Politische Mehrheit für Radweg von Werden nach Heidhausen
Solidarität im Verkehr

Am 20. Juni fuhren Fahrradinitiative und örtliche CDU schon mal den möglichen Streckenverlauf eines Radweges ab. 
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Der Radverkehr nimmt stetig zu. Immer mehr Fahrräder nehmen die vielbefahrene B 224 auf ihrem Weg von Werden nach Heidhausen. Diese zentrale Verkehrsachse ist nun mal die steigungsärmste sowie kürzeste Route.

Dabei kommt es aber häufig zu unfallträchtigen Situationen zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern. Etwa, wenn diese die sehr schmalen Gehwege nutzen. Eine gefährliche Engstelle ist die Mittelinsel der B 224 auf Höhe des Edeka-Marktes. Was der passionierte Radfahrer Günther Mayer nur bestätigen kann: „Da überholen mich ungeduldige Autofahrer schon mal links von der Verkehrsinsel. Da wird einem angst und bange.“ Ein separater Radweg würde helfen.

Fahrradinitiative

Die Werdener Fahrradinitiative ist eine etwa 20 Mitglieder starke AG von „Gemeinsam für Stadtwandel Essen-Werden“. Sie möchte dazu beitragen, dass Verkehrsprobleme in Werden abnehmen und weniger Schadstoffe bei der Mobilität emittiert werden. Um für Mitmenschen das Rad auch als Alternative zum Autofahren attraktiv zu machen, brauche es gute und sichere Radwege. Allerdings wende sich die Initiative gegen eine aus ihrer Sicht künstlich aufgebauschte Konfrontation zwischen Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern: Viele Autofahrer seien auch Radfahrer und umgekehrt. Es brauche also eine neue Verkehrs-Solidarität. Bei etlichen Aktionen konnte die Initiative ihre Argumente vortragen. So gab es eine Radtour mit den Grünen und deren OB-Kandidaten Mehrdad Mostofizadeh. Kurz danach trafen sich die Aktivisten mit der örtlichen CDU und betonten noch einmal, dass sie keinerlei „Verteilungskämpfe“ von Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern wünschen.

Beschluss von 2009

Bald darauf hatte Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk zum Informationsgespräch geladen. Brenk wies darauf hin, dass die BV IX den Radweg schon seit langem fordere. Bereits am 28. April 2009 sei einstimmig beschlossen worden, einen Radweg entlang der B224 zu befürworten. Von daher sei es besonders schade, dass bei jüngsten Bauvorhaben entlang der Velberter Straße ein möglicher Radweg nicht bereits mit einbezogen wurde. Ratsfrau Martina Schürmann hat regelmäßig riskante Situationen auf der Gustav-Heinemann-Brücke beobachtet. Radfahrer, die auf dem Ruhrtalradwanderweg unterwegs sind, müssen die vielbefahrene Brücke queren, um auf die jeweils andere Ruhrseite zu gelangen: „Dort kommt es oft zum Gedränge von Fußgängern und Radfahrern, von denen manche dann keine Rücksicht nehmen.“ Im Zusammenhang mit der für 2021 geplanten Ertüchtigung der Werdener Brücke müsse die Wegeführung überprüft und verbessert werden.

Gemeinsamer Antrag

Nun haben die Ratsfraktionen der CDU und der SPD einen gemeinsamen Antrag zur Errichtung eines Radweges entlang der B 224 gestellt. Martina Schürmann ist 2. stellv. Vorsitzende des zuständigen Bau- und Verkehrsausschusses und freut sich über Unterstützung: „Grüne und Linke schlossen sich dem Vorhaben an. Diese breite Mehrheit bringt einen wesentlichen Schritt zur Verbesserung der Radfahrsituation in Werden und Heidhausen.“ Hanslothar Kranz sitzt als sachkundiger Bürger im Gremium und stimmte ebenfalls zu. Die geplante Radwegeverbindung von Bredeney durch Werden und Heidhausen bis zur Stadtgrenze Velbert solle als Verlängerung der Fahrradachse B in das städtische Hauptroutennetz aufgenommen werden. Von der Werdener Ortsmitte kommend sei es nicht möglich, den S-Bahnhof auf einem gesicherten Radweg zu erreichen. Der Bürgersteig solle also verbreitert werden, so dass eine gefahrlose Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer möglich werde.

Kreative Lösungen

Auf der Strecke vom Bahnhof Werden bis zur Stadtgrenze Velbert seien die Fahrbahnen weitgehend breit genug, um die Errichtung eines Radweges im Verkehrsraum zu ermöglichen. An den vorhandenen Engstellen müsse die Möglichkeit der Umgestaltung des Straßenraumes der B 224 geprüft werden. Notfalls sollten teilweise Alternativrouten umgesetzt werden. Kreative Lösungen müssen gefunden werden. So könne den Anwohnern eines engen Teilstücks der Velberter Straße zwischen der Kellerstraße und Hausnummer 84 ein städtisches Grundstück als Anwohnerparkplatz zur Verfügung gestellt werden. Alternativ sei die Nutzung der Straße „Kathagen“ als Fahrradstraße zu prüfen. Eine Zustimmung des Rates am 26. August gilt nun als sicher. Martina Schürmann: „Ich hoffe, dass die Realisierung des Radweges nicht allzu lange auf sich warten lässt.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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