2021 kommt das neue Ortsbuskonzept für Werden, Fischlaken und Heidhausen
Pilotprojekt für ganz Essen?

Zuletzt wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in der Brückstraße unterschritten.
Foto: Archiv / Bangert
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  • Zuletzt wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in der Brückstraße unterschritten.
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Wegen der immer noch ungeklärten Rechtslage entfernte die Bezirksregierung Düsseldorf das „Verkehrskonzept Essen-Werden“ aus dem Luftreinhalteplan Ruhrgebiet-West. Immerhin wird 2021 das neue Ortsbussystem eingeführt.

Der gesamte Durchgangsverkehr der B 224 sollte in die Abteistraße verlagert werden. Anwohner wehrten sich und das Oberverwaltungsgericht NRW gab ihnen recht. Beide Seiten hatten das Ausbleiben rechtsicherer Verwaltungsvorlagen kritisiert. Nach Auskunft der Stadt Essen sei mit einem entsprechenden Aufstellungsbeschluss vorerst nicht zu rechnen und die Grenzwerte für Stickstoffdioxid wurden an Brückstraße und Abteistraße ohnehin unterschritten. Die Einrichtung eines zweiten Fahrstreifens an der Brückstraße durch Parkverbote zu den verkehrsstarken Zeiten soll notfalls die Immission weiter reduzieren.

Endgültig erledigt?

Für die IG B224 Werden ist das umstrittene „Verlagerungskonzept“ damit endgültig erledigt. Nur der frühere Bezirksbürgermeister Hanslothar Kranz habe die Rechtswidrigkeit erkannt, bei anderen hätten die Argumente der IG wenig oder kein Gehör gefunden. Der aktuelle Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk glaubt wohl auch nicht mehr an die Maßnahme: „Eine schnelle Umsetzung des Verkehrskonzeptes sehe ich nicht mehr.“ Ebenfalls etwas geahnt hatte CDU-Fraktionschef Stephan Sülzer: „Man hat ja von Seiten der Stadt schon lange nichts mehr gehört.“ Sülzer sieht hier eine vertane Chance: „Einige Punkte wären gut gewesen für Werden.“ SPD-Sprecher Daniel Behmenburg stellt klar, dass es für das Verkehrskonzept auf Stadtebene durchaus eine breite politische Mehrheit gegeben habe: „Die Chance war da. Ich sehe aber keine Anstrengungen der Verwaltung, ihren Verfahrensfehler zu korrigieren. Da kommt vor den Kommunalwahlen wohl nichts mehr. Und dann werden die Karten neu gemischt.“

Anfang 2021 umsetzen

Losgelöst vom Verkehrskonzept soll der Ortsbus für Werden, Fischlaken und Heidhausen eingeführt werden. Die Ruhrbahn teilte mit, das Ringlinienkonzept 2021 umzusetzen, voraussichtlich zum Fahrplanwechsel im Januar. Elektrobusse werde man leider dort zunächst nicht erleben, hatte die Ruhrbahn angemerkt. Die Batterieleistung sei bei diesen Steigungen schnell am Ende. Bezirksbürgermeister Brenk hält den Ortsbus für eine gute und sinnvolle Lösung. Er möchte nur noch besser kommunizieren, dass entgegen hartnäckiger Gerüchte sich zum Beispiel für die Fischlaker nichts verschlechtere, eher im Gegenteil. Stephan Sülzer findet das neue Ortsbussystem richtig klasse. Der CDU-Mann betont aber, man dürfe die Verbindungen zu Ruhrlandklinik und Papiermühle nicht vergessen: „Wir müssen diese Teilstrecken zumindest zu den Spitzenzeiten bedienen. Das sind wir den Menschen dort schuldig.“ Für Daniel Behmenburg ist es gar ein Pilotprojekt für ganz Essen: „Der Ortsbus soll endlich losrollen, nachsteuern kann man immer noch. Wir müssen auch schauen, wie die Menschen das annehmen. Das wäre auch spannend für Kettwig.“

Gegenläufige Ringlinie

Ab 2021 werden die Linien 182 und 192 mit Kleinbussen befahren. Diese bieten Platz für etwa 25 Fahrgäste sitzend und stehend, sind mit einer Klapprampe und Flächen für Rollstühle und Kinderwagen versehen. Gemäß Nahverkehrskonzept soll die Linie alle 20 Minuten verkehren. So kann der Takt der S-Bahn angeglichen werden, um das Umsteigen am Bahnhof zu optimieren. Ohne das Verkehrskonzept musste die ursprüngliche Linienführung leicht verändert werden. Die Linie 182 fährt im Uhrzeigersinn vom S-Bahnhof über die Huffmannstraße zum Pastorsacker, Am Schwarzen, Haltepunkte in Heidhausen, den Klemensborn herunter, wo in Höhe der Folkwang Hochschule eine neue Haltestelle geschaffen wird. Dann geht es durch die Brückstraße wieder zum S-Bahnhof. Die Linie 192 fährt fast die gleiche Linie, jedoch gegen den Uhrzeigersinn. Hier geht es über die Bungertstraße den Klemensborn aufwärts.

Zuletzt wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in der Brückstraße unterschritten.
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Die Ruhrbahn möchte das Ringlinienkonzept zum Fahrplanwechsel im Januar 2021 umsetzen. Hier ein alter Plan. 
Grafik: Ruhrbahn
Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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