Stofftier mit Reisepass

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Europa ist für viele ein fernes, künstliches und undurchsichtiges Konstrukt. Dass Europa gerade für junge Menschen viele Chancen und Möglichkeiten bietet, dürfen Fünftklässler der Englisch plus-Klassen des Werdener Gymnasiums regelmäßig er-fahren. Zusammen mit ihrem Englischlehrern führen die Pennäler das so genannte Travel Buddy Projekt durch.

Das Prinzip ist leicht erklärt: DieWerdener Klasse schickt jeweils ein Stofftier an andere Klassen im europäischen Ausland. Dort geht das Stofftier, der Travel Buddy, auf Entdeckungstour. Jeder Schüler macht ein Foto von dem Travel Buddy vor einer interessanten Stelle der jeweiligen Stadt und schreibt anschließend eine kurze Beschreibung auf Englisch, was sich das Kuscheltier angesehen hat sowie einige Informationen über sich selbst. Wenn alle Schüler die Fotos und Beschreibungen fertig haben, wird alles zusammen mit dem Travel Buddy wieder zurück an das Ursprungsland geschickt.
„Unsere Stofftiere reisen quer durch Europe, von Zypern bis Island. Zuletzt waren sie in Bulgarien, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Rumänien und der Türkei“, erläutert Karsten Brill, Englischlehrer am Gymnasium Werden. Im Gegenzug schicken diese Klassen ebenfalls Stofftiere nach Werden. Die Tiere sind so unterschiedlich wie die europäischen Länder selbst: aus Sizilien kam ein bunter Esel, aus der Türkei ein Eichhörnchen. Einige Klassen bastelten für ihre Stofftiere sogar einen Reisepass, den sie dem Paket beilegten.
Diese europäischen Maskottchen gehen nun in Essen auf Entdeckungstour. Dabei geht es nicht ausschließlich um Sehenswürdigkeiten. Auch Plätze, an denen die Kinder gerne Zeit verbringen, durften fotografiert werden. So waren die Buddies schon beim Hockeytraining und in verschiedenen Gärten zu Gast. Wenn alle Briefe fertig sind, werden sie an das Ursprungsland zurückgeschickt. Dann reisen Pakete mit ins-gesamt über 1.000 Briefen quer durch den Kontinent.
„Und genau darum geht es“, sagt Englischlehrer Brill. Zuletzt haben über 200 Schüler in acht Ländern mehrere Wochen an dem Projekt gearbeitet. Jetzt werden ihre Briefe verschickt und so lernen die Kinder viel über die anderen, gleichaltrigen Schüler im europäischen Ausland. Einige Schüler tragen Schuluniformen, andere zeigen sich im Sportdress. Viele Kinder zeigen sich gegenseitig ihre Lieblingsplätze und erklären, wie sie gerne ihre Freizeit verbringen. Auf diese Weise lernen die Schüler viel über die kulturellen Eigenarten der einzelnen Länder. Der europäische Gedanke lebt am Werdener Gymnasium.
„Neben der interkulturellen Kompetenz steht bei diesem Projekt auch die Erfahrung von Englisch als lingua franca (Verkehrssprache) im Vordergrund“, erklärt Brill. „Schüler aus Polen und Deutschland kommunizieren auf Englisch miteinander. Selbst in der fünften Klasse sind sie in der Lage, sich zu verständigen und miteinander zu kommunizieren. Das ist ein toller Erfolg.“ Außerdem sei es motivierend, wenn die Schüler handgeschriebene Briefe aus anderen europäischen Ländern erhalten. Das sei eine ganz andere Erfahrung als einen Text aus einem Schulbuch zu lesen.

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