Kennen Sie Lacrosse?

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Für die Ruhrpott-Pirates begann alles vor ein paar Jahren in der Gruga, doch die Wurzeln des Lacrosse sind sehr viel älter: Französische Siedler entdeckten diese Sportart bei den Indianern.

Und jetzt tummeln sich etliche Lacrosse-Spieler auf der Hockey-Anlage des Etuf am Baldeneysee. Die Bälle fliegen hin und her und es ist laut. Die Spieler erkämpfen sich ihren Weg an den Gegnern vorbei scheinbar auch verbal und es werden taktische Anweisungen über das Spielfeld gebrüllt.
Männer und Frauen trainieren nebeneinander - nicht miteinander. Aus einem einfachen Grund: „Wir spielen mit Körperkontakt, die Frauen nicht“, erklärt Jörg-Christian Rogalla, einer der Väter der Ruhrpott-Pirates. Und das sieht man auch an den Outfits: Während die Damen mit Zahnschutz, Brille und dünnen Handschuhen auskommen, sind die Herren mit Helm, Armschonern, Suspensorium und gut gepolsterten Handschuhen ausgestattet.

Identisch ist jedoch das eigentliche Spielgerät: Schläger und Ball. Der Ball ist extrem hart, deshalb wird er beim Training - vor allem bei Anfängern - auch mal gegen einen Tennisball ausgetauscht. Der Schläger ist etwa ein Meter lang und am Kopf ist ein Netz befestigt. Damit werden die Bälle geworfen, gefangen und vom Boden aufgehoben. Auch dribbeln kann man damit. Dabei bleibt der Ball im Netz und die Spieler drehen den Schläger sehr schnell hin und her während sie an den Gegnern „vorbeitänzeln“. „Diese Technik heißt Crackle“, erklärt Annette Schumann, die schon mit Jörg-Christian Rogalla in der Gruga die Bälle hin und her warf. Ziel des Spieles ist es, so viele Tore wie möglich zu werfen.
So alt die Geschichte des Lacrosse ist, so jung ist die Geschichte der Ruhrpott-Pirates. „Ja, es ging alles rasend schnell“, erkläreren Schumann und Rogalla unisono. Als sie noch zu dritt in der Gruga unterwegs waren, beschlossen sie, ihren Lieblingssport im Ruhrgebiet richtig publik zu machen. Schließlich macht es in einer richtigen Mannschaft noch viel mehr Spaß! Schließlich haben beide schon einmal in einem Team gespielt. „Ich habe ein Austauschjahr in den USA gemacht und dort Lacrosse lieben gelernt“, erzählt die Frau, die es bereits bis in die deutsche Nationalmannschaft brachte und inzwischen den nationalen Nachwuchs mittrainiert. „Die Sportart ist so vielseitig. Man braucht Ausdauer, Schnelligkeit und Koordinationsfähigheit“, begründet sie ihre Leidenschaft. Rogalla hat bereits in einem Hochschulteam gespielt und deshalb fragten sie auch als erstes beim Hochschulsport der Uni Duisburg-Essen nach - und stießen auf offene Ohren. Im April 2009 versammelten sich Neugierige aus Dortmund, Bochum, Essen und Mülheim, um die schnellste Sportart auf zwei Beinen zu testen. Es bleiben so viele dabei, dass sofort eine Herrenmannschaft gegründet werden konnte und die Damen starteten in einer Spielgemeinschaft mit Düsseldorf ebenfalls sofort in der Bundesliga. Von der Idee bis zum Team dauerte es gerade einmal sechs Monate.

Seit einem Jahr trainieren und spielen sie nun auf einer Wiese beim Etuf und sind mit ihrer sportlichen Heimat sehr zufrieden. Und mit sich selbst dürfen sie auch zufrieden sein, denn sportlich läuft es für beide Mannschaften sehr gut. Sie haben sich jeweils in der Bundesliga etabliert und vor allem die Damen schielen in der Tabelle nach oben.

„Das schöne ist auch“, erklärt Schumann, „dass man als Anfänger schnell erste Erfolge erzielen kann. Man braucht nur ein bisschen Übung und kann dann richtig mittrainieren und rasch im Team spielen.“
Wer die Sportart ausprobieren möchte, ist immer willkommen. Kontakt über die Homepage: www.ruhrpott-pirates.de

Autor:

Melanie Berg aus Essen-Süd

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