Die Fußballer dürfen wieder trainieren - ihre Saison wird allerdings abgebrochen
Das Leder rollt wieder

Die Werdener Fußballer trainierten mit Pass-und Torschussformen.
Foto: Henschke
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Die Fußballer werden die seit März ruhende Spielzeit 19/20 nicht wieder aufnehmen. Die Saison wird abgebrochen. Das entschied der Fußballverband Niederrhein nach eindeutigem Votum seiner Vereine.

Bei einer Onlineabstimmung stimmten 93,01 Prozent der Clubs für einen Abbruch. Nun dürfen zwar in sämtlichen Ligen die Mannschaften aufsteigen, die auf den entsprechenden Aufstiegsplätzen stehen. Es wird aber keine Absteiger geben. Das Präsidium des FVN hat die spielleitenden Stellen damit beauftragt, zeitnah Vorschläge für die Wertung der Spielklassen vorzulegen. Bis zum 30. Juni werden keine Meisterschaftsspiele angesetzt. Zu den Pokalwettbewerben erfolgt eine Information durch die spielleitenden Stellen. Im Jugendbereich werden nach den Sommerferien die Qualifikationsspiele vor Beginn der neuen Saison ausgetragen. Die finalen Entscheidungen trifft ein außerordentlicher Verbandstag im Juni.
Die kleinen Amateurklubs sind aber dringend angewiesen auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Tickets, Getränken und Gegrilltem bei Heimspielen. Der FSV Kettwig und der SC Werden-Heidhausen nehmen daher an der pfiffigen Aktion „Geisterspieltickets“ teil. Hier können die Fans ihren Verein dabei unterstützen, durch die spielfreie Zeit zu kommen und an einem fiktiven Match teilzunehmen. Unter www.geisterspieltickets.de kann man Eintrittskarten für ein „Heimspiel“ lösen und virtuell ein Bierchen oder eine Stadionwurst zu sich nehmen.

Wiederaufnahme des Trainings

Kaum hatte Ministerpräsident Armin Laschet im Fernsehen über Lockerungen im Sport gesprochen, klingelten bei den Verantwortlichen die Telefone. Die Vorstände hatten alle Hände damit zu tun, beruhigend auf übereifrige Kicker einzuwirken. Viele Vereine entschieden sich aber gegen eine jetzige Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs, da ihnen die Gefährdungslage zu unsicher schien und auch saftige Bußgelder bei Nichtbeachtung von Auflagen drohen. Gemäß der Corona-Schutzverordnung ist nämlich darauf zu achten, dass das Training nur kontaktfrei durchgeführt wird, unter Beachtung eines Abstands von mindestens 1,5 Metern. Man trainiert in Kleingruppen von maximal fünf Personen, und zwar ohne Wettkampfsimulationen und Spiele. Auf Begrüßungsformen wie Handschlag oder Umarmungen wird vorerst verzichtet. Die Nutzung von Kabinen und deren Sanitäranlagen sowie Gesellschafts- und Gemeinschaftsräumen bleibt bis auf weiteres untersagt. Die Sportler müssen umgezogen auf die Anlage kommen und zeitnah nach Trainingsende die Anlage wieder verlassen. Zuschauer sind nicht gestattet. Der FSV Kettwig wartet noch ein wenig ab, sagt dessen Trainer Slavko Franjic: „Wir möchten erst noch das Szenario der Hygienemaßnahmen durchspielen, dass wir da keinen Fehler machen. Wir steigen dann am 2. Juni ein. Bis dahin haben wir genug Anlaufzeit. Die Saison ist ohnehin vorbei und wer weiß schon, wann die neue Spielzeit startet. Daher können wir das ganz locker angehen.“

In Kleingruppen aufs Feld

Bei den Nachbarn rollte das Leder schon wieder. Der Mintarder Landesligist startete am 14. Mai nach ausführlichen Hinweisen von Trainer Marco Guglielmi auf unbedingte Einhaltung aller Hygieneregeln. Zum ersten Mal seit zwei Monaten ging es in vier Kleingruppen auf das Grün in der Mintarder Aue. Überall auf dem Platz waren Ball und Spieler mit ausreichend Abstand in intensiver Bewegung. Hier die Torhüter, in den anderen Ecken etwas Fußballtennis, Koordinationsübungen und Passspiele. Man merkte den Spielern an, dass sie sich riesig auf diesen Tag gefreut hatten. Beim Bezirksligisten SC Werden-Heidhausen ging es am 19. Mai wieder los. Vor Beginn der Trainingseinheit rief Trainer Danny Konietzko seine Schützlinge dazu auf, sich stets der strengen Vorgaben zu erinnern. Anders könne Fußballtraining zurzeit nun mal nicht stattfinden. Co-Trainer Fabian Papierok betonte: „Wir haben gemeinsam mit dem Werdener Turnerbund ein Hygienekonzept abgestimmt. Das wurde vom Gesundheitsamt sehr positiv aufgenommen.“ Die Löwentaler trainierten mit Pass-und Torschussformen sowie einer Art Fußballtennis mit Rundlauf.
Das Virus sorgt dafür, dass man vorsichtig bleibt im Löwental. Der SC-Vorsitzende Hans-Jürgen Koch mahnt: „Wir sollten jetzt nicht unvernünftig werden. Der Trainingsbetrieb der Jugend kann auch nur wie geplant am 2. Juni wieder aufgenommen werden, wenn bis dahin das Kontaktverbot aufgehoben ist.“

Die Werdener Fußballer trainierten mit Pass-und Torschussformen.
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Im Löwental wurde die notwendigen Abstände eingehalten. 
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Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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