Elf neue Hospizbegleiter der ambulanten ökumenischen Hospizgruppe Werden
Ja sagen zu Leben und Sterben

Die ambulante ökumenische Hospizgruppe Werden freut sich über elf neue ehrenamtliche Hospizbegleiter.
Foto: Henschke
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Plötzlich wird es in der ehrwürdigen Luciuskirche ganz still. Pater Jörg Gabriel und Pfarrer Oliver Ruoß segnen sehr persönlich und höchst zugewandt die neuen ehrenamtlichen Hospizbegleiter. Ein würdiger, ein  erhabener Moment.

Beide Gottesmänner gestalten einen ökumenischen Gottesdienst, der Mut macht für da kommende, oftmals an Grenzen führende Dienste der Nächstenliebe. Pater Gabriel drückt das so aus: „Gott schenke euch Segen, um den Sterbenden zu dienen. Damit ihr Ja sagen könnt zu Leben und Sterben. Damit ihr Leid und Sterben aushalten könnt.“ In ihren Fürbitten sprechen die neuen Hospizbegleiter aus, was sie bewegt: „Dass die Sterbenden frei von Schmerz und Angst gehen können. Dass wir die Kraft haben, den Sterbenden würdevoll und aufmerksam auf seinem letzten Weg zu begleiten.“

Sechs Frauen und fünf Männer

Die ambulante ökumenischen Hospizgruppe Werden hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwerstkranke und sterbende Menschen zu begleiten. Jährlich über Hundert in Fischlaken, Heidhausen und Werden, aber auch in Kettwig. Ob im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder daheim. Stets werden neue Ehrenamtliche gesucht, die sich darauf einlassen. Die dafür gerade stehen wollen, dass niemand am Ende seines Lebens alleine sein muss. Sechs Frauen und fünf Männer haben über einen Zeitraum von fünf Monaten an einem vorbereitenden Kurs teilgenommen. Im Januar 2019 startet dieser Lehrgang. Hier wurden die zukünftigen Begleiter intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet. Erstmalig leitete Günter Korb. Er kommt aus der ambulanten Hospizarbeit und war Mitgründer des Hospizdienstes „Pallium“ am Huyssensstift. Günter Korb wurde unterstützt von einem Team aus Brigitte Hüsgen, Hedwig Reinhard und Beate Salomon-Bock. Letztere betreut seit 2018 die Hospizbegleiter hauptamtlich. Sie koordiniert die zeitlichen Möglichkeiten der Ehrenamtlichen mit den Bedürfnissen der zu Betreuenden. Für Salomon-Bock ist eine erste Frage: „Welcher Begleiter passt zu welchem Patienten?“

Tod, Sterben und Trauer

Eine Vielzahl an Themen wurde zum Teil auch von auswärtigen Referenten präsentiert. Da wurde über Demenz gesprochen oder Begleitung für Menschen mit Behinderung. Über Tod, Sterben und Trauer. Verbale und nonverbale Kommunikation. Die Wurzeln der Hospizbewegung. Wie Angehörige unterstützen? Besucht wurden das Werdener Hospiz, ein Krematorium, ein Bestatter. Dem Grundkurs folgte ein 20-stündiges Praktikum auf der Palliativstation oder beim palliativen Pflegedienst. Der Aufbaukurs endete mit einem gemeinsamen Wochenende in Hattingen-Welper. Hier wurde referiert über Musik in der Sterbebegleitung und abends wurde auf der Veeh-Harfe musiziert. Ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl. Wie funktioniert Begleitung? Organisatorisch und zwischenmenschlich? Auch wurde thematisiert, wie spiritueller Schutz aussehen könne: Wie kann ich zu mir finden? Schöpfe ich Kraft aus dem Glauben oder aus anderer Quelle? Beate Salomon-Bock zieht ein Mut machendes Fazit: „Das alles schweißte die Gruppe zusammen. Alle sind sehr motiviert. Vor allem sind wir froh über so viele Männer und den niedrigen Altersschnitt der Gruppe.“ Auch seien diese Elf im Laufe des Kurses zusammen gewachsen, was zukünftig sicherlich über so manche Hürde helfe: „Auch werden sie von uns begleitet und unterstützt in ihrem Tun. Wir achten darauf, dass niemand über die Grenzen seiner Belastbarkeit geht. In den Gruppentreffen werden Erfahrungen gespiegelt und es gibt regelmäßige Supervisionen.“

Förderverein

Die Zertifikate der Hospizbegleiter wurden durch Hedwig Reinhard übergeben. Sie leitet den Förderverein, der dies alles finanziell unterstützt. Der Verein zur Förderung der Ökumenischen Hospizgruppe Werden hat über 300 Mitglieder und ermöglicht die unersetzliche Arbeit im ambulanten Dienst und im Christlichen Hospiz an der Dudenstraße. Hedwig Reinhard ist unter 0201-401244 oder reinhard.hospizarbeit-werden@gmx.de zu erreichen. Die Bankverbindung bei der Sparkasse Essen lautet DE 95 3605 0105 0001 6181 80.

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