Doris Knierim ist die Seniorenbeauftragte für den Stadtbezirk IX
Für die Menschen da sein

Doris Knierim ist die Seniorenbeauftragte für den Stadtbezirk IX.
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In einer kleinen Serie stellt der Stadtspiegel seinen Lesern die Beauftragten der Bezirksvertretung IX vor. Die Seniorenbeauftragte Doris Knierim gibt Auskunft über Pflege, Hilfe im Haushalt, einfach alle Fragen rund ums Alter.

Die Bredeneyerin ist Diplom-Verwaltungswirtin im Ruhestand und seit 42 Jahren SPD-Mitglied. Für sie als sozial geprägte junge Frau damals keine Frage: „Das waren die 1970er Jahre. Mit Willy Brandt und Helmut Schmidt. Für mich war die SPD die Partei der normalen Menschen. Die Sozialdemokraten haben viel getan für die Menschen.“

Doris Knierim ist kürzlich 67 geworden: „Die Zahl an sich sagt nichts aus. Sondern, wie man sich gibt. Es geht um die innere Einstellung.“ Eine Einschränkung gebe es doch: „Man muss natürlich gesund sein.“ Und wie würde sie ihre innere Einstellung charakterisieren? „Ich habe gerne Kontakt zu Menschen. Das fehlt mir zurzeit unheimlich.“ Seit 1975 habe sie im Sozialamt als junge Sachbearbeiterin alles von Pike auf gelernt. 1992 folgte der Wechsel in die Außenstelle Kettwig. Dort hat sie ihren Dieter kennen und lieben gelernt, in Kettwig wurde geheiratet. 2003 wechselte Doris Knierim zur Grundsicherung, 2007 zum Seniorenreferat in die Pflegeberatung, 2018 kam die Pension.

Alltagsprobleme

Ab auf die Couch? Von wegen: „Mein ganzes Leben lang habe ich mit Menschen zusammen gearbeitet. Da wollte ich den Menschen mein in 43 Berufsjahren erworbenes Wissen weiterhin zugutekommen lassen.“ Zwar habe sie jetzt nicht gerade ein Helfersyndrom: „Doch wenn jemand Hilfe braucht, gucke ich nicht weg.“ Seit 2018 übt sie daher das Amt der Seniorenbeauftragten der Bezirksvertretung IX aus und kümmert sich um Alltagsprobleme. Regt sich auf über Situationen, wo nicht an Barrierefreiheit gedacht wurde. Zum Beispiel Kopfsteinpflaster: „Man verzweifelt mit einem Rollator. Dafür gibt es zwar dicke Reifen, doch die sind wahnsinnig teuer. Das kann sich nicht jeder leisten.“

Fernmündliche Beratung

Bisher stand sie zweimal im Monat in den Rathäusern von Kettwig und Werden Rede und Antwort. Nun ist Corona. Was macht das mit Doris Knierim? Es ist eher Respekt als Angst, doch sie schränkt sich ein: „Zurzeit bin ich nicht viel vor der Tür. Eigentlich nur zum Einkaufen und für die regelmäßigen Besuche bei meiner Mutter im Altenheim. Da werde ich alle zwei Tage getestet.“ Ihre fernmündliche Beratung wurde ausgeweitet. Mehrmals täglich klingelt das Telefon. Einmal habe sie für einen Herren dessen Impftermin organisiert, weitere Versuche dann aber aufgegeben. Das sei selbst ihr zu kompliziert gewesen. Das Problem der Politik: erst großartig ankündigen und dann klappt nix. Sie macht das an zwei Gesundheitsministern fest. Der eine, Jens Spahn, schaue immer so gehetzt. Er wirke unausgeglichen und hektisch. Der andere dagegen, Karl-Josef Laumann, der sage einfach, was Sache sei: „Ist nicht gut gelaufen.“ Auch wenn es noch so wehtue. Nur so werde Politik glaubwürdig: „Der Laumann redet so, wie ihm der Mund gewachsen ist. Volkstümlich.“ Da findet sich Doris Knierim wieder, die zwar in Bredeney wohnt, allerdings schmunzelnd zugibt, beileibe nicht zu den Reichen zu gehören: „Hier hat schon mein Opa gewohnt, der war Bergmann. Mein Vater war Polizist. Wir sind ganz normale Leute.“

Reibungslose Impfung

Doris Knierim hat gelernt, genau hinzuschauen, und sagt: „So schlimm das ganze Chaos drum herum auch ist, das Impfzentrum selbst ist toll.“ Ihr Ehemann Dieter hat die 80 schon überschritten, also auch schon seine Impfung hinter sich. Aus dem Hintergrund ruft er: „Hat gar nicht wehgetan. Ich habe nix gespürt.“ Gattin Doris war natürlich live mit dabei und beeindruckt: „Alles war gut durchorganisiert und klappte reibungslos.“ Die Seniorenbeauftragte kann nun leichten Herzens werben für eine Impfung. Aus eigener Anschauung kann sie gerade älteren Menschen die Angst nehmen: „Die Taxe fährt bis zum Eingang der Messehalle, es stehen Rollstühle bereit und viele Helfer parat. Alle sind kompetent und sehr freundlich. Ich würde mich sofort impfen lassen, egal mit welchem Impfstoff. Ich gehe ja auch jedes Jahr zur Grippeimpfung.“

Und wenn sie nicht gerade geimpft wird, möchte sie helfen: Probleme lösen, den richtigen Ansprechpartner nennen, die Anliegen älterer Mitmenschen an die Politik weiterleiten. Die Seniorenbeauftragte Doris Knierim ist unter der Rufnummer 0201-4386896 und der E-Mail dorisknierim@gmx.de erreichbar. Natürlich berät sie kostenfrei: „Die Leute sollen sich ruhig an mich wenden.“

Doris Knierim ist die Seniorenbeauftragte für den Stadtbezirk IX.
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Doris Knierim gibt Auskunft über Pflege, Hilfe im Haushalt, einfach alle Fragen rund ums Alter.
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Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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