Angriffe auf Polizei - Sitzblockaden in Frohnhausen
Riesen-Randale bei Mai-Demos

Ohne Worte
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Polizei-Großaufgebot! 12 Uhr: Gesperrt sind alle Straßen, die zum Westbahnhof führen. Die NPD plant ab 13 Uhr einen Aufzug!Treffen am Berufskolleg West. Quasi auf der Parkfläche gegenüber, ab 12.30 Uhr, steht bereits ESSQ - Bündnis „Essen stellt sich quer“ mit Kundgebung. Zunächst sieht alles friedlich aus. Bei ESSQ steht Dirk Heidenblut Bundestagsabgeordneter SPD; beobachtet. „Ich bin froh, dass so viele Menschen Aufmarschieren, sich den Rechten entgegengestellt haben.“

Wolfgang Freye, Fraktionsvorsitzender Linke im Regionalverband Ruhr, fächert auf: „Hier sind 700 Menschen - gegen 100 Nazis drüben. Gut, dass so viele gegen die Faschisten von NPD und „Rechten“ demonstrieren. Der alte Arbeiterstadtteil Frohnhausen ist bunt. Nicht BRAUN!“
Mike Vogel, Mo‘s , resümiert: „Ein MUSS, hier zu sein. Auch als Gewerbetreibender bin ich total gegen Nazis.“
Jonas Milker, Erzieher, spontan: „Die vielen Menschen, die heute auf die Straße gehen, um gegen Nazis Stellung zu beziehen zeigen, wie tolerant und bunt Essen ist; dass Nazis in unserer Stadt keinen Platz haben, unerwünscht sind. Tolles Engagement von allen, die heute in Frohnhausen gegen Intoleranz und für die Vielfalt einstehen.“

Polizisten werden wütend angegriffen
Hannah-Arendt-Straße, rückblickend die Eissporthalle. Wie aus dem Nichts ein Pulk. Plötzlich fuchtelt ein Mann nach vorn, stößt voll Wucht einen Polizisten um. Blitzschnell steht der Angegriffene auf, sofort drängt sich ein anderer Mann vor, wirft einen zweiten Beamten nieder. Ruckzuck schnappen sich aber die Polizisten die Angreifer.
Vor 14 Uhr. Margaretenstraße. Im Nu treffen sich an der oberen Ecke 20-30 Personen, dunkel gekleidet. Rennen wie verabredet auf die Frohnhauser, Sitzblockade. Die Polizei greift ein. Trägt Personen einzeln von der Straße. Es wird immer hitziger.

Hubschrauber kreist über Frohnhausen
 Pfarrer Werner Sonnenberg stutzt. "Ich höre den Polizei-Hubschrauber kreisen, der die Nazimärsche von NPD und der Partei DIE RECHTE in Frohnhausen und Altendorf beobachtet. Die rechtspopulistische Vereinnahmung dieses von der Arbeiterbewegung errungenen Feiertages für Arbeiternehmerrechte weltweit, ist nicht nur eine Provokation, sondern versucht mit Parolen unsere Gesellschaft zu spalten. Das Mahnläuten der Kirchenglocken (13 Uhr Apostelkirche) steht als Zeichen des Protestes gegen ausgrenzende BRAUNE Parolen und für eine tolerant bunte Gesellschaft. Hier muss die Kirche hellwach bleiben!“
Monika Fränkel, Vorsitzende des Presbyteriums Frohnhausen: „Es ist bezeichnend, dass es eine solche Demonstration von NPD und DIE RECHTE gerade am 1. Mai gibt. 1933 war der 1.5. der Tag, an dem die nationalsozialistische Gewaltherrschaft mit der Zerschlagung der freien Gewerkschaften einen weiteren Schritt zur Errichtung der Schreckensherrschaft, einen Schritt gegen freie Meinungsäußerung gegangen ist. Die Schrecken des Nazi-Regime, die vielen Toten, die dieses Regime zu verantworten hat, werden mit der Demonstration relativiert.
Gerade als deutsche Christin sehe ich mich in der historischen Verantwortung, gegen Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art aufzustehen. Meine Gemeinde läutet daher um 13.00 Uhr für 15 min, sowohl an der Apostelkirche als auch an der Markuskirche, als Zeichen, dass wir allen extremistischen Handlungen mit großer Entschiedenheit entgegentreten, als Zeichen, dass die Menschenwürde zu achten ist, gegen Fremdenfeindlichkeit, für Toleranz und Menschlichkeit.“
Michaela Langenheim, Pfarrerin: „Uns Menschen in der Evangelische Lutherkirchengemeinde in Altendorf ist die Würde eines jeden Menschen wichtig. Gemeinsam treten wir ein gegen jegliche Form von Gewalt. Aus diesem Grund läuten am 1. Mai die Glocken der Christuskirche um 13.00 / 14.00 / 15.00 Uhr für jeweils 15 Minuten. Sie sind ein „hörbares Zeichen" dafür, dass wir gemeinsam wach und aufmerksam bleiben müssen gegenüber Rücksichtlosigkeit, Intoleranz und der Verletzung der Menschenwürde eines jedes Menschen - egal welcher Kultur, Religion, welchen Alters und Geschlechts. Unser Wunsch ist, dass viele Menschen in Altendorf und darüber hinaus für eine Welt der Mitmenschlichkeit und gegenseitigen Achtsamkeit eintreten. Ausgrenzung, Pauschalisierungen und sogenannte einfache Wahrheiten sind kein Weg auf dem Segen liegt.“

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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