Hundert Heimkinder unternahmen eine musikalische Rundfahrt auf dem Baldeneysee
Afrikanische Rhythmen an Bord

Jazz-Professorin Dr. Ilse Storb und Bürgermeister Rolf Fliß wünschten den Kindern eine gute Fahrt.
Foto: Henschke
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  • Jazz-Professorin Dr. Ilse Storb und Bürgermeister Rolf Fliß wünschten den Kindern eine gute Fahrt.
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Der gemeinnützige Verein „Freundeskreis Ilse Storb / Labor für Weltmusik“ hatte Heimkinder eingeladen zu einer musikalischen Seefahrt mit der Weißen Flotte: rund hundert Kinder aus den Einrichtungen Spatzennest, Kinderhaus Salmouk, Matthias Sommer Haus, Städtischer Heimverbund und Kinderheim St. Josefshaus.

Schon zu Nikolaus wollte das Labor für Weltmusik diesen Ausflug organisieren. Die Weiße Flotte Baldeney sollte unterstützt werden, die wegen Corona keine Einnahmen habe. Und man wollte den Kindern etwas Gutes zu tun. Spontan hatte die Sparkasse finanzielle Unterstützung zugesagt, aber leider hatte die Pandemie Essen noch voll im Griff und die Nikolausfahrt musste ausfallen. Doch Vereinsvorsitzende Ursula Podeswa blieb am Ball und konnte nun erneut einladen.

Die Jazz-Professorin

Der morgendliche Regen verzog sich rechtzeitig und die Tour konnte stattfinden. Am Pier wartete schon die Ehrenvorsitzende Prof. Dr. Ilse Storb auf die Kinder, um ihnen eine gute Fahrt zu wünschen. Die 92-jährige Ilse Storb hatte das Labor für Weltmusik an der Folkwang Musikschule der Stadt Essen gegründet. Auch Rolf Fliß war erschienen. Jazz-Professorin und Bürgermeister winkten eifrig, als die Kinder in See stachen.
Groß zuvor die Aufregung am Anleger Hügel, bis sich alle Gruppen auf dem Schiff „Baldeney“ verteilt und es sich gemütlich gemacht hatten. Groß die Augen, als man an einem richtigen Schloss, einem Strandbad, einem Zechenturm und an einer Wasserburg vorbei schipperte. Auch die unzähligen Optimisten-Jollen der Segelschulen machten Eindruck, besonders aber eine live miterlebte Havarie, die aber glücklicherweise glimpflich ausging.

Eine Stimmungskanone

Als Stimmungskanone war der ghanaische Masterdrummer Annan Odametey eingeladen worden. Ein Mann, dessen Lächeln genauso ansteckend ist wie sein kraftvolles und virtuoses Perkussionsspiel. Der Duisburger lebt seit 1985 in Deutschland und stammt aus einer für ihre guten Musiker und Tänzer bekannten Großfamilie. Außer den traditionellen seiner Region erlernte er am „Art Centre of Ghana“ weitere Trommel- und Tanzrhythmen aus ganz Westafrika. Besonders auf Kinder üben die kraftvollen, mitreißenden Rhythmen afrikanischer Trommeln eine starke Anziehung aus. Trommeln schenkt ihnen Lebensfreude, Kraft und Energie.

Annan Odomatey weiß, wie man den Nachwuchs begeistert, immerhin hat er selbst sieben Kinder zwischen 34 und zwei Jahren. Nach und nach konnten sich alle Gruppen an den 20 mitgebrachten Trommeln austoben. Nach einer kurzen Einführung ging es direkt rhythmisch los: „Scho-ko-lade schmeck-t gut“. Mitgebracht hatte der Musiker zwei Trommelformen: da waren die mächtigen Fasstrommeln Kpanlogo, denen mit Fingerfertigkeit fünf verschiedene Töne entlockt werden können, und die nicht weniger beeindruckenden Bechertrommeln Djembé. Beim Spielen klemmt man die Trommel oben zwischen den Beinen und unten mit den Füßen fest. Man hält sie leicht schräg, um das Loch unten nicht zu verdecken. So klingt sie besser und lauter.

Afrikanische Lebensfreude

Dem exzellenten Solo-Drummer und außergewöhnlichen Trommel-Lehrer gelang es, den Kindern eine gehörige Portion afrikanischer Lebensfreude zu vermitteln. Nach zwei gut gelaunten Stunden ging es leider wieder von Bord. Die Diplom-Sozialpädagogin Daniela Westmeyer vom Kettwiger Kinderheim St. Josefshaus sprach wohl allen Mitreisenden aus der Seele: „Durch solche netten Events erleben die Kinder auch mal Sachen, die man sonst nicht so macht. Das gibt es häufiger, dass Organisatoren und Vereine unsere Kinder einladen. Dafür sind wir dankbar.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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