Menschenleben retten

Beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr.
Foto: Bangert
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Kunterbunte Tage der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Werden-Heidhausen

Die zwei Tage der offenen Tür an der Feuerwache am Brakeler Wald sind das große Volksfest in Heidhausen. Die FF Werden-Heidhausen hat geladen, Alt und Jung strömen herbei.

Der Samstag war mit Discomusik und Cocktails ausgeklungen. Löschzugführer Michael Classen: „Wir sind stolz und überglücklich, dass die Menschen immer wieder zu uns kommen. So treue Besucher, rund 75 Prozent kenne ich vom Gesicht her.“ Classen ist ein alter Haudegen und standfest: „Es wurde mal wieder spät, so bis drei Uhr, alles verlief fröhlich und ruhig. Aber morgens um sieben Uhr mussten wir schon wieder raus, das Spanferkel auf den Grill spannen.“ Michael Classen: „Ich bin mit meinen weit über 40 Dienstjahren ja schon ein Exot. Der zweitälteste in Essen. Nur in Byfang ist ein Feuerwehrmann noch länger im Dienst.“ Der Löschzugführer muss kurz nachdenken: Wie war das mit seinem Antrittsbesuch bei Karl Mittweg, damals Chef der Freiwilligen Feuerwehr? „Da war ich gerade 17 Jahre alt. Klingelte tapfer in der Heckstraße an. Der Karl machte die Tür auf und fragte: Wer bist Du? Was kannst Du? Wo wohnst Du? Als ich ihm geantwortet hatte, war er zufrieden mit mir. Dann ging alles sehr schnell.“

Großes Programm

Die Liveband „Feinstaub“ bestreitet am Sonntagmorgen den beliebten Frühschoppen, begeistert auf der LKW-Bühne mit den Beatles und feinen Countrysongs. Der zweite Tag mit seinem wieder unfassbar großen Programm kann starten. Es wimmelt nur so auf dem Gelände, die kleinen Gäste powern sich aus auf der Hüpfburg oder beim Minifußball auf der Wiese. Wer den Miniaturfeuerwehrmann zielgenau mit dem Wasserstrahl umspritzt, wird bejubelt. Das Kinderschminken steht natürlich auch auf dem Programm. Der Hof ist gerammelt voll und die Vorfreude groß, denn das Spanferkel wird jeden Augenblick serviert. Ebenfalls für Genuss sorgen die selbstgemachten Reibekuchen, die üppige Kuchentheke und nicht zuletzt die große Fahrzeugschau. Nur zu gerne klettern die Kleinen auf den knallroten Wagen herum und staunen. Auch so mancher Erwachsene darf hier seiner Begeisterung freien Lauf lassen. Glanzstück ist das neue Löschgruppenfahrzeug. Michael Classen sieht den Neuen mit Freude, nennt beeindruckende Daten: „Der Wassertank fasst 2400 Liter. Zwölf Tonnen Gesamtgewicht. Da ist alles drin, Technik ohne Ende. Er fährt sich komfortabler, ist besser motorisiert, trotzdem leiser. Nun haben wir Automatik, bei der alten Karre musste man noch Zwischengas geben. Allerdings konnte man die früher auch mal mit Wasserpumpenzange und Hammer reparieren...“

Aufgaben haben sich verändert

Ausführlich werden in Einsatzübungen die vielfältigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr demonstriert. Eine spektakuläre Fettexplosion lässt die Zuschauer zusammenzucken. Interessierte können bei einer Reanimation selbst Hand anlegen. „Die Jugend von heute als Retter von morgen“ wird auf einem Plakat propagiert. 20 Jungen und drei Mädchen sind bei der Jugendfeuerwehr engagiert. Ihre Auftritte werden mit Spannung erwartet, die jungen Menschen zeigen mit Bravour, was sie schon gelernt haben. Eine Einsatzübung wird mit dem neuen Löschfahrzeug vorgeführt, eine Gruppe, die aktuell für einen Leistungswettkampf trainiert, präsentiert ihre Übung für diesen Wettkampf. Moderator Thomas Hettgen interviewt die Nachwuchskräfte, die sich ihren wohlverdienten Applaus abholen. Die Druckmassage auf dem Oberkörper der Demonstrations-Puppe ist beeindruckend flott durchzuführen, wird schnell sehr anstrengend. Doch so lassen sich Menschenleben retten. Hier liegt inzwischen ein sehr großes Betätigungsfeld der FF, denn Aufgabengebiete und Strukturen haben sich verändert. In den Anfangsjahren stand das reine Feuerlöschen im Vordergrund, dank der Rauchmelder und der besseren Bau- und Haustechnik ist die Zahl der Brände aber zurückgegangen. Im Gegenzug stiegen die technischen Hilfeleistungen an. Auch Hilfe bei Verkehrsunfällen und Erste-Hilfe-Maßnahmen nahmen zu.

Powerfrauen willkommen

Zahlreiche Lehrgänge und Weiterbildungen absolvieren die Werdener Feuerwehrleute, so Classen: „Du musst einfach immer auf dem neuesten Stand sein. Wir haben es schließlich mit Menschen zu tun.“ Die FF Werden ist inzwischen eine recht junge Gemeinschaft. Aber nicht nur der Altersschnitt ist gesunken. Gärtnermeister Classen bedauert doch ein wenig, dass nicht mehr alle Kandidaten mit einer handwerklichen Berufsausbildung aufwarten können. „Wir haben Schreiner, Klempner, Installateure. Das hilft ungemein beim Einsatz. In unserer Einheit sind aktuell 40 Mitglieder aktiv, auch engagieren sich bei uns fünf Frauen. Wir sind über jede Kameradin froh, die tatkräftig mit anpackt. Wir freuen uns über jede starke Powerfrau, die sich uns anschließt!“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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