein muß, dem fällt sehr schnell auf, wo das Enthinderungsgesetz immernoch nicht greift und wo die menschlichen Barrieren sind.

Zum Enthinderungsgesetz:
a. Immernoch sind nicht überall die Bürgersteige abgesenkt, auffällig z.B. Kreuzung Krummacher-/Wilhelmstraße, wo immerhin viele Mitbürger zu ansässigen Ärzten bzw. vom/zum Seniorenheim müssen.
b. Häufig sind Bürgersteige zwar abgesenkt, sind aber dank Rinnen-Gullis oder zu tief liegenden Absenkungen, die auch noch in grobe Pflasterstein-Mulden münden, nicht passierbar (Ringstraße, Hauptstraße, Bürgermeister-Fiedler-Platz).
c. Fast alle Geschäfte des Lebensmittelhandels sind inzwischen rollstuhlfreundlich ausgestattet. Unverständlich, warum gerade der kürzlich modernisierte NETTO und der recht neue DÖBBE noch auf Barrieren wie Drehschranken und Stufen setzen.
d. Das leidige Thema S-Bahnhof Kettwig besteht immernoch!!!
e. An der Ecke Wilhelmstr./Hauptstraße vor REWE und am Bürgermeister-Fiedler-Platz wurden zwar Fußgängerüberwege geschaffen, aber ohne Zebrastreifen oder Ampel. Ein Überqueren der Straße ist dort nach wie vor lebensgefährlich ohne Panzerfaust am Rollstuhl gegen herannahende übergroße Frauen-Geländewagen der Sorte Cayenne, Tuareq, usw...

Zu menschlichen Barrieren:
a. Ein ganz großes Übel sind 99% der EVAG-Busfahrer der Linie 142 (ganz im Gegensatz zu den Mesenhohl-Fahrern der Linie 190): Die kann man noch so freundlich fragen, ob sie die Rollstuhl-Klappe runter klappen könnten, die sagen in der Regel "ja, gerne", machen die Tür zu und fahren einfach weiter. Hat man keine "Privatarmee" dabei oder im Bus, nutzt nur noch eine Kalshnikow.
b. Ein weiteres und gefährliches Ärgernis sind wild parkende Autofahrer, die auf Gehwegen, an Fußgängerüberwegen (beliebt z.B. vor REWE oder vorm ARTHEMIS-Grill) ihr Auto abstellen, so daß man auf die Straße ausweichen muß. Oder jene, die an unübersichtlichen Stellen so geschickt parken, daß niemand aus Sichthöhe eines Kindes (!!) herannahende Fahrzeuge sehen kann.
c. Sehr nett sind auch Mitbürger, die (verbotenerweise) erstens auf einem Gehweg parken, zweitens so dicht an der Hauswand, daß weder Kinderwagen, Rollstuhl noch Rollator durch kommen, drittens auch noch direkt vor Hauseingängen und Garagenzufahrten, so daß im schlimmsten Fall nichtmal Rettungskräfte ungehindert durch können.

Allerdings ganz großes Lob an unsere MitbürgerInnen, speziell vom Altersspektrum 15-35 und ab 60 aufwärts, bei MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund generell: Sie helfen, wo sie nur können.
Auch ein Lob an die wirklich netten AutofahrerInnen, die sogar anhalten, um ein sicheres Überqueren der Straße (bekannter Problempunkt Kettwig S-Bahnhof) zu ermöglichen.

Abschließend, weils mir sehr am Herzen liegt: Jemand wie ich, der natürlich schnell wieder auf die Beine kommen möchte und Menschen mit Behinderungen allgemein sind natürlich darauf bedacht, ohne aktive Hilfe aus zu kommen. Trotzdem tut allein die Frage nach Hilfebedarf wirklich gut, dafür allen, denen ich gesagt hab "komm schon klar" nochmals vielen Dank!

Autor:

Dirk Overhoff aus Essen-Kettwig

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