„Der ländliche Raffael“ Gedenkfeier 200 Jahre Theodor Mintrop

Fachkundig berichtete Heinz-Josef Bresser (l.) vom Geschichts- und Kulturverein über den Maler Theodor Mintrop, einem der größten Söhne Heidhausens.
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Gut besucht war die Gedenkstunde für Theodor Mintrop. Geschichts- und Kulturverein sowie Bürger- und Heimatverein gedachten zum 200. Geburtstag des großen Sohnes Heidhausens.

Die ein wenig abseits der Barkhovenallee gelegene Stelle mit dem Gedenkstein für Theodor Mintrop, direkt oberhalb des umstrittenen Baugebiets „Grüne Harfe“, war zuletzt arg verlottert und zugewachsen, wurde aber auf Anregung des Bürger- und Heimatvereins von der Stadt großzügig freigeschnitten und strahlt in neuem Glanz.
Heinz-Josef Bresser, Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins, begrüßte gleich vier Ur-Ur-Ur-Neffen und -Nichten Mintrops, die somit ihren großen Vorfahren würdigten. Bresser berichtete über Leben und Werk des Malers. 1814 geboren, entweder am 4. April, oder doch am 7. April, sicher ist er am 9. April getauft worden, entstammte Theodor einer Großbauern-Familie.

Erst Bauernsohn, dann Wunderkind

Von seiner späteren Karriere als anerkannter Maler, gar als Wunderkind, war bei diesem Bauersohn zunächst nichts zu ahnen. So arbeitete Mintrop zunächst als Knecht auf dem Hof seines Vaters, später des Bruders. Die Familie Mintrop - aus Burgaltendorf stammend – hatte das Gut Barkhov gekauft, ein so genannter „Oberhof“, dessen Eigentümer Schulte-Barkhov gleichzeitig Träger der Gerichtsbarkeit für den gesamten abteilichen Herrschaftsbereich war.
Zuvor war er 200 Jahre lang Sitz der Herren von Landsberg – die später das Landsberger Schloss bei Kettwig bauten. Der Barkhov war ein großer Besitz, mit einem Riesengrundstück, das bis zum Pfefferbach - heute noch im Straßennamen „In der Pieperbeck“ erhalten - reichte.
Der tägliche Umgang mit der Natur und ihren Geschöpfen entwickelte im jungen Theodor nach und nach eine große Naturliebe, die er künstlerisch umzusetzen gedachte. Ganz unentdeckt blieb sein Talent nicht.
Als er Wände und Tore des väterlichen Hofs bemalte, wurde man auf den Autodidakten aufmerksam, so durfte der 15-Jährige bereits ein Prozessionsbild malen, bekam gar fünf Groschen „Honorar“. Doch die Bewunderung der Prozessionsteilnehmer für sein Werk war ihm genug Lohn.
Im Kriegsdienst erfuhr er durch Stubengenossen von der Welt Shakespeares, lernte Goethe und Schiller kennen.
Als der Düsseldorfer Künstler Eduard Geselschap Heidhausen besuchte, fiel sein Blick auf die „Werke“ Mintrops, sogleich erkannte der Fachmann, dass hier ein „sehr bedeutendes Talent“ schlummerte.

Bedeutendes Talent

1844 wurde Theodor Mintrop in die Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen. Durch seine Bilder im Stil der Spätrenaissance wurde er ein höchst anerkannter Künstler, war Mitglied im renommierten Künstlerverein „Malkasten“, als der „neue Giotto“ oder auch „ländlicher Raffael“ gefeiert. In Düsseldorf sind eine Straße und ein Platz nach ihm benannt.
In der Werdener Basilika sind einige Bilder von Theodor Mintrop zu bewundern. Posthum wurde 1875 der Märchenband „König Heinzelmann’s Liebe“ mit 70 Illustrationen veröffentlicht – hier verarbeitete Mintrop eine unglückliche Liebe - er blieb zeitlebens Junggeselle. Als er 1870 starb, kamen unter anderem Beileidsbriefe von Clara Schumann und Hoffmann von Fallersleben.

Waddische Dönekes vom Döres

Die Gruppe „Komm-Omend“ um Hannelore Kahmann, die sich den Erhalt des „Waddisch Platt“ auf die Fahnen geschrieben hat, rezitierte ein Gedicht in diesem alten, fast ausgestorbenen Dialekt: „De Mintropsteiin“. Hier ging es in bestem Waddisch um „de Gedenksteiin an ossen groten Heiidhuser Jong, ossen Historienmöler döres Mintrop!“
Ganz unbescheiden wird Heidhausen gelobt: „Van ganz Wadden es Heiidhusen das schönste Stöck, on wä da wönnt hät werklich Glöck!“
Heimatdichter August Hahn hatte gleich nebenan, in der Brenscheidtstraße, gewohnt und nannte sich „Döres“, also „Theodor“. Seine vielen „Dönekes“ sind unvergessen.
Heinz-Josef Bresser wünschte allen „Mintrop-Jüngern“ einen schönen Heimweg und rief ihnen zu: „Und denken Sie was über Theodor nach…“

Zwei Ausstellungen und ein Vortrag

Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast, das den größten Teil seines Nachlasses besitzt, würdigt im Herbst den Künstler mit einer Auswahl aus seinem Werk.
Ebenfalls dem Gedenken Theodor Mintrops widmet sich eine Ausstellung, die vom 10. Mai an in der Galerie Hemsing an der Heidhauser Straße 22 stattfinden wird.
Am 9. September wird es einen Vortrag geben. In der Aula des Gymnasiums wird Dr. Gunda Luyken vom Kunstpalast über den Künstler Mintrop sprechen.

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