Barbara Grave im Künstlerportrait
Ein halbes Haus voller Kunst

Barbara Grave arbeitet hochkonzentriert an ihrem neuen Projekt.
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  • Barbara Grave arbeitet hochkonzentriert an ihrem neuen Projekt.
  • Foto: Meike Coenders
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Betritt man das Atelier von Barbara Grave erwartet den Besucher Überraschendes. Denn selbst wer einen großen, mehr oder weniger lichtdurchfluteten Raum erwartet, wird von der Umfänglichkeit des Schaffensbereichs der Künstlerin beeindruckt sein.

“Die Kinder sind aus dem Haus und da dachte ich: nutze eben ich den Platz”, lacht Grave schulterzuckend und fügt hinzu, dass sie sich ihres Glücks sehr bewusst sei. Die gesamte obere Etage ihres Hauses in Frohnhausen kann die vielseitige Dame für ihre Leidenschaft nutzen. Es gibt ein Zimmer mit Aquarellen, eines, in dem sich wesentlich die Skulpturen befinden, das Treppenhaus im Ruhrgebietsthema, ein Gästezimmer mit Tonarbeiten, einen Flur mit Gemälden und das große Arbeitszimmer mit einem Potpourri der Werke. “Ich arbeite stark themenbezogen. Seit ich Kunst mache beschäftige ich mich mit ‘Spuren im Universum’ und ‘Hommage an die Erde’, außerdem mache ich Dinge, die mir spontan in den Sinn kommen”, berichtet die gebürtige Thüringerin, die sich gerne mit weiteren Künstlern im Essener Westen vernetzen möchte, “Ich würde gerne für die nächste Kunstspur etwas gemeinsames umsetzen.” Auch in diesem Jahr war Grave ein Teil des Kunstprojektes der Stadt Essen und hatte über 80 Besucher. Dabei wurden zahlreiche Werke verkauft, sodass Raum für Neues entstanden ist. “Ich bewerbe die Kunstspur immer zusätzlich und schreibe Interessenten persönlich an. In der Einladung erläutere ich auch, weshalb ich an dem Event teilnehme”, erläuert Grave. Zur Kunst kam sie schon früh, denn in ihrer Familie gab es gleich mehrere Kunstschaffende. Dennoch lernte sie zunächst einen anderen Beruf und war im Sozialwesen tätig. Erst nachdem ihre fünf Kinder alt genug waren, besann sich Grave auf ihre Leidenschaft und wälzte fortan unzählige Bücher: “Ich habe mir viel autodidaktisch beigebracht und zusätzlich bei renommierten Künstlern gelernt.So wurde ich immer besser. Heute beweise ich mir ab und an, dass ich nicht nur abstrakt arbeiten kann, indem ich Detailzeichnungen anfertige.” Für ihre Werke benötigt die Buchfreundin manchmal nur wenige Stunden, manchmal auch Monate. Meist liegt die Wahrheit dazwischen, denn je nach Material, lassen sich die Pläne oft nur schrittweise umsetzen. “Ich weiß, wie das Werk am Ende aussehen soll. Aber wenn ich in Schichten arbeite, müssen diese natürlich dazwischen trocknen. In meiner Zeit als Badgeschalterin, habe ich viel über Werkstoffe, Techniken und Materialien gelernt. Das hilft mir heute.” Damals machte sie mit ungewöhnlichen Wandgestaltungen bei den Kunden von sich reden. Anschließend wirkte Grave einige Zeit in einer Ateliergemeinschaft bevor sie beschloss sich selbstständig zu machen. MIttlerweile blickt sie auf viele Jahre Ausstellungserfahrung zurück und ist Mitglied im Kunstverein Innsbruck. Dadurch kann sie dort auch in Galerien ausstellen, ein nicht unerheblicher Faktor, wenn die Kunst der Beruf geworden ist. “Wenn ich in den Galerien oder bei Veranstaltungen mit Besuchern ins Gespräch komme, stelle ich häufig fest, dass ie vor meinen kritischen Bildern zurückschrecken.” Gemeint sich unter anderem Werke, die sich mit den Themen Klimawandel und Plastikmüll befassen. “Das ist für viele Menschen sehr weit weg. Aber ich bleibe da dran.” Ihre Kunst sieht Grave scheinbar auch als gesellschaftlichen Auftrag. Dennoch finden sich auch viele Bilder oder Installationen in ihrer Sammlung, die mit viel Freude und einem Augenzwinkern auf das Leben blicken. So hat die Künstlerin sich bereits mehrfach aus dem Urlaub Holzstücke mitgebracht, welche sie nach einer Trocknungszeit mit Farben und durch entsprechende Ausrichtung neu interpretiert hat. So entstanden beispielsweise ein ‘Eberkopf’ sowie ein Gürteltier.
Zwischen acht und zehn Stunden wöchentlich verbringt die engagierte Künstlerin, die auch Kindergeschichten schreibt, in ihrem bunten Reich, immer auf der Suche nach dem nächsten Projekt, um die wenigen Freiflächen an den Wänden weiter sinnstiftend zu befüllen.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-Süd

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