Beim Welthospiztag am 10. Oktober wird zugehört
Ein offenes Ohr

Barbara Scharenberg (l.) und Hedwig Reinhard vom Förderverein der ökumenischen Hospizgruppe. 
Foto: Henschke
  • Barbara Scharenberg (l.) und Hedwig Reinhard vom Förderverein der ökumenischen Hospizgruppe.
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Am 10. Oktober ist Welthospiztag, initiiert durch die „Worldwide Hospice and Palliative Care Alliance“ und unterstützt von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Ein offenes Ohr und Zeit zum Zuhören gibt es bei der ungewöhnlichen Aktion der „Gesprächsbänke“.

Von 10 bis 13 Uhr sitzen ehrenamtliche Hospizbegleiter auf Bänken und warten auf Gesprächspartner: In Kettwig stehen die Gesprächsbänke an Weberbrunnen und Märchenbrunnen, Rathaus und Evangelischer Kirche. In Werden warten die Zuhörer am Kräutergarten, auf dem Brehm, an Luciuskirche und Evangelischer Kirche sowie an der Ecke Grafenstraße / Hufergasse. Das Ganze geht zurück auf eine Idee von Barbara Scharenberg, der neuen stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins der ökumenischen Hospizgruppe.

Alles hat seine Stunde

Schon in der Bibel stehe: „Alles hat seine Stunde“. Nun sei eine Zeit zum Reden und zum Schweigen: „Aktives Zuhören ist auch, was wir machen. Wir begleiten Sie in Ihrem Schmerz, Ihrer Angst, Ihrer Verlorenheit.“ Hedwig Reinhard nickt. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins und musste eine Nachfolgerin für Brigitte Hüsgen finden. Die stellvertretende Vorsitzende war nach kurzer schwerer Krankheit im Christlichen Hospiz „Dorle-Streffer-Haus“ in Werden gestorben. Hatte auf jegliche lebensverlängernde Behandlung verzichtet und mithilfe palliativer Versorgung den noch verbleibenden Tagen mehr Leben ermöglicht. Hedwig Reinhard erzählt, mit welcher bemerkenswerten Klarheit und Konsequenz Brigitte Hüsgen diese Entscheidung traf: „Es gibt nichts Besseres, als sich in tiefem Frieden zu verabschieden.“ Barbara Scharenberg ist „schon ewig und drei Tage“ in der Katholischen Gemeinde aktiv und im Ökumene-Ausschuss: „Ich möchte die ökumenische Fahne hochhalten, zum Beispiel beim Ludgerusfest. Ein ganz wichtiges Zeichen für Werden.“ Seit den Anfängen 1996 ist sie Mitglied der ambulanten Hospizgruppe: „Zu sechst sind wir damals nach Borbeck gefahren zu einem Vorbereitungskurs als Hospizbegleiter.“ Die treibenden Kräfte Dorle Streffer und Adelheid Kröger wussten Scharenberg stets als zuverlässige Mistreiterin an ihrer Seite.

Dienst am Nächsten

Beate Salomon-Bock ist Koordinatorin der ambulanten Hospizbegleiter. Durch Corona war dieser Dienst am Nächsten jäh unterbrochen worden. Doch nun seien Besuchsdienste wieder möglich: „Unsere Ehrenamtlichen sind sehr froh, dass sie wieder helfen dürfen.“ Immer noch wissen viele Menschen nicht, was Hospizarbeit und palliative Versorgung für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen tun können. Barbara Scharenberg erklärt, das könne sehr erfüllend sein: „Wir bekommen ganz viel zurück.“ Da muss auch Hedwig Reinhard lächeln: „Hospizarbeit ist keine Einbahnstraße.“ Natürlich hätten viele Menschen arge Bedenken bei einem Hospiz. Einem Ort des Sterbens. Aber es sei ein großes Glück, wenn Angehörige ihre Liebsten dort in guten Händen wüssten. Hedwig Reinhard ergänzt: „Wir möchten den Druck von den Angehörigen nehmen und ihnen aufzeigen, dass ein Hospiz die bessere Lösung sein kann. Damit ausreichend Zeit bleibt, um sich von den geliebten Menschen verabschieden zu können.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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