Abrahams Nachkommen

Bay (8) und Nazli (8) präsentieren die Zutaten der diesjährigen Aschura.
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Alevitische Gemeinde in Altendorf feiert Fastenbrechen


Aschura – so nennt sich die traditionelle Suppe, die am Ende der Fastenzeit mit Freunden und Verwandten geteilt wird. Dieser Tradition schließt sich auch die Alevitische Gemeinde in Altendorf an und lud zum gemeinsamen Fastenbrechen.


Voll war es in dem Gemeindesaal: Viele Tische und Stühle wurden aufgestellt, dass die Gäste Platz finden konnten. Dennoch drängten sich an den Seiten zahlreiche Personen, die keinen Platz mehr ergatterten und die Zeremonie stehend verfolgen mussten.
„Wir freuen uns, dass so viele Nachbarn, Freunde und Gäste erschienen sind“, leitet der Geistliche Ali Celik die Veranstaltung ein. „Mit diesem Brauch wollen die Aleviten ein Symbol des Teilens setzen, der Solidarität und der Einheit. Mit dem Aschura-Essen wollen wir zudem verschiedene Religionen und Kulturen zusammenbringen und für ein friedliches Miteinander eintreten.“

Aschura zum Gedenken an den Tod des Imam Hüseyin

Das Fastenbrechen, sprich das Reichen der Suppe, erfolgt nach dem Muharram, welches jedes Jahr am 21. Tag nach dem Opferfesttag beginnt und 12 Tage andauert. Der Ablauf der Zeremonie folgt hierbei auch bestimmten Regeln. Zunächst wird im Stehen ein Rosenkranz gebetet im Gedenken an die 72 Ermordeten in Kerbela. Üblich ist es dabei die rechte Hand auf die linke Brust zu legen, da Gott im Herzen verortet ist. Dann werden drei Kerzen angezündet, welche Gott (Allah), den Propheten Muhammed und den Heiligen und Weisen Ali symbolisieren sollen. Im Anschluss wird damit bekommen die Suppe zu reichen.
Das Wort Aschura kommt aus dem arabischen und bedeutet Zehn. Damit ist der zehnte Tag des islamischen Monats Muharrem gemeint. Für die Aleviten und Schiiten ist es der Gedenktag an Imam Hüseyins Tod in Kerbela. Dieser wurde im heutigen Irak im Jahr 680 n. Chr von dem Herrscher der Umayyaden-Dynastie ermordet. Durch das Trauerfasten versuchen die Aleviten das Leid Hüseyins nachzuempfinden.

Eine Zutat für jeden Imam

Die Aschura selbst ist eine Süßspeise, die heute mehr im Mittleren Osten und Anatolien nach dem Muharrem-Fasten zubereitet wird. Als Symbol des Gedenkens an die 12 Imame enthält sie mindestens 12 Zutaten. Das können verschiedene Nüsse, getrocknete Feigen, Aprikosen, Äpfel oder Weizen sein. Immer enthalten sind Zucker und Wasser, was als Mischung die suppenartige Konsistenz erzeugt.
Interessant ist vor allem die Tatsache, dass, nach alevitischer Lehre, eine Mythologie in Bezug auf besagte Suppe auf Noah zurück geht: Nachdem dieser von Gott von der großen Sintflut gerettet wurde, hat er zum ersten Mal Aschura mit den letzten Resten seiner Vorräte als Dankbarkeit zubereitet. Und es lassen sich weitere Überschneidungen erkennen: Adam und Eva werden für die ersten Menschen gehalten, eine Trennung erfolgt dann erst bei Abrahams Söhnen Ismael und Isaak. Isaaks Linie führt zu Jesus, Ismaels Linie zu Mohammed.

Mystische Musik auf der Saz

Nachdem dann jeder seine Suppe gegessen hatte, wurde nochmals ein Rosenkranz gebetet. Freuen konnten sich die Gäste an diesem Tag auf die musikalische Darbietung von Eren Gökdemir. Dieser gab auf seiner Baglama, ein Zupfinstrument ähnlich einer Gitarre, mystische Musik zum besten, welche Gesang mit einschloss.

Autor:

Kathrin Hinterschwepfinger aus Essen-West

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