Traditionsverein rief Bezirksbürgermeister um Hilfe
Ärger im Werdener Löwental

Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Koch und Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk auf der Anlage im Löwental.
Foto: Henschke
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Im Werdener Löwental ist Betrieb von acht Uhr morgens bis abends 21 Uhr, mit rund 1.000 Vereinssportlern und unzähligen Schülern der Gymnasien. Auch am Wochenende brummt es auf der Anlage.

Der SC Werden-Heidhausen ist nach Mannschaftsmeldungen der drittgrößte Essener Fußballclub und auch über die Grenzen der Stadt hinaus erfolgreich. Die 1. Herren spielen bereits in der Bezirksliga, dorthin sind nun auch die Damen höchst souverän aufgestiegen. Die B-Juniorinnen stiegen unlängst auf in eine Liga mit Teams aus Bottrop, Dinslaken, Duisburg und Moers. Nun treten die U17 Mädchen sogar an in der Qualifikation zur Niederrheinliga.

Doch der SC ist verärgert über die Verwaltung. Der Vorsitzende Hans-Jürgen Koch fragt sich: „Warum tun wir uns das überhaupt noch an?“ Geschäftsführer Jürgen Bäcker ist frustriert: „Man verliert die Lust am Ehrenamt.“ Was ist passiert? Immer wieder wachsen Brombeeren und Riesenknöterich von der Straße her auf die Anlage. Der Verein hatte die Bezirksvertretung um 8.000 Euro gebeten, damit eine Fachfirma die Situation grundlegend bereinigen könne. Bezirksbürgermeister und SPD-Fraktion stimmten zwar dafür, doch eine BV-Mehrheit dagegen: Da solle sich gefälligst die Stadt drum kümmern. Kosten in Höhe von 12.250 Euro nannten die Sport- und Bäderbetriebe. Übernehmen wollen sie das aber nicht, denn der SC erhalte ja EVN-Zuschüsse in Höhe von 9.000 Euro und die Pflege der Außenanlagen sei da bereits berücksichtigt. Zwar bleibt dem Verein der Verkauf von Getränken und Speisen, doch diese Einnahmen schrumpfen seit Jahren.

Vergeblich gewartet

Die Löwentaler wandten sich daher an Oberbürgermeister Thomas Kufen. Hans-Jürgen Koch hatte grob überschlagen: „Da hier keine Platzwarte installiert sind, hat die Stadt seit 2010 hier fast eine Millionen Euro an Personalkosten eingespart.“ Da solle der Verein für die geleistete Arbeit in angemessener Höhe beteiligt werden: „Für das besonders pflegeintensive Jahr 2020 wären das einmalig 100.000 Euro und für die weiteren Jahre je 50.000 Euro.“ Er habe sich da auch an der Nachbarstadt Velbert orientiert und bewusst zunächst nicht den Weg in die Öffentlichkeit gewählt. Seit dem 13. Mai wartete Koch aber vergeblich auf eine Antwort von Kufen. Auf Anfrage beteuerte man im Rathaus, der Oberbürgermeister habe dieses Schreiben nie erhalten, wolle sich nun aber kümmern. Zunächst einmal telefonierten Stadt- und Vereinsoberhaupt. Noch im Juli wird man sich zusammensetzen. In der Zwischenzeit hatte das Sportamt den Pflegezustand bemängelt und ein knappes Ultimatum zur Beseitigung gesetzt. Ansonsten werde SBE mit einer „Ersatzvornahme“ selbst tätig werden. Soll wohl heißen, dass dem Verein eine saftige Rechnung ins Haus flattern wird.

Brenk hakte nach

In seiner Not rief der 133 Jahre alte Traditionsverein Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk zur Hilfe: „Ich kann das geharnischte Schreiben nur als Abmahnung verstehen, und das noch in einem persönlich angreifenden Ton.“ Er frage sich, wie eine derart stark frequentierte Sportanlage mit den spärlichen Mitteln auskommen solle: „Der bemängelte Pflegerückstand ist Fakt. Der Verein ist doch selbst unglücklich darüber. Aber er schafft es einfach nicht ohne zusätzliche Hilfe.“ Der Verein sei offenkundig überfordert: „Auch das ist eine negative Entwicklung unserer Gesellschaft. Viele sehen ihren Verein nur noch als Dienstleister. Keiner packt mehr mit an.“ Benjamin Brenk hakte bei der Verwaltung nach und brachte damit die Dinge ins Rollen. Er will über eine Aufstockung der Zuschüsse diskutieren, alternativ über städtische Platzwarte „Es ist nun mal nicht irgendeine Sportanlage. Sie ist ein Aushängeschild für unseren Bezirk und für die ganze Stadt.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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