20 Jahre Werden Kurier - Werden verein(t)

Beim Kleinfeldturnier am Volkswald stellten der Sportverbund eine lustige Truppe und der Kurier die Trikots.
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Wie aus einem harmlosen Tippspiel eine starke Gemeinschaft des Werdener Sports wurde

Um ehrlich zu sein: die pfiffige Idee hatten andere. Redakteurin Bettina Meirose kam mit einem Vorschlag um die Ecke, den sie gemeinsam mit ihrem Gatten Thorsten ausgeheckt hatte: „Mach‘ doch mal so ein Fußball-Tippspiel. Du weißt schon, ein paar Mitspieler, jede Woche wird getippt, dazu noch ein paar persönliche Sätze. Du machst das schon.“

Du machst das schon. Den Satz habe ich in den Jahren irgendwie recht oft gehört.
Also ran an den Speck. Wen kann man da befragen? Die Fußballvereine waren sofort gebongt, Karl-Heinz Sikora von der SG Werden 80 und Friedhelm Schmidt vom SC Werden-Heidhausen beide gesetzt. Wer hätte noch Lust, bei diesem Spaß mitzumachen? Da drängten sich geradezu Wilhelm Hesterkamp von der DJK Grün-Weiß Werden-Heidhausen und Ulrich Kromer vom Werdener Turnerbund auf. Als Fünfter im Bunde sprang Lothar Rust ins Boot. Der Vorsitzende des Essen-Werdener Ruderclubs betonte aber sofort, dass er von Fußball überhaupt keine Ahnung…und so weiter. Nun war also eine verschworene Tippgemeinschaft gefunden, bei der regelmäßig das Telefon klingelte. Am anderen Ende der nervende Henschke, der aber auch alles wissen wollte: „Was traust du den Bayern zu, was dem RWE? Wie wird Werden-Heidhausen spielen, welches Ergebnis tippst Du für die 80er? Ein Höhepunkt, als der glühende Schalke-Fan Kalli Sikora gegen die Knappen wettete, damit er mehr Punkte im Tippspiel einheimsen konnte. Oder als Uli Kromers Gattin Barbara meinte, vielleicht solle in Zukunft besser sie tippen? Oft ergaben sich kleine Wortplänkeleien, immer wieder wurde es versucht, jedoch nie erfolgreich: „Sag doch bitte mal, was die anderen getippt haben.“ Von wegen! Die Tipprunden blieben spannend bis zu Saisonfinale, der Jahressieger erhielt einen stolzen Pokal. Immer ein guter Grund, sich zu treffen. Irgendwann blühte der Flachs und eine vage Idee kam ans Tageslicht: „Wollen wir nicht mal was gemeinsam machen?“

Aktionstag mit griffigem Slogan

Am 2. Juli 2005 war es schließlich soweit: Das Löwental hatte geflaggt zum 1. Aktionstag der Werdener Sportvereine. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger und dem griffigen Slogan „Werden verein(t)“ gab es Demonstrationsvorführungen und Mitmachmöglichkeiten auf dem Sportplatz und in der Sporthalle. Neben einer breiten Sport Aktiv-Palette und vielen informativen Begegnungen ließen ein musikalisches Rahmenprogramm und gastronomische Angebote keinen Wunsch offen. Beim „Werdener Vierkampf“ waren die Disziplinen: Sprint, Ergometer-Rudern, Torwandschießen und Korbwürfe. Höhepunkt war das „Spiel ohne Grenzen“. Angeführt von den Kapitänen Pfarrerin Maret Schmerkotte, Marienschulleiter Hanspeter Loewen und Schwimmstar Christian Keller traten Mannschaften aus Werden, Heidhausen und Fischlaken in eigens entworfenen Shirts gegeneinander an. Die zahlreich erschienen Zuschauer feuerten mächtig an, die spaßigen Wettkämpfe sorgten für beste Unterhaltung. Der Werden Kurier hatte einige Vereine an einen Tisch gebracht, um ein großes Spiel- und Sportfest auszurichten. Im Nachhinein kann man sagen: er trug damit zur Gründung des Sportverbunds Werden / Ruhr bei. Dessen Vorsitzender Ulrich Kromer würdigte das Mitwirken der Zeitung: „Mit dem Werden Kurier besitzen die Werdener Sportvereine eine weitere hervorragende Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Er hat stets ein offenes Ohr für die sportlichen Belange der Vereine, aber auch für deren Anliegen.“ Der Kurier hatte auch einen Satz Fußballtrikots gespendet, der dann stolz zu besonderen Anlässen getragen wurde. So etwa 2008 beim Fußball-Kleinfeldturnier am Volkswald. Hier stellten die Mitgliedsvereine des Sportverbundes ein bunt gemischtes Team. Es war eine lustige Sache, so viel bleibt in Erinnerung.
Der Sportverbund hat viel bewegt für Werden, nun schwächelt er. Vielleicht ist heutzutage Gemeinschaft nicht mehr so gefragt? Der Werden Kurier bleibt jedenfalls ein treuer Begleiter des Werdener Sports.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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