Bonjour la France!

Werdener Gymnasiast hat zur Zeit Besuch aus dem Land des Käse und Weins

Als Jonas Hömßen von seiner Französischlehrerin gefragt wurde, ob er es sich vorstellen könnte, einen Ausstauschüler in seiner Familie aufzunehmen, war für den Schüler des Werdener Gymnasiums die Antwort schnell klar: „Ich wollte es gerne ausprobieren, weil wir immer nach Frankreich in den Urlaub fahren.“ Doch bevor der Franzose überhaupt erst einmal anreisen konnte, stand ein Besuch seiner Deutschlehrerin auf dem Programm. „Extra aus Frankreich ist sie angereist, um mit Jonas und anderen Austauschpartnern zu sprechen,“, erinnert sich Jonas Mutter, Ute Hömßen, „auf diese Weise wollte sie herausfinden, welche Schüler besonders gut zusammen passen.“
Dann war es endlich soweit. Gerade erst selbst - natürlich aus dem Frankreichurlaub - zurückgekehrt fuhr Papa Martin Hömßen mit Jonas zum Flughafen um den französischen Gast abzuholen.
Mathis Beltran heißt er, ist zwölf Jahre alt und begleitet Jonas mittlerweile seit anderthalb Wochen in die Schule. Dabei hat er bereits einige Unterschiede zu seiner „école“ entdeckt. „Es ist toll, dass wir zu Fuß zur Schule gehen können, zu Hause fahren wir immer mit dem Auto.“ Außerdem ist seine heimatliche Schule mit insgesamt 50 Schülern und dreizehn Mitschülern in seiner Klasse viel kleiner als das Werdener Gymnasium. „Hier werden einige Fächer in verschiedenen Klassen unterrichtet, zu Hause hat unsere Klasse alle Fächer zusammen“, nennt er einen weiteren Unterschied. In der neuen Werdener Umgebung hat er schon so einiges entdeckt: „Wir sind mit dem Fahrrad um den Baldeneysee gefahren und haben unterwegs leckere Waffeln gegessen“, ist er begeistert. Der See erinnert ihn an seine Heimatstadt Viviers du Lac in der Region Savoie, wo es ein ähnliches Gewässer gibt. Mit Jonas, der erst seit einem halben Jahr Französisch hat, verständigt er sich mit einem Mischmasch aus Französisch, Englisch und Deutsch. Gut versteht er sich auch mit dessen kleiner Schwester Anna, die genauso alt ist, wie seine Schwester daheim. Dass Deutsch an seiner Schule Pflichtfach ist, hilft ihm dabei.
Darüber hinaus können die Dinge, die die beiden Jungs desselben Alters interessieren, auch ohne große Sprachbarrieren erledigt werden. „Mathis war mit mir beim Tischtennistraining und wir waren alle zusammen shoppen“, erzählt Jonas. Souvenirs für seine Familie wie ein Comic für seine neunjährige Schwester hat er im „Magasin Schmitz“ in Werden entdeckt. Alle zusammen bekommen ein Buch über die Abteistadt mitgebracht, damit sie einen Eindruck gewinnen können, wo Mathis drei Wochen lang gelebt hat. Ein bisschen Heimweh hat er vor allen in den ersten Tagen gehabt, nach seinen Freuden in der Schule, obwohl einige zurzeit ebenfalls hier sind, nach seiner Familie und ganz doll nach seinem Pferd Saturne. „Zuhause reite ich fast jeden Tag und hab zuletzt am Championat de France, einem Springturnier teilgenommen“, erzählt er stolz. Mittlerweile hat er sich aber gut eingelebt: „Jetzt läuft er mit wie ein drittes Kind“, lacht Mutter Ute. Nachdem er sich von der Villa Hügel bereits beeindruckt gezeigt hat, plant sie noch Ausflüge zur Villa Hügel und zum Grugapark mit ihm. „Zuviel soll man aber gar nicht mit dem Austauschschüler unternehmen, hat man uns geraten, weil er ja das ganz normale Leben hier kennen lernen soll.“
Mit seiner Mutter telefoniert der Franzose alle zwei Tage, dabei hat sie bereits signalisiert, dass Jonas seinerseits Mathis schon in den kommenden Herbstferien besuchen könnte. „Dann bringe ich dir das Reiten bei“, lacht Mathis. „Mal sehen“, antwortet Jonas, der so ein Hobby wohl doch eher für Mädchenkram hält. Auch ein Vorurteil, das durch das Erleben einer anderer Kultur im Schüleraustausch aus der Welt geschafft werden kann.

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